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25.07.2017

04:50 Uhr

Google-Mutter

Alphabet kann nicht überzeugen

VonAxel Postinett

Bei Alphabet ist der Umsatz mehr als erwartet gestiegen und der Gewinn wie erwartet eingebrochen. Doch das Quartalsergebnis macht viele Anleger nervös. Denn Google hat etwas mit Facebook und Amazon gemeinsam.

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San FranciscoDie Reaktion kam schnell und deutlich: Nach Vorlage der Quartalszahlen brachen die Klasse-A-Aktien von Google-Mutter Alphabet im nachbörslichen Handel um bis zu 3,3 Prozent auf 966 Dollar ein. Während der offiziellen Börsensitzung war der Wert in Erwartung guter Zahlen bis auf über 1000 Dollar angestiegen. Nun stellen sich Investoren die bange Frage, ob die Kursschwäche nur Alphabet oder den ganzen Tech-Sektor treffen wird. Ist der Tech-Markt vielleicht einfach schon zu „heiß“, die Bewertungen zu hoch?

Eigentlich war alles besser als erwartet. Der Umsatz im abgelaufenen Quartal lag mit 26,01 Milliarden Dollar (22,4 Milliarden Euro) um 21 Prozent über dem Vorjahreswert und auch über den Erwartungen der Wall Street. Der Nettogewinn hatte schwer gelitten, aber das war bekannt. Eine EU-Strafe von fast 2,8 Milliarden Dollar forderte ihren Tribut.

Die EU-Wettbewerbshüter und Google

Februar 2010

EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia startet eine Wettbewerbsprüfung nach der Beschwerde von Microsoft über eine Benachteiligung bei der Internet-Suche.

November 2010

Die Kommission eröffnet ein förmliches Verfahren. Es geht unter anderem darum, dass Konkurrenten wie Preissuchmaschinen zugunsten eigener Google-Dienste benachteiligt worden seien.

Juli 2012

Google schlägt erste Zugeständnisse vor. Der Konzern betont zugleich stets, man mache Dienste für Nutzer, denen man die besten Ergebnisse anzeigen wolle - und nicht für andere Suchmaschinen.

Februar 2013

Google legt einen ausführlichen Vorschlag zur Beilegung der Ermittlungen vor. Mehrere Beschwerdeführer fordern jedoch ein härteres Vorgehen der EU-Kommission.

April 2013

Wegen Wettbewerbsbehinderung reichen Microsoft, Nokia und einige andere Wettbewerber Beschwerde gegen Googles Geschäftspolitik beim Mobil-System Android ein.

Februar 2014

Google weitet seine Zugeständnisse bei der Web-Suche aus. Der EU-Kommissar Almunia strebt eine Beilegung des Verfahrens auf der neuen Basis an.

Juni 2014

Unabhängige Musikfirmen reichen eine Beschwerde gegen Googles Videoplattform YouTube ein. Sie werfen dem Dienst Druck bei Rechteverhandlungen vor.

November 2014

In der neuen EU-Kommission übernimmt die dänische Politikerin Margrethe Vestager den Posten als Wettbewerbskommissarin.

April 2015

Die Kommission wirft Google formell Wettbewerbsverstöße bei der Shopping-Suche vor. Zugleich leitet EU-Kommissarin Vestager ein Verfahren zu Android ein.

Juli 2016

Die Kommission wirft Google vor, anderen Suchmaschinen Steine in den Weg zu legen. Die Vorwürfe zur Shopping-Suche werden bekräftigt.

Juni 2017

EU-Kommissarin Vestager brummt Google wegen der Shopping-Suche eine Rekordstrafe von 2,42 Milliarden Euro auf.

Ein Einbruch von 23 Prozent bei den „Cost per Click“, also das, was Werbekunden bereit sind für eine Anzeige auf einer Google-Webseite zu bezahlen, überraschte die Anleger allerdings. Die Analysten hatten mit nur 15 Prozent weniger gerechnet. Hier macht sich offenbar ein anhaltender Trend bemerkbar: Der Werbemarkt wächst hauptsächlich auf mobilen Geräten und bei Youtube. In beiden Bereichen sind die Margen schwächer als im PC-Werbesegment. Die Kosten für die Weiterleitung von Surfern durch Partner auf Google-Webseiten kletterten ebenso stärker als erwartet auf 5,09 Milliarden Dollar.

Außer den bekannten Allgemeinplätzen, wie gut das Geschäft laufe, gab es in punkto Youtube kaum genauere Details. Finanzchefin Ruth Porat räumte im Analystengespräch sogar ein, intern werde nicht darüber nachgedacht, Youtube-Zahlen in der Zukunft separat zu veröffentlichen.

Porat bestätigte ebenfalls, dass ein Anstieg von 15 Prozent beim Betriebsergebnis in erster Linie einer Absenkung der Investitionen in den Internet-Anbieter Google Fiber zu verdanken ist. Fiber hat große Mühen, gegen die Konkurrenz von Comcast und AT&T Internetanschlüsse zu verkaufen.

Wenig Erhellendes gab es zum Cloud-Computing. Nachdem Rivale Microsoft mit einem Wachstum von 97 Prozent bei seiner Cloud-Plattform „Azure“ die Messplatte hochgelegt hatte, war es an Google zu zeigen, dass man den Kampf um Platz zwei noch nicht aufgegeben hat. Aber Fakten blieben aus.

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