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13.11.2013

17:56 Uhr

Google-Tochter

Motorola will mit Günstig-Smartphones punkten

Mit aller Kraft will Handybauer Motorola wieder auf dem Markt punkten, indem er sein Handygeschäft mit Günstig-Smartphones wiederbeleben will. Das neue Modell Moto G soll ein Drittel von Apples neuem iPhone kosten.

Produktoffensive

Motorola setzt auf Billig-Smartphones

Produktoffensive: Motorola setzt auf Billig-Smartphones

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San FranciscoGoogles Verluste schreibende Tochter Motorola will ihr Handygeschäft mit Günstig-Smartphones wiederbeleben. Am Mittwoch stellte der US-Konzern sein neues Modell Moto G vor. Dieses wird in den USA ohne Vertrag bereits für 179 Dollar erhältlich sein und damit ein Drittel von Apples neuem iPhone 5c kosten. Motorola richtet sich mit dem Moto G vor allem an Kunden in Brasilien und Indien sowie die preisbewussten Käufer in den Industrieländern. In Brasilien und Teilen Europas ist das 4,5 Zoll große Moto G seit Mittwoch im Handel, in den USA wird es hingegen erst im ersten Quartal in den Verkaufsregalen liegen.

In China - dem weltgrößten Smartphone-Markt nach Volumen - kommt das Gerät allerdings gar nicht auf den Markt. Motorola erklärt dies mit den Aufsichtsbehörden und deren Einstellung zu Googles Suchfunktion und den E-Mail-Diensten. Anbieter, die Googles Betriebssystem Android nutzen, ersetzen diese Dienste üblicherweise mit Alternativangeboten.

Android, Apple und die anderen

Android

Das Google-Betriebssystem ist in wenigen Jahren zur meistgenutzten Plattform im Smartphone-Markt aufgestiegen. 2013 lief nach Zahlen der Marktforscher von Gartner auf 78,4 Prozent aller Computer-Telefone Android. Das Erfolgsgeheimnis: Google bietet Android den Geräte-Herstellern kostenlos an und lässt sie die Software auch anpassen. Samsung, HTC, LG, Sony – die meisten Handy-Produzenten setzen auf die Google-Plattform. Der Internet-Konzern will dabei an Werbeeinnahmen verdienen. Allerdings steht Android auch im Visier besonders vieler Patentklagen. Zudem nutzen viele chinesische Hersteller das System, ohne die Google-Dienste einzubinden.

Apple iOS

Smartphones gab es auch schon bevor 2007 das iPhone vorgestellt wurde – doch erst mit dem Apple-Telefon mit seinem großen Bildschirm begann der wirkliche Siegeszug der Computertelefone. Apple hielt mit seiner iOS-Plattform zuletzt laut Gartner 15,6 Prozent am Smartphone-Markt, heimst jedoch einen beträchtlichen Teil der Gewinne ein, da die gesamte Kette von Geräteentwicklung bis hin zum App Store für passende Programme in der Hand des Konzerns liegt. Allerdings hat Samsung mit seiner breiten Produktpalette den Konzern aus Kalifornien inzwischen abgehängt.

Windows Phone

Microsoft würde sein mobiles Betriebssystem Windows Phone gern als dritte starke Kraft im Smartphone-Geschäft etablierten, doch bis dahin ist es noch ein langer Weg. Das Bündnis mit dem einstigen Handy-Weltmarktführer Nokia soll es richten, die Finnen installieren die Software auf ihren Smartphones und wollen die Gerätesparte ganz an Microsoft verkaufen. 2013 stieg der Marktanteil von 2,5 auf 3,2 Prozent – damit ist zumindest Blackberry abgehängt.

Blackberry

Lange Zeit war Blackberry Managers Liebling – doch diese Zeiten sind vorbei. Die Verkaufszahlen sind 2013 abgestürzt, der Marktanteil ist auf 1,9 Prozent gefallen. Tendenz: weiter schrumpfend.

Sonstige Betriebssysteme

Für den Rest bleibt nicht viel übrig: Betriebssysteme wie das von Samsung entwickelte Tizen oder Firefox OS kamen 2013 zusammen auf nur 0,9 Prozent.

Im dritten Quartal machte Motorola einen operativen Verlust von fast 248 Millionen Dollar. Mit aller Kraft will der Handybauer in dem von Apple und Samsung dominierten Markt wieder punkten. Erst in der vergangenen Woche sagte Motorola-Chef Dennis Woodside in einem Interview mit Reuters, es gebe rund 500 Millionen Menschen weltweit, die ein Smartphone in der Preisklasse des Moto G kaufen wollten. Auch andere Anbieter bringen derzeit Günstig-Modelle in den Handel. Dazu gehören unter anderem der Firefox-Entwickler Mozilla und Nokia.

Von

rtr

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