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22.03.2013

07:34 Uhr

Google-Verwaltungsratschef

Eric Schmidt fordert freie Meinungsäußerung für Birma

Auf seiner Asien-Reise besuchte Eric Schmidt auch Birma. Um die Infrastruktur zu verbessern, müsse die Regierung aufhören zu regulieren. Er fordert mehr Raum für Privatwirtschaft, mehr Raum für Google.

Google-Chef Eric Schmidt: „Die Antwort auf negative Rede ist mehr Rede“. dapd

Google-Chef Eric Schmidt: „Die Antwort auf negative Rede ist mehr Rede“.

RangunGoogle-Verwaltungsratschef Eric Schmidt hat die Regierung von Birma aufgerufen, Privatwirtschaft und freier Meinungsäußerung mehr Raum zu geben. Nur so könne die beklagenswerte Infrastruktur des Landes bei der Telekommunikation verbessert werden, sagte er am Freitag vor Studenten in der Hauptstadt Rangun.

Googles wichtigste Geschäfte

Vielzahl an Produkten

Google Suche, Gmail, Google Maps, der Online-Speicher Google Drive, das Smartphone-Betriebssystem Android mit dem App-Store Google Play und, und, und: Die Liste der Google-Dienste wird immer länger. Und in seinen geheimen Labs arbeitet der Konzern an einem selbstfahrenden Auto oder Ballons, über die entlegene Gegenden mit Internet-Zugängen versorgen sollen.

Hochprofitable Suche

Wenn es aber um das Geldverdienen geht, ist Google vom Geschäft mit Online-Werbung abhängig. Fast 90 Prozent des Umsatzes stammen aus diesem Segment, ein Großteil aus der Internet-Suche. In der Bilanz wird sonst nur noch ein Segment mit dem wenig aussagekräftigen Titel „Other“ (Anderes) aufgelistet.

Android

Googles Betriebssystem Android dominiert den Smartphone-Markt. Es hilft dem Konzern, seine Dienste fürs mobile Internet zu verbreiten, sorgt mit dem Play Store mit Apps, Filmen und Musik aber auch für wachsende Einnahmen. Experten vermuten, dass diese den Großteil des „sonstigen“ Umsatzes ausmachen.

Google Appsl

Um sich aus der Abhängigkeit aus den Werbeeinnahmen zu befreien, hat Google in den vergangenen Jahren immer wieder Initiativen gestartet, etwa kostenpflichte Anwendungen für Firmen. Das Office-Paket Apps for Business und die E-Mail-Plattform sind Kernbestandteile der Geschäftskundenstrategie. Google Apps generiert Umsatz aus monatlichen Gebühren.

Google+

Soziale Netzwerke sind viele Internet-Nutzer zum ersten Anlaufpunkt im Internet geworden. Facebook ist hier mit Abstand die Nummer 1, Google will dem Marktführer mit Google+ Paroli bieten. Dass der Konzern den riesigen Abstand aufholt, ist allerdings unwahrscheinlich.

Cloud Computing

Ob Gmail, Google Docs oder Google Drive: Google-Dienste laufen nicht auf dem lokalen Rechner, sondern im Rechenzentrum. Der Konzern hat eine große Expertise in Sachen Cloud Computing, die er auch vermarkten will: Firmen können Rechenleistung oder Speicher bei dem Konzern mieten.

Chrome OS

Google will mit Chrome OS ein neuartiges Betriebssystem für Computer etablieren – es setzt voll aufs Internet und ruft Daten und Dienste aus der „Wolke“ ab. Mit dem System will das Unternehmen seine Produkte verbreiten. Bislang ist die Verbreitung von Chrome OS allerdings noch überschaubar.

„Versuche die Regierung aus der Regulation des Internets herauszuhalten“, sagte der Verwaltungsratschef des amerikanischen Suchmaschinen-Giganten unter dem Applaus des Publikums. „Die Antwort auf negative Rede ist mehr Rede. Mehr Kommunikation. Mehr Stimmen. Ein politischer Führer bekommt so einen viel besseren Eindruck, was die Leute über eine Sache denken.“ Am Nachmittag stand für Schmidt ein Treffen mit Präsident Thein Sein an.

Vor Birma hatte Schmidt bereits Länder wie Libyen, Afghanistan und Nordkorea besucht. Letzteres sei "ein wirklich verrückter Ort“, sagte er am Freitag.

Von

ap

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