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02.01.2016

11:51 Uhr

Google, Facebook, Apple

Der digitale Fortschritt steht im Silicon Valley im Stau

Im Silicon Valley werden zwar jeden Tag Hightech-Produkte erfunden, kann aber eines seiner dringendsten Probleme selber nicht lösen: den Transport. Die Bucht von San Francisco an der US-Westküste ist voller Staus.

Im Berufsverkehr stehen viele Autofahrer im Stau. ap

Stau in San Francisco

Im Berufsverkehr stehen viele Autofahrer im Stau.

Mountain ViewAn kaum einem anderen Ort der USA dürften so viele Menschen gleichzeitig eineinhalb Stunden für den Weg zur Arbeit brauchen – in eine Richtung. Abends stellen sie sich wieder an. Weil die Tech-Wirtschaft boomt, sind Highways und öffentlicher Transport zwischen dem Silicon Valley und San Francisco völlig überlastet.

Brandon, 38, arbeitet schon lange im Valley und wohnt seither auch dort, in Googles Heimatstadt Mountain View. Aber seit kurzem hat der Software-Entwickler einen Job bei einem Start-up in San Francisco, 60 Kilometer entfernt. Ein Umzug komme nicht in Frage, sagt Brandon. Der Grund: Das Wohnen in San Francisco sei noch teurer als im Valley. Also pendelt er seit einem halben Jahr. „Ich habe schon alles probiert: Mit dem eigenen Auto – da musste ich um 5 Uhr morgens losfahren, wenn ich den Stau umgehen wollte. Der Zug ist voll, braucht auch ewig und hat kein Wifi. Außerdem gibt es vom Bahnhof in San Francisco keinen Anschluss weiter zum Büro. Jetzt versuche ich es mal mit Uber.“ Der Fahrdienst-Vermittler testet gerade einen neuen Service: morgens zwischen 6 und 10 Uhr für nur 18 US-Dollar vom Silicon Valley nach San Francisco. „Pool to SF“ sammelt dabei mehrere Mitfahrer ein, die meisten von ihnen sind mürbe vom Warten im Stau.

Auf der einen Seite ist die „San Francisco Bay Area“ ein Kraftwerk an Ideen, auf der anderen Seite aber ein hoffnungsloser Fall an öffentlicher Infrastruktur. Im Gegensatz zum Valley haben vergleichbar große Metropolregionen wie Zürich oder München geschafft, ein gutes Netz aus Bahn, Bus und Radwegen aufzubauen – als Alternative zum Auto.

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Wer zum ersten Mal ins Silicon Valley kommt, könnte vollautomatische Elektrozüge ohne Fahrer oder Schaffner erwarten, die mit Hochgeschwindigkeit geräuschlos dahingleiten. Stattdessen schnauft und tutet der „Caltrain“ durch das Tal. Mit meist antiquierten Diesellokomotiven, deren durchdringende Sirene Tag und Nacht weithin zu hören ist und die über eine Stunde vom Valley bis Downtown San Francisco brauchen.

Öffentliche Busse, die dieses riesige Hightech-Gewerbegebiet rings um Cupertino und Menlo Park verbinden, wo sich die Firmensitze von Apple und Facebook befinden? Fehlanzeige. Radwege gibt es, aber sie werden kaum genutzt. „Wir glauben nicht an das Fahrrad“, ist ein Satz, den man öfter hört. Die „Techies“ im Silicon Valley erfinden stattdessen Uber und entwickeln wie Google selbstfahrende Roboterautos. Zumindest im Moment sind die Straßen verstopft und Parkplätze schwer zu finden.

Oder dann wird eben eine neue App erfunden. So bietet der Service „Luxe“ in San Francisco „Valet-Parking“ für jedermann. Dabei ruft der Fahrer kurz vor seiner Ankunft jemanden herbei, der das Auto dann später einparkt. Letztgenannter fährt mit einem Klapp-Roller vor, stellt das Fahrzeug an einem sicheren Ort und bringt es zurück, wann immer man es braucht. Für fünf US-Dollar die Stunde oder 15 US-Dollar am Tag.

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