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13.11.2014

00:28 Uhr

Google-Tochter

Youtube startet Abo-Dienst für Musik

Musik ohne Werbung und zum Download: Youtube testet einen neuen Service, der Streaming-Unternehmen wie Spotify Konkurrenz machen soll. In Deutschland wird es den Dienst der Google-Tochter aber vorerst nicht geben.

Bald soll es über die Videoplattform Youtube Musik im Abo geben - zum Hören ohne Werbung und sogar zum downloaden. In Deutschland wird es den Dienst der Google-Tochter vorerst nicht geben. ap

Bald soll es über die Videoplattform Youtube Musik im Abo geben - zum Hören ohne Werbung und sogar zum downloaden. In Deutschland wird es den Dienst der Google-Tochter vorerst nicht geben.

Mountain ViewDie Videoplattform Youtube baut ihren Fokus auf Musik mit einem Abo-Angebot aus. Mit dem Bezahldienst wird ein Nutzer ohne Anzeigen auskommen können und Musik auch herunterladen können, um sie ohne Internet-Verbindung hören zu können, kündigte die Google-Tochter am Mittwoch an.

Der Service mit dem Namen „Youtube Music Key“ solle zunächst testweise von eingeladenen Nutzern getestet werden. Der spätere Preis soll 9,99 Dollar im Monat betragen. Dafür werde auch der Zugang zu Googles Streaming-Musikdienst mit über 30 Millionen Songs geöffnet.

Unter den Start-Ländern sind neben den USA auch Großbritannien und Frankreich. In Deutschland, wo Google und die Verwertungsgesellschaft Gema sich seit Jahren nicht einigen können, wird der Dienst vorerst nicht verfügbar sein.

Youtube hat über eine Milliarde Nutzer. Vor allem junge Leute greifen auf die Plattform zu, um Musik zu hören. Wenn es Google gelingt, auch nur einen kleinen Anteil von ihnen für ein Abo-Angebot zu gewinnen, könnte Youtube zu einem Schwergewicht im Musik-Streaming werden.

Streaming-Dienste

Nutzen statt besitzen

Beim Musik-Streaming werden Songs direkt aus dem Internet abgespielt, statt sie auf die Geräte herunterzuladen. Dafür werden die Dateien in viele kleine Pakete zerlegt und in einem konstanten Strom aufs Gerät übertragen. Fans können damit Musik nutzen, ohne sie zu besitzen.

Marktführer Spotify

Es ist ein noch relativ kleines aber schnell wachsendes Geschäft. Größter Anbieter ist die schwedische Firma Spotify mit aktuell 15 Millionen zahlenden Kunden und 45 Millionen Gratis-Nutzern. Es gibt aber auch zahlreiche andere Dienste – allein in Deutschland gibt es 15 Anbieter, darunter Radio und Deezer und Apple Music.

Volle Auswahl für 10 Euro

Die meisten Anbieter setzen auf ein Abo-Modell: Für einen monatlichen Betrag gibt es den Zugriff auf ein Angebot aus Millionen Songs. Die Paketpreise beginnen bei fünf Euro, für rund 10 Euro bekommen Nutzer oft auch eine Offline-Funktion. In einigen Fällen können Musikfans eine werbefinanzierte Variante mit weniger Funktionen auch kostenlos nutzen.

Erfolg im zweiten Versuch

Schon vor rund zehn Jahren versuchten verschiedene Anbieter, Abo-Dienste zu etablieren – der Durchbruch kam aber erst mit der Verbreitung von Smartphones und allgegenwärtigen schnellen Datenverbindungen.

Mäßiger Sound

Als eine Schwäche gilt bei Musik-Enthusiasten die starke Kompression, die nötig ist, um die Dateien möglichst sparsam durch die Netze zu kriegen. Das kann die Sound-Qualität drücken.

Stand: Januar 2015

Der aktuelle Marktführer beim Musik-Streaming, Spotify, hat aktuell 12,5 Millionen zahlende Nutzer. Die Zahl der Streaming-Nutzer wächst immer schneller, während das Geschäft mit Musik-Downloads schrumpft.

Der Start des Abo-Dienstes wurde möglich, nachdem Youtube und die Independent-Musiklabel mit Künstlern wie Adele oder die Arctic Monkeys ihren langen Streit beilegten. In den vergangenen Tagen sei nach Monaten zäher Verhandlungen eine Einigung erzielt worden, berichtete die „Financial Times“. Bisher sind die zentrale Erlösquelle bei Youtube die Anzeigen, die vor Beginn der Videos eingeblendet werden. Die Plattform beteiligt die Musikindustrie an den Einnahmen.

Die Google-Tochter hatte gedroht, Musik der kleinen Firmen ganz aus der Plattform zu verbannen, wenn kein Deal erzielt wird. Es ging um die Vergütung der Musiker und Labels bei dem Abo-Dienst. Die Independent-Firmen hatten das ursprüngliche Google-Angebot als zu niedrig abgelehnt, wie im Juni bekanntwurde. Mit den großen Musikkonzernen, die über 90 Prozent des Marktes kontrollieren, hatte sich Youtube bereits geeinigt.

Von

dpa

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