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14.02.2015

01:49 Uhr

Gerüchte um Elektro-Auto

Legt Apple sich mit Tesla an?

VonAxel Postinett

Die Spekulationen kochen hoch, doch keiner weiß Genaueres und Apple gibt keine Auskunft. Angeblich soll der Softwarekonzern an einem eigenen Auto arbeiten. Apples System CarPlay wäre also nur der Anfang.

Apple will es angeblich nicht bei der Software CarPlay für die Nutzung des iPhones in Autos belassen. Medienberichten zufolge arbeitet Apple an einem eigenen Auto. AFP

CarPlay-System von Apple

Apple will es angeblich nicht bei der Software CarPlay für die Nutzung des iPhones in Autos belassen. Medienberichten zufolge arbeitet Apple an einem eigenen Auto.

San FranciscoWas vor Monaten eher noch als Scherz gegolten hat, ist auf einmal ernster Diskussionsstoff. Apple forscht angeblich seit rund einem Jahr an einem Auto. Es soll elektrisch betrieben werden, berichtete das Wall Street Journal am Freitag mit Berufung auf interne Quellen, ohne Namen zu nennen. Am Fahrzeug im Format eines Mini-Vans mit dem Decknamen „Titan“ sind demnach „hunderte“ Angestellte beteiligt, die in einem Geheimlabor einige Kilometer abseits der Firmenzentrale in Cupertion arbeiten. Die Zahl ist bereits pro Tag inflationär: Kurz zuvor hatte die Financial Times noch über „Dutzende“ Auto-Forscher bei Apple berichtet. Wie üblich gibt es von Seiten Apples keinen Kommentar zu solchen Gerüchten.

Noch sind harte Fakten sehr dünn. Als Beleg wird immer wieder Johann Jungwirth angeführt, der das Forschungszentrum von Mercedes Benz im Silicon Valley geleitet hat und nun bei Apple arbeitet. Laut Wall Street Journal ist der verantwortliche Mann Steve Zadesky, ein ehemaliger Ford-Manager. Wie die FT, ebenfalls unter Berufung auf nicht genannte Quellen, meldet, hätten sich Apple-Designer zudem regelmäßig mit Managern und Ingenieuren der Autobranche getroffen und teilweise versucht, diese abzuwerben.

Begonnen hatte alles Anfang Februar, als ein schwarzer Mini-Van mit einer Kamera auf dem Dach in San Francisco gesichtet wurde. Angeblich ließ sich das Fahrzeug direkt zu Apple zurückverfolgen. Allerdings verwundert das auch viele Kommentatoren: Apple könne nicht so dumm sein, ein solches „Geheim-Auto“ direkt auf seinen Namen zuzulassen, wenn man nicht an sich schon wollte, dass die Geschichte die Runde macht. Es könnte auch einfach nur ein Forschungswagen für Telemetrie sein, so Vermutungen. Neue Software zur Steuerung von Autos.

Apple und die Computeruhr

Ein großes Team

Apple arbeitet laut Medienberichten mit einem großem Team an einer Computer-Armbanduhr: 100 Mitarbeiter seien daran beteiligt, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg. Darunter seien neben Designern und Software-Entwicklern auch Manager und Marketing-Experten. Die Größe der Mannschaft weise darauf hin, dass Apple bei der Entwicklung des Geräts über die Phase der Experimente hinaus sei.

Ein bisschen wie das iPhone?

Über die Funktionen wird bereits spekuliert. So soll das Gerät eine Oberfläche aus gebogenem Glas haben, wie die „New York Times“ erfahren haben will. Das „Wall Street Journal“ berichtet, dass Apple an einer Uhr arbeite, die einige Funktionen des iPhone übernehmen könne. Als besondere Herausforderung gilt die Akku-Laufzeit.

Der Name ist geschützt

Den Namen „iWatch“ will sich das Unternehmen offenbar bereits in mehreren Ländern schützen lassen.

Es gibt schon Konkurrenz

Die Idee an sich ist nicht neu. Schon jetzt bietet Sony eine Smartwatch an, eine ähnliche Idee steckt auch hinter der italienischen i'm Watch. Weitere Geräte wie das US-Projekt Pebble sind auf dem Weg.

Zwang zur Innovation

Apple-Chef Tim Cook steht unter Druck, ein neues innovatives Produkt vorzustellen. Die Aktie verlor seit den Höchstwerten im September massiv an Wert. Kritiker werfen Apple eine nachlassende Innovationskraft vor, weil das Unternehmen seit dem Start des iPad-Tablets 2010 nur Weiterentwicklungen bisheriger Geräte vorgestellt habe. Mit einer eventuellen „iWatch“ könnte Apple die Skeptiker widerlegen.

Danach berichtete Businessinsider.com von einer E-Mail eines Apple-Angestellten die eingegangen sei und von einem Projekt sprach, das „zu gut sei, um nicht dabei zu sein“. Es werde „Tesla ein Problem bereiten, noch Geld zu verdienen.“ Tesla ist der Produzent eines gleichnamigen Elektro-Autos, gegründet von Elon Musk. Der hatte zuletzt noch angemerkt, er halte irgendwann eine Bewertung seiner Firma in Höhe von Apple für denkbar. Apple ist das erste Unternehmen der Welt, das mehr als 700 Milliarden Dollar an der Börse wert ist. Das ist doppelt so viel wie Microsoft. Der ungenannte Apple-Mitarbeiter soll zudem berichtet haben, Tesla-Ingenieure würden reihenweise zu Apple überlaufen. Zuvor war noch an anderer Stelle gemeldet worden, dass Ingenieure in Scharen von Apple zu Tesla wechselten.

Keiner weiß also gar nichts. Für die einen ist es demnach eher ein vorgezogener Aprilscherz, für die anderen dagegen die größte Bedrohung für das Elektroauto Tesla. Wieder andere sehen es als gigantische Retourkutsche für den Erzfeind Google. Der versucht sich seit Jahren an einem zweisitzigen, selbstfahrenden Auto im Format eines Erdbeerkörbchens. Apple-Gründer Steve Jobs hatte zu Lebzeiten Google einen „nuklearen Krieg“ versprochen, weil es sich verraten gefühlt hatte. Googles damaliger Chef Eric Schmidt saß im Apple-Aufsichtsrat und auf einmal startete der Webriese „Android“, um das iPhone zu vernichten.

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