Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.01.2010

16:19 Uhr

Geschäftskundensparte

T-Systems peilt Umsatzplus an

VonSandra Louven

Nach jahrelangen Umsatzrückgängen stellt die Geschäftskundensparte der Deutschen Telekom in diesem Jahr erstmals einen Zuwachs in Aussicht. „Es ist mein persönliches Ziel für 2010, den Umsatz zu steigern“, sagt T-Systems-Chef Reinhard Clemens. Analysten sind sich von den Ankündigungen begeistert.

Reinhard Clemens, der Chef der Geschäftskundensparte. Quelle: T-Systems

Reinhard Clemens, der Chef der Geschäftskundensparte.

BONN. In den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres waren die Erlöse noch um fünf Prozent auf 6,4 Mrd. Euro geschrumpft, Jahreszahlen nennt die Telekom Ende Februar. Den operativen Gewinn hat T-Systems durch Sparprogramme seit einigen Quartalen gesteigert. Möglich werden soll das Umsatzwachstum vor allem durch zwölf neue Großkunden, die Clemens in den vergangenen 18 Monaten gewonnen hat. Sie bringen einen Auftragswert von über 100 Mio. Euro und umfassen Großkonzerne wie Shell, MAN, Linde oder Philips.

Analysten zollen Clemens Respekt. „Er hat der Sparte neues Leben eingehaucht“, sagt Tobias Ortwein von Pierre Audoin Consultants. Er habe einen starken Vertrieb aufgebaut, der „mit aggressiven Preisen“ bei Kunden punkte.

Clemens selbst macht das Angebot für den Erfolg verantwortlich. „Wir sind die Einzigen, die SAP-Anwendungen aus der Cloud anbieten können“, sagt der Spartenchef stolz. Auch da pflichten ihm Experten bei. „T-Systems hat eine Sonderstellung, weil sie SAP über virtuelle Plattformen anbieten und den Kunden je nach Bedarf unterschiedliche Kapazitäten zur Verfügung stellen“, sagt Carlo Velten vom IT-Marktforscher Experton. Dieser Vorsprung werde aber schmelzen, wenn Wettbewerber nachziehen. Entscheidend für einen nachhaltigen Erfolg sei, ein eigenes System von Entwicklern und Partnern zu etablieren, das neue Dienste erfindet und vermarktet.

Clemens plant neue Partnerschaften und Zukäufe von Start-ups: „Wir wollen kleine Spieler übernehmen, aber keinen Umsatz kaufen.“ Er dementierte, dass T-Systems die IT-Sparte von Siemens übernehmen könne, um die sich seit langem Verkaufsgerüchte ranken. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass wir mit einem der Großen zusammengehen“, sagt Clemens. Das sind neue Töne – noch vor zwei Jahren suchte die Telekom händeringend einen Käufer oder großen Partner für T-Systems.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×