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08.01.2015

09:09 Uhr

Gewinneinbruch bei Smartphonehersteller

Konkurrenz drückt Samsungs Zahlen in den Keller

Vor allem lokale Konkurrenten setzen dem Smartphone-Primus Samsung zu. Die Südkoreaner mussten im vergangenen Jahr den ersten Ergebnisrückgang seit 2011 hinnehmen. Auch für 2015 erwarten Experten einen weiteren Rückgang.

Das Elektrounternehmen ist in Europa äußerst aktiv. AFP

Samsung-Logo

Das Elektrounternehmen ist in Europa äußerst aktiv.

SeoulDer härtere Konkurrenzkampf bei Smartphones hat bei Weltmarktführer Samsung im vergangenen Jahr tiefe Spuren im Ergebnis hinterlassen. Für 2014 erwartet das führende südkoreanische Technologieunternehmen zum ersten Mal seit 2011 wieder einen Rückgang des operativen Gewinns. Das geht aus dem Ergebnisausblick für das Schlussquartal hervor, den der größte Hersteller von Handys, Speicherchips und TV-Geräten am Donnerstag veröffentlichte.

Demnach fiel der Gewinn aus den gewöhnlichen Geschäftstätigkeiten in den Monaten Oktober bis Dezember im Jahresvergleich um 37,4 Prozent auf 5,2 Billionen Won (vier Milliarden Euro). Im Gesamtjahr würde das einen Rückgang um 32 Prozent auf 24,9 Billionen Won bedeuten.

Trotzdem fiel der Quartalsausblick besser als von Marktexperten erwartet aus. Im dritten Quartal 2014 hatte der operative Gewinn etwa vier Billionen Won betragen.

Angriff von zwei Seiten

Smartphone-Konkurrenz nimmt Samsung in die Zange

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Vor allem im Chip-Geschäft dürfte Samsung deutlich zugelegt haben. Im vierten Quartal sei der operative Gewinn um vermutlich 23 Prozent gestiegen, berichtete die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf das südkoreanische Wertpapierhaus IBK Securities.

Samsung kommentierte die Zahlen zunächst nicht. Endgültige Quartalszahlen einschließlich des Überschusses werden, wie üblich, am Ende des Monats nachgeliefert.

Auch beim Umsatz konnte die Flaggschiff-Tochter der Samsung-Gruppe in den Monaten Oktober bis Dezember im Vergleich zum vorangegangenen Quartal zulegen. Danach lag der Erlös den eigenen Schätzungen zufolge bei 52 Billionen Won, nach 47,45 Billionen Won im dritten Quartal. Im Jahresvergleich bedeutet das jedoch einen Rückgang um 12,3 Prozent.

Smartphone-Markt im Wandel

Samsung weniger dominant

Samsung ist der mit Abstand größte Hersteller von Smartphones, doch die Dominanz bröckelt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der südkoreanische Konzern 78,1 Millionen Smartphones und damit deutlich weniger als ein Jahr zuvor, als er 85 Millionen Geräte absetzte. Der Marktanteil sank von 32,5 auf 23,8 Prozent, wie der Marktforscher IDC ermittelt hat. Wegen niedrigerer Verkaufspreise sinkt auch der Profit.

Apple setzt auf Premium

Apple hält seinen Marktanteil mit 12 Prozent weitgehend stabil. Der Absatz stieg deutlich auf 39,3 Millionen Geräte, wozu die neuen Modelle iPhone 6 und iPhone 6 Plus einen deutlichen Beitrag leisteten. Weil der Konzern Premiumpreise verlangt, arbeitet er mit Margen, um die ihn die Konkurrenten beneidenk.

Xiaomi holt rasant auf

Im Westen ist Xiaomi kaum bekannt, doch in China ist der Smartphone-Hersteller äußerst populär. Dank dreistelliger Wachstumsraten ist das Unternehmen nun mit einem Marktanteil von 5,3 Prozent drittgrößer Hersteller. Im dritten Quartal verkaufte er 17,3 Millionen Handys, wozu vor allem das Highend-Gerät Mi4 beitrug. Die spannende Frage: Kann Xiaomi auch im Westen Fuß fassen?

Lenovo wächst mit Motorola

Lenovo hat sich als PC-Hersteller einen Namen gemacht, drängt aber auch in den wachsenden Smartphone-Markt. Im dritten Quartal 2014 verkaufte der Konzern 16,9 Millionen Geräte, vor allem in Asien, dem Nahen Osten und Afrika. Der Marktanteil betrug 5,2 Prozent. Mit der Übernahme von Motorola dürfte der Konzern weiter wachsen.

LG legt deutlich zu

Der koreanische Hersteller LG verkauft viele günstige Geräte, ist mit dem G3 aber auch im Premiumsegment vertreten. Im dritten Quartal verkaufte er laut IDC 16,8 Millionen Geräte und sicherte sich damit 5,1 Prozent des Smartphone-Marktes. Das Resultat: LG konnte zuletzt auch den Gewinn deutlich steigern.

Große Namen, kleiner Marktanteil

Jenseits der Top 5 finden sich viele bekannte Namen: Sony und Blackberry etwa, aber auch Microsoft als Käufer der Nokia-Gerätesparte. Auch der chinesische Hersteller Huawei zählt dazu. 48,6 Prozent des Marktes fallen in diese Sammelkategorie, die IDC nicht weiter aufschlüsselt.

Die Zahlen zeugen vom harten Kampf auf dem Smartphone-Markt. Besonders in Asien machten zuletzt lokale Hersteller Samsung seine Spitzenposition im Geschäft mit Handys und Smartphones streitig, wie Markterhebungen in Indien und China zeigen. Daneben verzeichnete im Oberklasse-Segment vor allem Apple mit seinen beiden Modellen des iPhone 6 große Absatzerfolge. Damit setzten die Rivalen den Südkoreanern sowohl bei günstigen als auch bei teuren Geräten zu. Zu den angekündigten Wettbewerbsstrategien von Samsung Electronics gehört auch eine starke Reduzierung der Smartphone-Auswahl.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Herr Alfred Werner

08.01.2015, 12:28 Uhr

Mit dem heutigen Tag hat das Handelsblatt für mich die Kommentarfunktion endgültig abgeschafft. Es wäre mutig und notwendig gewesen, heute in allen europäischen Presseerzeugnissen die Karikaturen aus Charlie Hebdo abzudrucken, um wahre Solidarität und klare Kante zu zeigen. Nichts davon. Statt dessen werden überall die Kommentarfunktionen abgeschaltet. Dieses schäbige und opportunistische Verhalten wird sich bitter rächen.
Glaubt nicht, dass Ihr den Islamismus durch "Wohlverhalten" und Appeasement beeindrucken könnt. Auch Ihr habt eine Redaktion.
Die Terroristen haben bereits gewonnen, wir haben verloren.
Lebt wohl. Ein ab sofort ehemaliger Leser.

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