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19.09.2013

10:48 Uhr

Gesundheitsfirma gegründet

Google investiert ins ewige Leben

Der Internetkonzern Google wird in der Gesundheitsbranche aktiv. Eine neu gegründete Tochterfirma namens Calico beschäftigt sich mit Gesundheitsfragen und dem Älterwerden. Ein vielversprechender Wachstumsmarkt.

Für immer jung? Eine neue Google-Tochter erforscht das Altern der Menschen. ap

Für immer jung? Eine neue Google-Tochter erforscht das Altern der Menschen.

Mountain ViewDer Internetkonzern Google bekämpft das Altern. Eine neu gegründete Tochterfirma namens Calico wird sich mit Gesundheitsfragen beschäftigen, besonders mit dem Älterwerden und den damit verbundenen Krankheiten. „Ich bin sicher, dass wir Millionen Leben verbessern können“, erklärte Google-Chef Larry Page am Mittwoch im Firmenblog.

Chef der neuen Firma und Mitinvestor wird Art Levinson, der frühere Lenker des Biotechnologiekonzerns Genentech. Levinson steht heute unter anderem dem Verwaltungsrat von Apple vor. Apple-Chef Tim Cook gab dem Engagement seinen Segen, obwohl sich sein Konzern mit Google im Smartphone-Markt beharkt. „Ich freue mich auf die Ergebnisse“, erklärte Cook. „Das Leben vieler unserer Freunde und Verwandten wurde verkürzt, zu viele von ihnen haben eine geringere Lebensqualität. Art ist einer der Verrückten, die denken, dass das nicht so sein muss.“

Laut einem Bericht der Zeitschrift „Time“ soll Calico in erster Linie Daten zu typischen Alterserkrankungen weiterverarbeiten. In einem Interview des Magazins bemühte sich Page, möglicherweise überraschte Aktionäre zu beruhigen: Die Investitionen in das neue Unternehmen seien „sehr gering im Vergleich zum Kerngeschäft“ von Google, sagte er.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Der demografische Wandel wird in den nächsten Jahren dramatische Auswirkungen haben. In ihrer Bevölkerungsvorausberechnung stellten die Vereinten Nationen im Juli fest, dass im Jahr 2050 mehr als jeder sechste Mensch auf der Welt über 65 Jahre alt sein wird. Der Anteil der Senioren an der Weltbevölkerung wäre dann mehr als doppelt so hoch wie 2010.

Bereits Mitte des Jahrhunderts werden 15,6 Prozent der Weltbevölkerung älter als 65 Jahre sein. 2010 lag der Senioren-Anteil bei 7,7 Prozent. Gründe für diese Entwicklung seien eine höhere Lebenserwartung und niedrigere Geburtenraten, sagte Johanna Mischke vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden.

In absoluten Zahlen sieht die Entwicklung noch dramatischer aus. Folgt man der „mittleren Variante“ der UN-Vorausberechnung, werden 2050 weltweit rund 1,5 Milliarden Menschen über 65 Jahre alt sein. 2010 waren es rund 0,5 Milliarden Menschen.


Kommentare (4)

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Falk

19.09.2013, 12:37 Uhr

Nun, Lebensverlängerung und "ewiges Leben", sprich Unsterblichkeit, sind zwar zwei verschiedene Paar Stiefel, wenn google in die "Unsterblichkeit" investiert werden zumindest die "Transhumanisten" begeistert sein, denen es ebenfalls um die Optimierung des menschlichen Potentials geht, durch Implantation von Rechenleistung in den menschlichen Organismus mit dem Ziel zumindest eine Annäherung in Richtung "Unsterblichkeit zu erziehlen.

google stößt vor in den "visionären Bereich"
google glass ist der Anfang in Richtung holographisches Gehirn. lol

Falk

19.09.2013, 12:46 Uhr

Ziel mit "h" also Ziehl ist die Ergänzung eines irdischen Ziels mit dem Hamannschen "h".
Das Hamannsche "h" ist eine Ergänzung durch transcendente Inhalte und somit quasi- göttlicher Natur
also "Unsterblichkeit".
Dieser kleine Hinweis für diejenigen unter den Transhumanisten, die ein Ziel von einem Ziehl unterscheiden können. lol

sowat

19.09.2013, 13:50 Uhr

jau- richtig, kämpfen wir mal wieder gegen die Natur,- darin sind wir ja schon immer so erfolgreich gewesen...und ewiges Leben ist ja auch mal so wirklich erstrebenswert. Vorsichtshalber sollte man sich dann aber auch noch mal clonen lassen

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