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20.04.2012

17:26 Uhr

Gema-Streit

Internetwirtschaft sieht Youtube-Urteil mit gemischten Gefühlen

Das Videoportal Youtube muss einige von der Musikverwertungsgesellschaft Gema genannte Musiktitel aus dem Angebot nehmen. Die deutsche Internetwirtschaft hat mit „gemischten Gefühlen“ darauf reagiert.

Logos von  Gema und Youtube: Der Musikrechteverwerter hat sich vor Gericht zumindest teilweise gegen das Videoportal durchgesetzt. dpa

Logos von Gema und Youtube: Der Musikrechteverwerter hat sich vor Gericht zumindest teilweise gegen das Videoportal durchgesetzt.

Hamburg/BerlinDer Branchenverband Bitkom hat mit „gemischten Gefühlen“ auf die Gerichtsentscheidung zum Streit der Verwertungsgesellschaft Gema mit der Videoplattform Youtube reagiert. „Wir sehen wir einige Punkte (des Urteils) kritisch, wie zum Beispiel den geforderten Einsatz von Wortfiltern“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder am Freitag. Das Urteil des Landgerichts Hamburg sei in einem wesentlichen Punkt ein gutes Signal für die Internetwirtschaft. „Es macht klar, dass Youtube nicht als Inhalteanbieter, sondern als sogenannter Hostprovider einzustufen ist.“

Das Gericht hatte am Freitag die Löschung von sieben Songs verfügt, an denen die Verwertungsgesellschaft Gema Urheberrechte geltend gemacht hatte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Es geht auch ohne GEMA

Video: Es geht auch ohne GEMA

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Rohleder sagte, die von der Gema geforderten Prüfungspflichten seien „schlicht nicht umsetzbar“. „Ebenso gut hätte die Gema fordern können, Online-Plattformen für Musik zu verbieten. Wir müssen aufpassen, dass Deutschland bei Online-Musikangeboten nicht abgehängt wird.“

Das Urteil des Landgerichts Hamburg sorge jedoch für mehr Klarheit, erklärte der Bitkom-Chef. „Ansonsten wäre das Geschäftsmodell entsprechender Online-Plattformen für Deutschland insgesamt in Frage gestellt gewesen.“ Die Frage der Verantwortlichkeit für die Inhalte hänge auch mit finanziellen Aspekten zusammen. Zahlreiche Clips seien für deutsche Internetnutzer gesperrt. „Eine wirtschaftlich vertretbare Einigung erscheint dringend nötig, damit dieser Zustand ein Ende findet“, erklärte Rohleder.

YouTube unterliegt im Streit um Musikvideos

Video: YouTube unterliegt im Streit um Musikvideos

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Das Landgericht Hamburg hatte am Freitag in erster Instanz zugunsten der Gema entschieden. Die Kammer verurteilte Youtube, Musikvideos im Internet künftig besser gegen Urheberrechtsverstöße zu schützen.

Bei dem Streit geht es nur vordergründig um die von der Gema verlangte Sperrung von mehreren Titeln. Im Kern wollen die Rechteverwerter erreichen, dass die Videoplattform Urheber dafür bezahlt, wenn sie deren Filme und Musik weiterverbreitet. Die Google-Tochter Youtube argumentierte, dass Youtube lediglich die Plattform für das Hochladen von Musikvideos im Internet zur Verfügung stelle und sie für die Inhalte nicht verantwortlich gemacht werden könne.

Kommentare (11)

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willi

20.04.2012, 14:28 Uhr

Die GEMA muß sich schon fragen lassen, ob der verbleib der Musiktitel nicht letztlich als Werbung mehr bringen würde. Ich glaube das ist ein Pyrrhussieg.

Account gelöscht!

20.04.2012, 14:31 Uhr

Ich merke jedes mal wenn ich wieder in Deutschland bin wie fast 30% meiner youtube video Favoriten nicht mehr funktionieren weil es aus zig gründen im Land nicht erlaubt ist, von der Gema rausgenommen wird oder was auch immer. Da ist man regelrecht froh wenn man wieder die Grenze hinter sich hat und das Zeug so ankucken kann wie man es möchte.

Account gelöscht!

20.04.2012, 16:19 Uhr

Die GEMA führt Schaukämpfe, anstatt mit ihren Künstlern zeitgemäße Verträge zu schließen. Denn diese haben mit dem Beitritt nicht mal mehr die Möglichkeit ihre eigenen Musik-Videos für Werbezwecke z. B. bei youtube einzustellen. Als ich die Titel gelesen habe, habe ich auch gedacht, naja, bevor die jetzt ganz in Vergessenheit geraten, würden diese ollen Kamellen wenigstens noch per Musikvideo mal gehört. Es müssen wohl erst noch mehr Künstler erst überhaupt über Videoportale bekannt werden. Aber ob diese dann noch bei der GEMA schützen lassen?

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