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17.03.2017

20:15 Uhr

George Osborne

Vom Schatzkanzler zum Chefredakteur

Der Politiker George Osborne war Schatzkanzler der Regierung von David Cameron. Im vergangen Jahr trat er jedoch aus der Regierung zurück – und arbeitet künftig als Chefredakteur der Londoner Tageszeitung „Evening Standard“.

Der Politiker schlägt beruflich einen neuen Weg ein. AP

George Osborne

Der Politiker schlägt beruflich einen neuen Weg ein.

LondonDer frühere britische Schatzkanzler George Osborne wird künftig als neuer Chefredakteur der Londoner Tageszeitung „Evening Standard“ firmieren. Zeitungseigentümer Evgeny Lebedev sagte am Freitag, der 45-Jährige habe sich selbst für den Posten ins Gespräch gebracht uns sei die „naheliegende Wahl“ gewesen. Allerdings löste Osborne mit diesem neuen Job eine Welle der Kritik wegen Ämter- und Machthäufung aus. Osborne deutete ungeachtet dessen bereits an, er wolle sein Parlamentsmandat und seine Beraterjobs behalten. Der Brexit-Gegner war nach dem Referendum im Juni 2016 über einen Ausstieg aus der EU und dem nachfolgenden Machtwechsel in der Londoner Downing Street von Premierministerin Theresa May entlassen worden.

Brexit: Die nächsten Schritte im Überblick

Wie geht es weiter?

Im Juni 2016 entschieden sich die Briten für den Brexit. Doch bis das Land tatsächlich aus der Europäischen Union ausgetreten ist, steht beiden Seiten noch viel Arbeit bevor. Die nächsten Schritte.

EU-Mandat

Das Schreiben aus London ist eingetroffen, nun zurrt die Rest-EU in drei Schritten ihre Verhandlungslinie fest: Ein Sondergipfel der 27 Staats- und Regierungschefs soll am 29. April Leitlinien bestimmen. Auf dieser Basis schlägt die EU-Kommission den Start der Verhandlungen und ein Mandat vor – also den offiziellen Auftrag für das Verhandlungsteam. Das Mandat muss dann vom Rat bestätigt werden.

Verhandlungen

EU-Chefunterhändler Michel Barnier und sein Expertenteam geben sich bis etwa Oktober 2018 für die eigentlichen Verhandlungen über den Austritt Großbritanniens und über Übergangsregelungen.

Ratifizierung

Dann muss das Austrittsabkommen auf EU-Seite vom Europaparlament gebilligt und von den übrigen Mitgliedsländern angenommen werden – ohne Großbritannien. May will den Vertrag auch dem britischen Parlament vorlegen.

Fristende

Das ganze Verfahren muss zwei Jahre nach dem offiziellen Austrittsgesuch abgeschlossen sein, also bis Ende März 2019. Eine Verlängerung ist möglich, wenn alle bleibenden EU-Staaten zustimmen.

Der Konservative verfügt bereits über einige zusätzliche Einnahmequellen in der Wirtschaft. Zu seinem Salär als Parlamentarier von jährlich 75.000 Pfund (etwa 86.000 Euro) summieren sich Beraterjobs, etwa beim Blackrock Investment Institute, wo Osborne pro Jahr um die 650.000 Pfund verdient.

In seiner neuen Rolle als Chefredakteur wolle er für die Interessen der Londoner kämpfen, betonte Osborne. „Es steht jetzt so viel auf dem Spiel, was die Zukunft unseres Landes und der Hauptstadt betrifft“, sagte er. „Ich will im Parlament bleiben, wo über die Zukunft debattiert wird“. Osborne sitzt für seinen Wahlkreis in Tatton im Parlament. Die Ortschaft ist etwa 320 Kilometer von London entfernt.

Von

ap

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