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08.10.2016

15:36 Uhr

Google kauft Youtube

Ein Mega-Deal in nur 72 Stunden

Vor zehn Jahren übernahm Google für 1,65 Milliarden Dollar Youtube – damals eine Rekordsumme. Das kleine Start-up entwickelte sich zum großen Video-Imperium. Doch Youtube gerät auch immer wieder in die Kritik.

Bei einem Geheimtreffen mit den Google-Verantwortlichen in einem unauffälligen Restaurant waren die YouTube-Gründer Chad Hurley (l) und Steve Chen (r) zu nervös, um etwas zu essen. dpa

YouTube-Gründer

Bei einem Geheimtreffen mit den Google-Verantwortlichen in einem unauffälligen Restaurant waren die YouTube-Gründer Chad Hurley (l) und Steve Chen (r) zu nervös, um etwas zu essen.

BerlinDer Mega-Deal wurde in einem Restaurant am Rande des Highways eingefädelt. Alles sollte möglichst unauffällig über die Bühne gehen. Vor genau zehn Jahren kaufte der Internet-Riese Google für 1,65 Milliarden Dollar die Videoplattform Youtube. Es war der bis dato teuerste Zukauf in der Google-Geschichte – und vielleicht einer der schnellsten Deals dieser Art.

An einem Wochenende im Oktober 2006 wurde das Geschäft festgezurrt. Das Ganze habe sich innerhalb von 72 Stunden abgespielt, erinnerte sich Youtube-Mitgründer Steve Chen beim diesjährigen South-by-Southwest-Festival in Texas. „Von den ersten Übernahme-Gesprächen bis zur Bekanntgabe nach Börsenschluss am Montag.“

Der einstige Google-Chef Eric Schmidt verkündete damals: „Das ist der nächste Schritt in der Evolution des Internets.“ Nur 19 Monate zuvor, im Februar 2005, hatten die drei ehemaligen PayPal-Mitarbeiter Chen, Chad Hurley und Jawed Karim YouTube gegründet, das eigentlich als Dating-Plattform starten sollte.

„Die Idee war, dass sich die Leute mit Kurzvideos vorstellen“, sagte Chen. Nachdem sich aber nach fünf Tagen niemand gemeldet habe, sei der Dienst für alle möglichen Videos geöffnet worden. „Somit kamen dann auch die süßen Katzenvideos und alles andere.“

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Nach den Anlaufschwierigkeiten setzte der Erfolg rasant ein: Youtube zählte nach eineinhalb Jahren etwa 100 Millionen Videoabrufe pro Tag. Mehrere Interessenten klopften bei dem Start-up an, das mit etwa 65 Mitarbeitern im kalifornischen San Bruno agierte.

„Aber Google war die richtige Wahl“, sagte Chen rückblickend. Das Start-up habe dringend Hilfe bei der Internationalisierung, aber auch in technischen Bereichen gebraucht. Mehr als 50 Prozent der User kamen nach Angaben des heute 38-Jährigen bereits von außerhalb der USA. Zudem zeichnete sich die mobile Internetnutzung als wichtiger Markt ab.

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