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04.01.2012

17:13 Uhr

Gescheiterte Verkaufspläne

Telekom erhält Drei-Milliarden-Dollar-Trostpflaster

Ausgerechnet kurz vor Weihnachten scheiterten die Verkaufspläne der Telekom an den US-Konzern AT&T. Ein Trostpflaster folgte noch vor dem Jahreswechsel - in Höhe von drei Milliarden Dollar. Das sah der Vertrag vor.

Kurz vor Weihnachten 2011 scheiterte der geplante Kauf am Widerstand der US-Wettbewerbsbehörden. dapd

Kurz vor Weihnachten 2011 scheiterte der geplante Kauf am Widerstand der US-Wettbewerbsbehörden.

BonnTrostpflaster für die Telekom: Der Bonner Konzern hat nach dem Scheitern der Verkaufspläne für seine US-Mobilfunktochter vom US-Konzern AT&T eine Ausgleichszahlung in Höhe von drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro) erhalten. Ein Telekom-Sprecher sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur dapd, das Geld sei bereits vor dem Jahreswechsel eingegangen und werde als Sondereffekt in das Ergebnis 2011 einfließen.

Die Deutsche Telekom hatten den Verkauf der zuletzt schwächelnden amerikanischen Mobilfunktochter T-Mobile USA an AT&T bereits im Frühjahr 2011 beschlossen. Der vereinbarte Kaufpreis lag bei 39 Milliarden Dollar. Doch war das Geschäft kurz vor Weihnachten am Widerstand der US-Wettbewerbsbehörden gescheitert. Für diesen Fall sah der Vertrag die nun bei der Telekom eingegangene Kompensationszahlung vor.

Außerdem erhält das Bonner Unternehmen von AT&T ein umfangreiches Paket aus Mobilfunk-Frequenzen sowie eine siebenjährige Vereinbarung über UMTS-Roaming innerhalb der USA. Der Wert dieses Pakets wird auf weitere drei Milliarden Dollar geschätzt. Nach Angaben von Konzernchef René Obermann handelt es sich um „die höchste je ausgehandelte Ausfallsumme“.

Allerdings dürfte der Milliardenbetrag nicht ungeschmälert in den Gewinn einfließen. So muss der Konzern Abschreibungen bei der US-Mobilfunktochter nachholen, die wegen der Verkaufspläne ausgesetzt worden waren. Hier handele es sich um „einen höheren dreistelligen Millionenbetrag“, hieß es im Unternehmen.

Noch schwerer dürften allerdings die nun notwendigen Investitionen in das US-Geschäft wiegen. Der Bonner Konzern hatte gehofft, durch den Verkauf des Sorgenkindes eine aufwendige Aufholjagd gegen die zuletzt übermächtige Konkurrenz vermeiden zu können.

Von

dapd

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