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20.09.2012

09:50 Uhr

Gerichtsurteil

Samsung darf Tablets in USA weiterhin nicht verkaufen

Die Südkoreaner hatten gefordert, das Verkaufsverbot für ihren Tablet-PC Galaxy in den USA aufzuheben. Das Gericht in San José lehnte dies jedoch ab – obwohl es Samsung eigentlich Recht gibt.

Im Rechtsstreit mit Apple hat Samsung erneut den Kürzeren gezogen. Ein Gericht verbietet weiterhin den Verkauf des südkoreanischen Tablets in den USA. dpa

Im Rechtsstreit mit Apple hat Samsung erneut den Kürzeren gezogen. Ein Gericht verbietet weiterhin den Verkauf des südkoreanischen Tablets in den USA.

New York/SeoulIm Patentstreit zwischen Apple und seinem südkoreanischen Konkurrenten Samsung hat das in den USA zuständige Gericht im kalifornischen San José es abgelehnt, ein seit Ende Juni geltendes Verkaufsverbot für Samsungs Tabletcomputer Galaxy 10.1 aufzuheben. Eine für Donnerstag angesetzte mündliche Anhörung dazu sagte das Gericht ab. Samsung zeigte sich „enttäuscht“. Richterin Lucy Koh erklärte, sie würde Samsung zwar Recht geben – sei aber nicht mehr zuständig, weil Samsung sich mittlerweile an eine höhere Instanz gewandt habe.

Koh hatte Samsung im August im Patentstreit zu einer Strafe von mehr als einer Milliarde Dollar verurteilt, weil der südkoreanische Konzern Apple-Patente für Smartphones und Tablet-PCs verletzt habe. Ab dem 6. Dezember soll es um eine mögliche Verdreifachung der Schadenersatzforderung wegen Patenverletzungen gehen sowie um ein von Apple gefordertes dauerhaftes Verkaufsverbot für acht Smartphones von Samsung in den USA.

Die Geschichte von Samsung

Konzern mit langer Geschichte

Smartphones, Fernseher, Computer, Kameras, und und und: Samsung ist einer der größten Elektronikhersteller der Welt. Die Geschichte des südkoreanischen Mischkonzerns begann Ende der 30er Jahre.

Trockennahrung und Getreidemühlen

Den Grundstein des Konzerns legte der Südkoreaner Lee Byung Chul bereits 1938 mit gerade einmal 25 US-Dollar in der Tasche. Er verkaufte Trockennahrung nach China. Nur ein Jahrzehnt später hatte sein anfangs kleines Unternehmen bereits eigene Getreidemühlen und Maschinen zur Herstellung von Konfekt.

Umzug im Korea-Krieg

Während des Koreakrieges (1950-53) musste Lee Byung Chul die Hauptstadt Seoul verlassen, in Busan eröffnete er eine Zuckerraffinerie. Nach dem Krieg gründete er auch eine Textilienfirma und baute eine Fabrik.

Lebensversicherungen

1963 kauft das Unternehmen die Dongbang Lebensversicherungen auf und macht sie zur heutigen Samsung Lebensversicherung. Die Tochtergesellschaft ist größter Versicherer in Südkorea.

Fernseher und Kühlschränke

Ende der 1960er Jahre fängt Samsung an, Elektronik zu produzieren. So kommt 1970 ein Schwarz-Weiß-Fernseher auf den Markt. Vier Jahre später erweitert der Konzern seine Palette um Waschmaschinen und Kühlschränke.

Telekommunikationsausrüstung

1980 übernahm Samsung einen Hersteller von Telekommunikationsausrüstung – die Grundlage für das heutige Handygeschäft.

Generationswechsel und Umstrukturierung

Nach dem Tod von Firmengründer Lee Byung Chul 1987 übernimmt dessen Sohn Lee Kun Hee die Geschäfte. Er teilte den Konzern in vier Gruppen, darunter die heute so bekannte Elektroniksparte.

Autotelefone und Smartphones

In den 1980er Jahren brachte Samsung erste Autotelefone heraus. In den 1990er Jahren verkaufte der Konzern Handys, seit den 2000er Jahren auch Smartphones. Inzwischen ist Samsung der größte Anbieter in diesem Segment, noch vor Apple und Nokia.

Tablet-Computer und intelligente Uhren

Apple hat mit dem iPad den Tablet-Markt geschaffen, Samsung macht dem kalifornischen Konzern mit seinen Galaxy-Tab-Geräten aber inzwischen enorm Konkurrenz. Außerdem hat der südkoreanische Hersteller mit der Galaxy Gear eine Smartwatch herausgebracht.

Die beiden Technologie-Unternehmen tragen ihren Patentstreit in zahlreichen Ländern der Welt aus. Die Gerichte kommen dabei zu unterschiedlichen Urteilen.

Von

afp

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