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20.01.2005

17:05 Uhr

Gewinn im vierten Quartal gestiegen

Ebay enttäuscht die Märkte

Das weltweit größte Internetauktionshaus Ebay hat trotz eines 44-prozentigen Wachstums bei Umsatz und Nettoergebnis die hochgesteckten Erwartungen der Analysten nicht erfüllt. Ein verhalten aufgenommener Ausblick sorgte am Donnerstag zudem für einen Kurseinbruch der Aktie.

HB SAN FRANCISCO. Zur Hauptferienzeit seien die Verkäufe in den Kernmärkten USA und Deutschland langsam angelaufen, teilte das im kalifornischen San Jose ansässige Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit. Außerdem habe ein schwacher Dollar die Erträge belastet. Zwar erfüllte Ebay die eigenen Prognosen, zum ersten Mal seit mindestens drei Jahren lag das Unternehmen jedoch unter den Erwartungen an der Wall Street. Im Sog der Ebay-Aktie, die im frühen Handel am Donnerstag mehr als 17 % auf rund 85 Dollar einbüßte, verloren auch die Titel anderer Internetunternehmen wie Yahoo, Google und Amazon.

Der Nettogewinn sei in den letzten drei Monaten 2004 um 44 % auf 205,4 Mill. Dollar oder 30 Cent je Aktie gestiegen, gab Ebay bekannt. Im Vorjahr hatte der Gewinn 142,5 Mill. Dollar oder 21 Cent pro Anteilsschein betragen. Ohne Berücksichtigung von Sonderfaktoren habe der Gewinn 33 Cent je Dividendenpapier betragen. Analysten hatten hier im Schnitt einen um einen Cent höheren Gewinn je Aktie erwartet. "Ich glaube, die Anleger sind es einfach nur gewohnt, dass Ebay die Erwartungen an der Wall Street übertrifft, und zwar nicht nur ein bisschen, sondern sehr deutlich", sagte der Präsident der Investmentgesellschaft Leeb Capital Management, Stephen Leeb. Janco Partners-Analyst Martin Pyykkonen stellte die Frage in den Raum, ob der US-Markt nicht langsam ein bisschen übersättigt werde.

Beim Nettoumsatz legte Ebay im vierten Quartal auf 935,8 (Vorjahr: 648,4) Mill. Dollar zu. Das Unternehmen selbst war im Oktober von 915 Mill. Dollar ausgegangen. Von Reuters befragte Analysten hatten Erlöse in Höhe von 934,4 Mill. Dollar erwartet.

Im laufenden Jahr will Ebay seine Investitionen auf 300 von zuvor 200 Mill. Dollar erhöhen und dabei vor allem China sowie den Bezahldienst PayPal stärken. "Nach unserer Ansicht ist das zum jetzigen Zeitpunkt das Beste, was wir tun können", sagte Ebay-Chefin Meg Whitman in einer Analystenkonferenz. Das Unternehmen machte keine Angaben darüber, wann es auf dem hart umkämpften chinesischen Markt mit Gewinnen rechne. "Ich glaube, das Geschäftsmodell ist immer noch sehr intakt", sagte Michael Koskuba von Victory NewBridge in New York mit Blick auf die Investitionsankündigung. Das Unternehmen mache dort Investitionen, wo es beträchtliches Wachstum sehe, fügte er hinzu.

Für das laufende erste Geschäftsquartal prognostizierte das Online-Auktionshaus Erlöse zwischen 1,01 Mrd. und 1,03 Mrd. Dollar. Den Gewinn je Aktie vor Sonderposten sieht Ebay in den drei Monaten zwischen 34 und 35 Cent und damit unter den Prognosen von Analysten, die im Schnitt 40 Cent je Dividendenpapier erwarten. Im Gesamtjahr 2005 will das Unternehmen bei Erlösen zwischen 4,25 Mrd. und 4,35 Mrd. Dollar 1,48 bis 1,52 Dollar je Aktie vor Sonderposten verdienen. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Umsatz von 4,37 Mrd. Dollar und einem Gewinn je Aktie von 1,62 Dollar.

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