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10.12.2012

13:36 Uhr

Gerichtsurteil

Richter entmachten Suhrkamp-Chefin

Im Streit um den Suhrkamp Verlag hat ein Berliner Richter jetzt überraschend Verlagschefin Unseld-Berkéwitz entmachtet. Außerdem muss die Geschäftsführung Schadenersatz an den Verlag zahlen, entschied das Gericht.

Unseld-Berkéwitz ist mit 61 Prozent am Suhrkamp Verlag beteiligt dapd

Unseld-Berkéwitz ist mit 61 Prozent am Suhrkamp Verlag beteiligt

BerlinIn einer bisher wohl beispiellosen Entscheidung ist die Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwitz per Gerichtsbeschluss als Geschäftsführerin des Suhrkamp Verlags abberufen worden. Das Landgericht Berlin setzte am Montag einen entsprechenden Beschluss der Gesellschafterversammlung vom November 2011 rückwirkend in Kraft. Das Gericht gab damit dem Minderheitsgesellschafter Hans Barlach recht. Barlach ist zu 39 Prozent am Suhrkamp Verlag beteiligt, Unseld-Berkéwitz hält über eine Familienstiftung die restlichen 61 Prozent.

Suhrkamp-Anwalt Peter Raue sagte der Nachrichtenagentur dpa auf Anfrage, solange die Entscheidung nicht rechtskräftig sei, ändere sich nichts an der derzeitigen Geschäftsführung. Er gehe davon aus, dass die Verlagsspitze gegen die Entscheidung in die Berufung gehen werde. Zunächst wolle man jedoch die Urteilsbegründung abwarten.

Die Entscheidung des Gerichts bezieht sich zunächst auf die Dachgesellschaft des Verlags. Dem Beschluss zufolge sollen aber auch die beiden Mitgeschäftsführer von Unseld-Berkéwitz abberufen werden. Ein Gerichtssprecher sagte auf Anfrage, der Fall sei wegen der verschiedenen betroffenen Gesellschaften „extrem schwierig“.

Der Vorsitzende Richter Hartmut Gieritz, der als Einzelrichter entschied, erklärte zudem die Entlastung der Geschäftsführung aus dem Jahr 2011 für nichtig. „Es wird festgestellt, dass in der Gesellschafterversammlung ... vom 17.11.2011 folgender Beschluss gefasst worden ist: "Frau U.-B. wird als Geschäftsführerin aus wichtigem Grund abberufen."“, heißt es in der Entscheidung.

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