Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

20.09.2012

16:01 Uhr

Gerichtsurteil

Ex-Börsenstar Falk muss Schadensersatz zahlen

Die Gerichte beschäftigen sich seit zehn Jahren mit dem ehemaligen Internet-Unternehmer Alexander Falk. Nun soll er für den finanziellen Schaden geradestehen, den er mit einem manipulierten Firmenverkauf angerichtet hat.

Ex-Internet-Unternehmer Alexander Falk (l.) mit seinem Anwalt im Hamburger Landgericht. dpa

Ex-Internet-Unternehmer Alexander Falk (l.) mit seinem Anwalt im Hamburger Landgericht.

HamburgDer ehemalige Internet-Unternehmer Alexander Falk soll knapp 209 Millionen Euro Schaden ersetzen, den er mit einem manipulierten Unternehmensverkauf im Jahr 2000 verursacht hat. Diese Entscheidung hat die 27. Zivilkammer des Hamburger Landgerichts am Donnerstag in der Hansestadt verkündet.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Berufung zum Hanseatischen Oberlandesgericht ist möglich. Die Insolvenzverwalter der britischen Firma Energis plc hatten Falk auf Schadenersatz verklagt, weil Energis ihm 2000 zu einem überhöhten Preis seine Firma Ision abgekauft hatte. Damals waren knapp 209 Millionen Euro in bar geflossen sowie Aktien, die heute allerdings wertlos sind.

Falk war wegen manipulierter Ision-Umsätze zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden und hat seine Strafe verbüßt. Seit August 2011 ist er wieder auf freiem Fuß. „Der Käufer kann im Rahmen des Schadenersatzes die Rückabwicklung des Vertrags verlangen“, sagte Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn. Mit Blick auf das Zivilverfahren hatte zuvor ein Strafgericht das eingefrorene Vermögen von Falk nicht endgültig zugunsten des Staates einkassiert. Die Ansprüche von Energis hätten Vorrang. Im Zuge des Verfahrens waren 30 Millionen Euro aus dem Privatvermögen und 50 Millionen Euro eines Falk-Unternehmens mit einem Arrest belegt worden.

Ob Falk den Schadenersatz leisten kann, ist ungewiss. Zeitweise hieß es in Medienberichten, der vermögende Schwiegervater des Straftäters könnte in einem Vergleich mit Energis einen Teil der Forderungen begleichen. Sollte die Forderung von Energis rechtskräftig werden, so kann das Unternehmen Anspruch auf Falks Vermögen bis zur Pfändungsgrenze erheben.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×