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04.02.2014

10:54 Uhr

Geretteter Fernsehbauer

Loewe will Umsatz bis 2016 vervierfachen

Der TV-Hersteller Loewe will zurück in die Erfolgsspur. Die neuen Eigentümer des Fernsehbauers setzen auf die Kooperation mit einem chinesischen Hersteller – die deutsche Identität soll jedoch erhalten bleiben.

Umschalten: Der TV-Hersteller Loewe will seine Bilanz deutlich verbessern. dpa

Umschalten: Der TV-Hersteller Loewe will seine Bilanz deutlich verbessern.

MünchenDie neuen Eigentümer des gebeutelten Fernseherbauers Loewe trumpfen mit einer ehrgeizigen Umsatzprognose auf. Durch eine erweiterte Kooperation mit der chinesischen Hisense soll das Unternehmen 2016 TV-Geräte im Wert im Wert von mehr als einer Milliarde Euro absetzen, teilte das in „New Loewe GmbH“ umbenannte Unternehmen am Dienstag mit. Im Jahr 2012 lag der Gesamtumsatz des Traditionsunternehmens bei 250 Millionen Euro, im vergangenen Jahr dürften die Erlöse noch weiter geschrumpft sein.

Um das Ziel zu erreichen, werde die Zusammenarbeit mit Hisense vertieft, Loewe erhalte Zugang zu neuesten TV-Technologiekomponenten und zu den Absatzmärkten in Asien. Bereits zur Internationalen Funkausstellung in Berlin im September wolle Loewe einen ultrahochauflösenden Fernseher mit gewölbtem Bildschirm vorstellen, hieß es.

Solche Modelle hatten im vergangenen Jahr die Branchen-Platzhirsche Samsung und LG in Berlin gezeigt - allerdings mit der zukunftsweisenden OLED-Technologie und zu Verkaufspreisen von um die 7000 Euro. Loewe bietet Hisense im Gegenzug Zugang zu seiner Gerätesoftware.

Kleines Fernseh-Glossar

Technologie verkauft Fernseher

Die TV-Hersteller arbeiten permanent an neuen Verfahren, um die Bildqualität weiter zu verbessern und die Funktionen zu erweitern – Technologie verkauft Geräte. Welche Schlagwörter sind derzeit angesagt?

Ultra HD (4K)

Ultra HD – oft auch als 4K bezeichnet – ist ein TV-Format mit sehr hoher Auflösung. Diese beträgt 3840 x 2160 Pixel, also 8,3 Megapixel. Das ist vier Mal so viel wie bei einem HD-Bild. Es mangelt noch an passenden Inhalten, allerdings werden herkömmliche Bilder hochgerechnet. Da die Geräte immer billiger werden, eignen sie sich langsam für den Massenmarkt.

OLED

OLED steht für Organic Light Emitting Diode, es handelt sich also um organische Leuchtdioden. Diese Technologie ermöglicht ein sehr kontrastreiches Bild und weite Blickwinkel, zudem verbraucht sie wenig Strom. Allerdings ist die Produktion der Paneele kompliziert und somit noch vergleichsweise teuer. Daher ist der Marktanteil der OLED-Geräte gering.

Gebogene Displays

Früher mussten Fernseher unbedingt flach sein – geht es nach einigen Herstellern, geht es heute nicht ohne gebogenes Display. Samsung, LG & Co. versprechen ein besseres Bild mit weniger optischen Verzerrungen. Der Vorteil liegt indes wohl eher im Design als im Seherlebnis. Dafür müssen Verbraucher einen hohen Preis in Kauf nehmen.

Smart TV

Fast alle neuen Fernseher sind inzwischen „smart“: Sie können nicht nur die herkömmlichen Kanäle, sondern auch Inhalte aus dem Internet darstellen, beispielsweise das Videoportal Youtube, Online-Videotheken oder extra für den großen Bildschirm programmierte. Dazu braucht es nur einen Breitbandanschluss. Allerdings nutzen viele Zuschauer diese Funktionen noch nicht. Zudem hapert es teils noch an der Bedienung – eine Kopplung mit Smartphone und Tablet soll Verbesserungen bringen.

Second Screen

Viele Fernsehzuschauer surfen nebenbei im Internet – entweder mit dem Smartphone oder dem Tablet-Computer. Dieses vergleichsweise junge Phänomen erlaubt TV-Herstellern, Filmemachern und Sendern, den zweiten, kleinen Bildschirm einzubinden. Etwa mit Informationen über die Sendung und Schauspieler oder Werbung. Zudem können die mobilen Geräte die klassische Fernbedienung ersetzen.

Die Loewe-Führung betonte, die Endmontage der Fernseher bleibe in Deutschland, ebenso die Bereiche Design, Entwicklung und Software. Das fränkische Unternehmen hatte im vergangenen Jahr nach einem langen Niedergang Insolvenz angemeldet. Im Januar kauften drei Privatinvestoren das operative Geschäft von Loewe und verlegten den Hauptsitz nach München. Im Zuge der Krise hat das Unternehmen die Zahl seiner Arbeitsplätze von einst über 1000 fast halbiert.

Von

rtr

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