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07.10.2012

10:15 Uhr

Geschäftsjahr 2012

Telekom steuert auf  Milliarden-Verlust zu

VonDieter Fockenbrock

ExklusivDie Deutsche Telekom wird tief in die Verlustzone stürzen. Eigentlich hatten Analysten einen Milliardenüberschuss erwartet, doch daraus wird nun nicht. Der Grund dürfte Aktionären bekannt vorkommen.

Ein T-Mobile-Laden in Chicago, Illinois/USA. Die Deutsche Telekom fusioniert ihre Tochter T-Mobile USA mit dem örtlichen Rivalen MetroPCS. dpa

Ein T-Mobile-Laden in Chicago, Illinois/USA. Die Deutsche Telekom fusioniert ihre Tochter T-Mobile USA mit dem örtlichen Rivalen MetroPCS.

DüsseldorfDie Deutsche Telekom wird durch die Fusion ihres US-Geschäfts mit dem Konkurrenten MetroPCS tief in die Verlustzone stürzen. Das Geschäftsjahr 2012 wird der Bonner Konzern nach Berechnungen des Handelsblatt mit einem Verlust von mindestens 4,4 Milliarden Euro abschließen. Im ungünstigen Fall sind es sogar minus 5,5 Milliarden Euro Nettoergebnis.  Grund sind Milliarden schwere Abschreibungen auf T-Mobile USA. Der Konzern selbst beziffert die notwendigen Wertberichtigungen auf sieben bis acht Milliarden Euro. Der von Analysten bislang erwartete Jahresüberschuss von 2,6 Milliarden Euro wird damit aufgezehrt.

Die Telekom glaubte, ihre US-Tochter sei mehr wert als sich jetzt im Zuge der geplanten Fusion herausstellt. In den Büchern der Telekom steht  T-Mobile USA derzeit nach Handelsblatt-Berechnungen mit einem Nettowert von knapp 20 Milliarden Euro. Der Fusionspartner MetroPCS war offenbar aber nur bereit einen Unternehmenswert von umgerechnet zwölf Milliarden Euro  (etwa 15 Milliarden Dollar) zu akzeptieren. Die Telekom will eine Schulverschreibung in dieser Größenordnung  in die neue Gesellschaft einbringen. Das ist der Preis, den der deutsche Konzern für die Fusion von T-Mobile USA mit MetroPCS zahlt.

Auf das amerikanische Mobilfunkgeschäft muss die Telekom schon seit Jahren abschreiben, weil sich die Erwartungen des für 39 Milliarden Euro Anfang des Jahrtausends erworbenen Unternehmens Voicestream nicht erfüllten. Im Geschäftsjahr 2002 waren die Wertberichtigungen unter anderem auf Voicestream so hoch, dass die Telekom mit 24,6 Milliarden Euro Verlust den bis dahin höchsten Verlust eines Unternehmens in der deutschen Geschichte machte. Aber auch im Geschäftsjahr 2011 waren erneut 2,3 Milliarden Euro Wertberichtigung auf T-Mobile USA fällig.

 

 

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

07.10.2012, 10:33 Uhr

Und ich wurde hier noch im Forum beschimpft, als ich konstatierte, die Telekom zahle ihre Dividenden aus der Substanz (was langfristig ökonomischer Selbstmord ist, weil das Unternehmen ausblutet).
Quod erat demonstrandum, wie der Lateiner sagt, haha!

Account gelöscht!

07.10.2012, 11:05 Uhr

Hehehe..... genau zwischen die Augen!

Frank

07.10.2012, 11:08 Uhr

Mein ganz persoenlicher Eindruck ist, das Engagements deutscher Unternehmen in dem angelsaechsichen Raum sich verdaechtig oft als Gewinnabfuehrungsmodelle herausstellen.

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