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04.08.2011

15:30 Uhr

„Griechenland-Marshallplan“

Telekom-Chef fällt Rösler in den Rücken

Wirtschaftsminister Philipp Rösler will Konzerne zum Engagement in Griechenland bewegen. Telekom-Chef René Obermann kennt sich dort aus und kritisiert die Rahmenbedingungen als investitionsfeindlich. Besonders pikant: Der größte Aktionär der Telekom ist der Staat.

Telekom-Chef Rene Obermann hat mit Griechenland nicht die besten Erfahrungen gemacht Quelle: dapd

Telekom-Chef Rene Obermann hat mit Griechenland nicht die besten Erfahrungen gemacht

Berlin/Bonn/AthenDie Deutsche Telekom hat angedroht, ihr Engagement in Griechenland nicht weiter auszubauen und von weiteren Investitionen in dem Land abzusehen. „Wir müssen genau prüfen, ob es sich lohnt, in Griechenland weiter zu investieren“, sagte Telekom-Finanzvorstand Timotheus Höttges am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen des Unternehmens. Der Konzern habe in Griechenland „massive Nachteile“. Die Telekom ist mit 40 Prozent am Telekommunikationsunternehmen OTE beteiligt, das die Hälfte des griechischen Mobilfunk-Marktes kontrolliert.

Telekom-Chef René Obermann warf den griechischen Regulierungsbehörden vor, „unverständliche“ Entscheidungen zu treffen und „investitionsfeindlich“ zu sein. Die Telekom beklagt regelmäßig Schwierigkeiten beim Einführen neuer Produkte. Die Warnung, nicht weiter in Griechenland zu investieren, dürfte sich vor allem auf den verbliebenen Staatsanteil von sechs Prozent an OTE beziehen. Diesen könnte die Telekom an sich theoretisch übernehmen. Obermann sagte, er werde Angebote aus Athen sehr genau und kritisch betrachten.

Die Probleme bei OTE machten sich bei der Telekom den Angaben zufolge auch in der Bilanz bemerkbar. Die wirtschaftliche Lage in Griechenland bleibe „unverändert schwierig“, dies belaste „das Geschäft der OTE-Gruppe weiterhin spürbar.

Das pikante an den deutlichen Worten zu Griechenland: In der vergangenen Woche hatte sich Bundeswirtschaftsminister Rösler mit Vertretern der deutschen Wirtschaft unter reger Teilnahme der Öffentlichkeit über eine Art "Marshallplan" für Griechenland beraten – auch die Telekom, bei der der Staat noch immer Großeigentümer ist, war vertreten. Der Bundeswirtschaftsminister nannte die Bereiche Tourismus, Infrastruktur und Telekommunikation als Ansatzpunkte für Engagements ausländischer Investoren in dem Land. Obermann hält davon offenbar nichts.

Kommentare (15)

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XRay

04.08.2011, 15:51 Uhr

Medizinmann Rößler sollte wissen, was er der FDP gegen Blähungen zu verschreiben hat.

Gast

04.08.2011, 15:56 Uhr

Sie haben leider recht.

Reinecke

04.08.2011, 16:09 Uhr

Röslers Griechenland-Getue war doch von Anfang an reine Schaumschlägerei. Aber welchen Sachverstand und welche Übersicht sollte man schon von einem jungen und unfähigen FDP`ler erwarten? Außer dass er bisher das Kartellrecht aufgeweicht hat, um allen seiner Lobbies zu bedienen und dem Verbraucher in Deutschland zu schaden. Herr Bahr (FDP) kümmert sich derweil unter falschem Vorwand um die Einnahmen einer weiteren wichtigen Klientengruppe, der Ärzte, damit Röslers bisherige Krankenkassenbeitragserhöhung noch mehr zugunsten ihrer Wohlhabenden gesteigert wird. Und das solange diese staatsverachtenden Liberalen noch agieren können.
Heiner Geißler hat vollkommen recht: Diese zu recht auf 3% abgehalfterten Neoliberalisten sind eine Pestbeule am Bein der CDU/CSU.

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