Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.03.2013

22:53 Uhr

Google-Personalwechsel

Android-Erfinder Andy Rubin hat genug

Erst hat er als Entwickler bei Apple gearbeitet, dann gründete er das Start-Up Android, dessen Chef er auch bei Google blieb - doch jetzt will Andy Rubin etwas anderes machen. Google reagierte schnell.

Googles Betriebssystem Android bekommt einen neuen Chef - Gründer Andy Rubin geht. dpa

Googles Betriebssystem Android bekommt einen neuen Chef - Gründer Andy Rubin geht.

Mountain ViewDer Kopf hinter Googles erfolgreichem Smartphone-Betriebssystem Android, Andy Rubin, hört auf. „Andy hat entschieden, dass es an der Zeit ist, die Zügel aus der Hand zu geben und ein neues Kapitel bei Google zu beginnen“, schrieb Konzernchef Larry Page am Mittwoch im Firmenblog. Zu den genauen Gründen des Wechsels sowie dem neuen Job schwieg sich Page indes aus.

Der ehemalige Apple-Entwickler Rubin hatte 2003 das Start-up Android gegründet, um ein offenes Betriebssystem für mobile Geräte auf die Beine zu stellen. Google übernahm die Firma, wobei Rubin an Bord blieb.

Unter seiner Führung stieg Android zum führenden Smartphone-System auf. Nach einer Erhebung der Marktforschungsfirma IDC lag der Anteil an allen Auslieferungen im vergangenen Jahr bei 69 Prozent, während Apple mit seinem iPhone auf 19 Prozent kam.

Nachfolger als Android-Chef wird Sundar Pichai, der sich bei Google um den Chrome-Browser, das PC-Betriebssystem Chrome OS sowie die Büroanwendungen Google Apps kümmert.

Er übernimmt den neuen Posten zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben. Es sei nicht leicht, in Andy Rubins Fußstapfen zu treten, schrieb Konzernchef Page. „Ich bin aber überzeugt, dass Sundar einen tollen Job machen wird.“

Marktforscher: Android-Tablets überholen 2013 Apples iPad

Marktforscher

Android-Tablets überholen 2013 Apples iPad

Laut Marktforschern wird das iPad in diesem Jahr erstmals seine Spitzenposition im Tablet-Markt an Geräte mit dem Google-System Android verlieren. Insgesamt wächst der Markt dank günstiger Tablets rasant.

Nach Angaben von Page wurden bis dato mehr als 750 Millionen Android-Geräte aktiviert, neben Smartphones sind das auch Tablet-Computer. Das System treibt unter anderem die Galaxy-Geräte des weltgrößten Handy-Herstellers Samsung an.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

Für den späten Donnerstag hat der südkoreanische Konzern zu einer Produktvorstellung nach New York geladen. Es wird damit gerechnet, dass Samsung sein neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S4 zeigt.

Zuletzt schien das Verhältnis von Google und Samsung aber angespannt. Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona im Februar hatte Android-Chef Rubin den Elektronikkonzern vor dem Aufbau einer eigenen, isolierten Plattform gewarnt: „Und mein Rat ist: Bauen sie keine Inseln, sie funktionieren nicht mehr. Sie müssen Ökosysteme aufbauen, die verschiedenen Herstellern offenstehen.“

Neues Betriebssystem?: Android-Chef warnt Samsung vor Isolation

Neues Betriebssystem?

Android-Chef warnt Samsung vor Isolation

Andy Rubin hat Samsung gewarnt eine eigene „Insel“ losgelöst von Android zu bauen

Der Erfolg von Android genauso wie von Apples iPhone beruhen darauf, dass außenstehende Entwickler Zusatzprogramme anbieten können, die sogenannten Apps. Dadurch wird ein Smartphone zum Multifunktionsgerät.

Vor Android sei es extrem aufwendig gewesen, Dienste für mobile Geräte zu bauen, schrieb Google-Chef Page. „Wir hatten mehr als 100 Telefone in unserem Schrank und haben unsere Software so ziemlich für jedes Gerät einzeln entwickelt.“ Rubins offenes Systems habe dies verändert.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×