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24.11.2015

15:14 Uhr

Gewaltdrohungen im Netz

Facebook geht härter gegen Hasskommentare vor

Seit Monaten wird Facebook für seinen Umgang mit Hasskommentaren kritisiert. Nun hat das weltgrößte Netzwerk eine härtere Gangart angekündigt und verspricht eine bessere Umsetzung der eigenen Community-Regeln.

Facebook kündigt einen härteren Kurs gegen Hasskommentare an. Reuters

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Facebook kündigt einen härteren Kurs gegen Hasskommentare an.

BerlinNach monatelanger Kritik hat Facebook einen härteren Kurs gegen Hasskommentare angekündigt. In Zukunft würden „in Deutschland Androhungen von physischer Gewalt als glaubhafte Drohungen eingeschätzt und entfernt“, teilte das weltgrößte Online-Netzwerk am Dienstag mit. Bisher sollten bei der Abwägung, ob ein Eintrag entfernt wird, mehrere Faktoren berücksichtigt werden – zum Beispiel, wie realistisch es erscheine, dass eine Drohung umgesetzt werde.

„Ich bin überzeugt, dass dies zur Folge hat: Es werden deutlich mehr kontroverse Inhalte auf Facebook in Deutschland gesperrt“, erklärte Facebook-Sprecherin Tina Kulow. Auch die Toleranz gegenüber leichtfertig dahingeschriebenen Kommentaren mit fremdenfeindlichem Unterton werde eingeschränkt. Dabei würden Facebooks sogenannte Gemeinschaftsstandards nicht geändert, „aber wir verbessern die Art und Weise, wie wir sie in Deutschland umsetzen, nachhaltig“.

Facebook wurde massiv vorgeworfen, fremdenfeindliche Inhalte auch nach Hinweisen von Nutzern nicht konsequent genug zu entfernen. Zudem stellte ein Würzburger Anwalt Strafanzeigen gegen Manager des Online-Netzwerks.

„Uns ist bewusst, dass einige Menschen Dinge auf Facebook gepostet haben, die Flüchtlinge bedrohen“, erklärte Facebook-Manager Richard Allan in einem Beitrag, der bei Facebook veröffentlicht wurde. „Wenn Menschen uns Inhalte dieser Art melden, kann es manchmal schwierig für unser Prüfteam sein, genau zu bewerten, ob es sich um eine direkte Drohung handelt oder um eine Meinungsäußerung oder einen Witz.“ Die Herausforderung bestehe darin, zu erkennen, wann eine Drohung echt sei.

Im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Facebook und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) hätte man die Richtlinien für die eigenen Teams nun „verbessert und aktualisiert“, so Allan. „Dies soll helfen, Inhalte in Deutschland, die Flüchtlinge bedrohen, zu identifizieren und zu entfernen.“ Die neuen Richtlinien würden „in den nächsten Tagen“ eingeführt.

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„Es ist gut, dass Facebook dem Druck endlich nachgibt und beginnt, sich zu seiner Verantwortung zu bekennen. Das kann aber nur ein erster Schritt und ein Zwischenergebnis unserer Task Force sein“, erklärte Bundesjustizminister Heiko Maas in einem Statement. Fremdenfeindliche und rassistische Hassbotschaften, die gegen Strafgesetze verstießen, müssten schneller und umfassender aus dem Netz verschwinden.

Die Meinungsfreiheit schütze auch geschmacklose Äußerungen. Die Grenze sei aber dort erreicht, wo es um Angriffe auf die Menschenwürde gehe, die als Volksverhetzung strafbar seien. „Für verbale Erniedrigungen, Aufstachlung zum Hass oder Gewaltaufrufe darf in sozialen Netzwerken genauso wenig Platz sein wie auf der Straße.“

Auf Maas' Initiative hin hatte sich eine Task Force gegen Hassparolen im Netz formiert, der sich mehrere Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen anschlossen, darunter Facebook, der US-Internetgigant Google und der Kurznachrichtendienst Twitter.

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