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04.04.2012

21:03 Uhr

„Germany’s Gold“

ARD und ZDF investieren in Online-Videoportal

VonHans-Peter Siebenhaar

ExklusivDie öffentlich-rechtlichen Sender nutzen ihre Gebührengelder um einen Zukunftsmarkt zu erobern. Sie investieren einen zweistelligen Millionenbetrag in eine Online-Videothek.

Monika Piel (r.), Vorsitzende der ARD, und Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). dapd

Monika Piel (r.), Vorsitzende der ARD, und Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR).

CannesDas umstrittene Videoportal von ARD und ZDF steht unmittelbar vor seiner Gründung. „In den nächsten Wochen wird die Gesellschaft gegründet“, sagte Alexander Coridaß, Geschäftsführer von ZDF Enterprises, auf der Film- und Fernsehmesse Mip-TV in Cannes, dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe). Das neue Unternehmen soll bis Ende April als GmbH in Berlin aus der Taufe gehoben werden. 

Bei „Germany’s Gold“, so der Arbeitstitel der Online-Videothek, werden die Gesellschafter, allen voran die Töchter von ARD und ZDF, tief in die Tasche greifen müssen. Aus Gesellschafterkreisen verlautete, das ein niedriger zweistelliger Millionen-Euro-Betrag notwendig sein werde. Eine offizielle Zahl wird von den Gesellschaftern derzeit noch nicht genannt. Es sind vor allem die hohen Kosten für Technik und Marketing, die offenbar ins Geld gehen.

Wie Gesellschafter bestätigen, soll es eine Doppelspitze geben. Die Namensfindung für die Firma läuft noch. Erste Vorschläge werden bereits diskutiert, berichten Beteiligte. Noch 2012 sollen sich dann Kunden Filme, Dokumentationen und Serien aus dem Internet herunter laden können. „Wir wollen noch in diesem Jahr starten, um das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen“, sagte Thomas Weymar, Geschäftsführer der ARD-Rechtevertriebstochter Global Screen und Gesellschafter des neuen Videoportals, in Cannes. 

Die Mehrheit an der neuen Firma werden ARD und ZDF über ihre kommerziellen Töchter, darunter sind ZDF Enterprises, Global Screen und WDR Media Group, mit jeweils 33 Prozent halten. Weitere 17 Prozent werden dem Münchener Filmproduzenten und ehemaligen Kirch-Vize Jan Mojto („Borgia“) gehören. Er besitzt die legendäre Filmbibliothek von Leo Kirch. Weitere insgesamt 17 Prozent entfallen auf eine Reihe von TV-Produzenten wie Brainpool („Stefan Raab“), Ziegler Film („Mordkommission Istanbul“), Schmidtz Katze („In Darkness“), NdF („Bergdoktor“) und Studio Hamburg („Rote Rosen“), eine Tochter des NDR.

Kommentare (11)

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GEZtapo

05.04.2012, 00:31 Uhr

Es wird Zeit die GEZ Gebühr auf 1 Euro pro Monat zu begrenzen.

Account gelöscht!

05.04.2012, 00:58 Uhr

Und wer ist mit drin... der Raab. Das muss man ihm schon lassen. Geschäftssinn hat'er :)
Was das Angebot an sich angeht halte ich es für sebstverständlich dass die Privaten Sturm laufen. Denn die erhalten für ihre Online-Angebote kein Zubrot von der
GEZtapo ;) bzw es wird ihnen sogar untersagt. Auch wenn ich von DSDS usw nicht viel halte steht es mir dennoch frei es zu sehen oder nicht ohne dafür zu zahlen.

DrFischer

05.04.2012, 01:19 Uhr

Wieso gibt es eigentlich noch keinen öffentlich- rechtlichen Pornokanal?

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