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23.01.2007

09:42 Uhr

Gewinn- und Umsatzeinbruch

Fusion zieht Alcatel-Lucent runter

Die beiden Telekomausrüster Alcatel und Lucent sind im vergangenen Jahr mit großen Synergie-Versprechen fusioniert. Doch die Realität sieht anders aus. Im abgelaufenen Vierteljahr brachen Gewinn und Umsatz ein. Die Anleger reagierten fast schon panisch.

Lucent-Chefin Patricia Russo führt den Gesamtkonzern. Foto: ap Quelle: ap

Lucent-Chefin Patricia Russo führt den Gesamtkonzern. Foto: ap

HB PARIS. Seinen vorläufigen und ungeprüften Geschäftszahlen zufolge hat der Konzern im vierten Quartal so gut wie keinen Betriebsgewinn gemacht nach einem Plus von 570 Mill. Euro vor einem Jahr. Pro forma belaufe sich der bereinigte Umsatz voraussichtlich auf nur noch 4,42 Mrd. Euro nach 5,25 Mrd. Euro vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Dienstagmorgen mitteilte. Die Aktie stürzte um fast 10 Prozent in die Tiefe.

Alcatel-Lucent führte den Geschäftsrückgang auf Anlaufschwierigkeiten des fusionierten Geschäftes zurück. Der Zusammenschluss habe Mitarbeiter und Kunden verunsichert und zudem sehr viel Aufmerksamkeit verschlungen. Das vierte Quartal sei darüber hinaus durch einen steigenden Wettbewerb im weltweiten Mobilfunkmarkt sowie Verschiebungen der Investitionen einiger Großkunden in Nordamerika geprägt gewesen, sagte CEO Patricia Russo.

Branchenexperten nannten die Zahlen „schrecklich“. Sie warnten jedoch vor einer Überreaktion, da die Zahlen wegen der Fusion möglicherweise nicht aussagekräftig seien. Zur besseren Vergleichbarkeit weist Alcatel-Lucent Pro-forma-Zahlen aus, die das damals noch getrennte Geschäft der beiden Gesellschaften zusammenfassen.

Konzernchefin Russo zeigte sich zuversichtlich, dass das neue Unternehmen 2007 wieder zu Wachstum zurückkehren wird. Der Markt bleibe aber sehr wettbewerbsintensiv. Deswegen würden zusätzliche Maßnahmen ergriffen, um die Kosten zu senken. Zusammen mit den ursprünglich anvisierten Synergien geht Alcatel-Lucent für 2007 nun von Einsparungen von mindestens 600 Mill. Euro aus. Dies sind den Angaben zufolge 200 Mill. Euro mehr als das ursprünglich genannte Ziel.

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