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22.04.2016

06:26 Uhr

Google-Mutterkonzern

Anleger lassen die Alphabet-Aktie fallen

VonAxel Postinett

Der Google-Konzern Alphabet wächst prächtig. Wenn da nicht zwei Kennzahlen wären, die den Anlegern den Angstschweiß auf die Stirn treiben – und die EU, die Google an die kurze Leine legen will.

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San FranciscoEs war ein schwarzer Tag für die Gründer und Großaktionäre Sergei Brin und Larry Page. Nachdem ihr Konzern Alphabet am Abend seine Zahlen zum ersten Quartal präsentiert hatte, reagierte die Börse mehr als verschnupft. Nachbörslich ging es mit dem Kurs um bis zu acht Prozent abwärts. Am Ende lag er mit 714 Dollar rund 5,7 Prozent im Minus. Der Anteil von Brin und Page war daraufhin zusammengenommen rund vier Milliarden Dollar weniger wert.

Alphabet, die Obergesellschaft über dem Internet-Powerhaus Google und seinen zahlreichen Abenteuer-Projekten – darunter selbstfahrende Autos, Gesundheits-Forschung und das Geheimlabor Google X – quetschte zwar aus einem Nettoumsatz von 16,5 Milliarden Dollar (20,26 Milliarden Dollar brutto) in gewohnter Manier satte 4,2 Milliarden Dollar Nettoergebnis nach Bilanzstandard GAAP raus. Doch das war weniger als erwartet.

Die Gründe: Der Personalbestand war um knapp 10.000 Mitarbeiter gewachsen, die zahlreichen Randaktivitäten, die sogenannten „Other Bets“ verdoppelten zwar den Umsatz auf 1,66 Milliarden Dollar, vergrößerten gleichzeitig aber auch den operativen Verlust um gut 200 auf 802 Millionen Dollar im Vergleich zum Vorjahr.

Es war aber die Kennzahl CPC, oder „Cost per Click“, bei der die Aktionäre rot sahen. CPC sagt aus, wie viel Umsatz Google macht, wenn ein Surfer auf irgendeine bezahlte Anzeige im Konzern-Weltreich klickt. Dieser Wert sank um neun Prozent. Mit CPC geht es schon seit mehreren Quartalen bergab, im vierten Quartal 2015 waren es minus 13 Prozent.

Der Grund liegt im Wandel der Google-Nutzung. Immer mehr Surfer greifen über ein Smartphone auf die Suchmaschine zu und dafür erhält der Konzern weniger Geld als wenn es ein Klick auf einem Laptop ist. Das räumt Google auch ein. Warum? Auf einem PC kauft der Kunde schneller auch mal was. Auf dem Smartphone ist es vielen zu mühsam, sich durch Menüseiten zu hangeln, Bestellformulare auszufüllen und Kreditkartennummern einzugeben.

Also muss, um ein Umsatzplus auszuweisen, die Zahl der geklickten Anzeigen stärker wachsen als der Rückgang bei den Erträgen. Bislang funktioniert das. Rund 29 Prozent mehr Anzeigen wurden angeklickt, aber der Werbeumsatz – der mit 1,8 Milliarden praktisch den Holding-Umsatz liefert – stieg nur um 16 Prozent.

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