Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.02.2014

03:37 Uhr

Google

Benimmregeln für die Datenbrille

VonAxel Postinett

Google sagt den Testern seiner neuen Datenbrille, wie sie sich in der Öffentlichkeit benehmen sollen. Nicht ohne Grund: Sie sind Googles Aushängeschild. Und der Ruf ist schneller ruiniert, als die Brille auf dem Markt ist.

Benimm-Regeln: Google-Mitgründer Sergey Brin mit einer Datenbrille. AFP

Benimm-Regeln: Google-Mitgründer Sergey Brin mit einer Datenbrille.

San FranciscoSergey Brin ahnte schon früh, dass es noch Ärger geben würde. Als der Hau-Ruck-Blogger Robert Scoble Mitte 2013 auf der Hausmesse Google I/O eine Frage an den Mitgründer des Webriesen Google stellen wollte, fiel ihm der Google-Gründer direkt ins Wort.

„Robert, das Bild unter der Dusche hat mir überhaupt nicht gefallen“, belehrte ihn der Fan von "Glass". Er selbst wurde schon im Restaurant mit der Datenbrille auf der Nase gesichtet. Der Blogger Scoble dagegen hatte ein Bild von sich mit Datenbrille unter der Dusche stehend aufgenommen.

Googles Brille hat eine eingebaute Kamera mit Mikrofon, einen kleinen Bildschirm am rechten Augenrand und ist per Smartphone mit dem Internet verbunden. Sie zeigt an, ob E-Mails eingegangen sind, kann aber auch Videos ins Web hochladen.

Google Glass

Prestigeprojekt des Gründers

Die Datenbrille ist für den Internet-Konzern ein Prestigeprojekt – Mitgründer Sergey Brin kümmert sich darum persönlich. Seine Vision: Mithilfe des kleinen Bildschirms soll das Internet noch nahtloser in den Alltag integriert werden, etwa indem dort Informationen wie Wegbeschreibungen, E-Mails oder das Wetter eingeblendet werden.

Erste Geräte für Tester

Google Glass war anfangs noch nicht reif für den Massenmarkt, Google versorgte einige Tausend Testnutzer mit Brillen. Sie mussten 1500 Dollar plus Steuern zahlen. Im April will der Konzern das Gerät in den freien Verkauf geben, allerdings nur in den USA und in begrenzter Stückzahl.

Olympus arbeitet an Datenbrille

Auch andere Unternehmen arbeiten an einer Datenbrille, etwa Olympus und Epson. Allerdings richten sich die Konkurrenzmodelle nicht unbedingt an Privatnutzer, sondern eher an Unternehmen, die eines Tages etwa Lagerarbeiter damit ausstatten könnten.

Andere tragbare Computer

Andere Anbieter arbeiten ebenfalls an tragbaren Geräten, die sich mit dem Computer verbinden können. So haben diverse Unternehmen, darunter Samsung, Sony und das Start-up Pebble, Smartwatch-Modelle im Angebot, die Nachrichten auf einem kleinen Monitor am Handgelenk anzeigen und ermöglichen, auf Anrufe zu reagieren.

Deshalb gab es jetzt per Blogeintrag eine kleine Erinnerung an alle Tester, wie man sich aufführen sollte. Die Ratschläge, so Google, habe man sich von vielen Glass-Testern eingeholt. Demnach sollte man zum Beispiel: Um Erlaubnis fragen.

Wer „alleine in einer Ecke des Raumes steht und die Leute mit der Kamera aufnimmt, macht sich keine Freunde“, heißt es ohne Umschweife. Also vorher fragen, ob jemand etwas gegen Fotos oder Videos hat. Würde man mit dem Smartphone ja auch machen.Die Bildschirmsperre nutzen, um unerlaubte Nutzung zu vermeiden, wenn man die Brille mal abgelegt hat.

Vermeiden sollte man hingegen: Übermäßige Nutzung. Ständiges Starren auf den Bildschirm im Augenwinkel macht uncool, warnt Google. Wer immer schräg in die Ecke guckt, wirkt nur bescheuert auf Leute um ihn herum. Kurze Info abrufen, ja. Aber dann wieder dem/den Anwesenden zuwenden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×