Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.01.2011

15:55 Uhr

„Gothic 3“

Spieleentwickler Jowood ist pleite

“Game Over“ für Jowood: Der österreichische Computerspieleentwickler hat Insolvenz angemeldet. Der Handel mit den Aktien des Unternehmens wurde ausgesetzt.

Screenshot des Computerspiels "Hotel Gigant" von Jowood. Der Computerspiele-Publisher musste Insolvenz anmelden. ap

Screenshot des Computerspiels "Hotel Gigant" von Jowood. Der Computerspiele-Publisher musste Insolvenz anmelden.

HB WIEN. Verhandlungen mit neuen Geldgebern seien vorerst gescheitert, teilte das Unternehmen am Freitag mit. In dem nun eingeleiteten Sanierungsverfahren, ähnlich dem deutschen Ausgleichsverfahren, wird den Gläubigern eine Quote von 20 Prozent angeboten, hieß es in einer Mitteilung des Gläubigerverbandes KSV. Laut KSV hat Jowood Schulden von rund 22 Millionen Euro angehäuft.

Die Aktie notierte an der Börse Wien zuletzt bei 0,923 Euro. Die Wiener Börse setzte den Handel mit der Jowood-Aktie nach Bekanntgabe der Insolvenz aus. Noch vor einem Jahr war das Unternehmen mehr als sechs Mal so viel wert gewesen. Das Management hofft aber auf ein Überleben.

Die Gläubiger sollen auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten und ein neuer Investor soll gefunden werden, hieß es in einer Pressemitteilung.

Jowood kämpft seit Jahren mit rückläufigen Umsätzen und hohen Verlusten. Der Spieleentwickler war 1995 gegründet worden und feierte große Verkaufserfolge vor allem mit Computerspielen. Zuletzt hatte aber die Veröffentlichung von des Computerrollenspiels "Gothic 3" unter Fans für herbe Kritik gesorgt, da das Spiel mit zahlreichen Fehlern auf den Markt kam.

Die Anleihegläubiger der Anleihe 2007-2011 (ISIN: AT0000A05TV0) bat Jowood in einer Pflichtmitteilung, sich direkt beim Unternehmen zu melden, damit deren Rechte koordiniert werden könnten. Der Vorstand ginge davon aus, dass die Verhandlungen mit den Gläubigern und möglichen Investoren innerhalb von 90 Tagen positiv geführt und abgeschlossen werden könnten und somit der Fortbestand des Unternehmens gesichert werden könne, teilte das Unternehmen weiter mit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×