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16.04.2013

16:32 Uhr

Großaktionär

Icahn bekommt Anteilslimit für Dell

Der US-Computerbauer Dell hat sich mit Investor und Milliardär Carl Icahn geeinigt. Er und seine direkten Mitstreiter dürfen nicht mehr als ein Zehntel der Anteile kaufen. Für Firmengründer Dell ist es ein Teilerfolg.

Investor Carl Icahn: Maximal zehn Prozent soll er an Dell halten dürfen. Reuters

Investor Carl Icahn: Maximal zehn Prozent soll er an Dell halten dürfen.

Round Rock/Bangalore/New YorkIm Übernahmekampf um den US-Computerbauer Dell hat Konzerngründer Michael Dell einen Teilerfolg geschafft. Er einigte sich mit Großaktionär Carl Icahn darauf, dass dieser nicht mehr als ein Zehntel der gesamten Anteile halten darf.

Zudem habe der umtriebige Investor zugesichert, mit weiteren Verbündeten maximal auf einen Anteil von 15 Prozent zu kommen, teilte Dell am Dienstag mit. Icahn sperrt sich gegen die Pläne von Michael Dell, zusammen mit einem Finanzinvestor das kriselnde Unternehmen von der Börse zu nehmen und abseits des Kapitalmarkts zu sanieren.

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Derzeit buhlen drei Lager um den Konzern. Einerseits will Michael Dell zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft Silver Lake das Unternehmen für 24,4 Milliarden Dollar kaufen, um es dann ohne Druck der Börse wieder fit für die Zukunft zu machen. Zudem haben der Finanzinvestor Blackstone und Icahn jeweils ihren Hut in den Ring geworfen. Die beiden Dell-Konkurrenten loten zudem aus, wie sie womöglich gemeinsam vorgehen könnten. Icahn hält Konzernanteile im Wert von einer Milliarde Dollar.

Michael Dell versucht sein Lebenswerk zu retten, denn der Konzern und einstige Branchenprimus hinkt derzeit bei Innovationen hinterher. Dell hatte das Unternehmen mit 19 Jahren und einem Kapital von nur 1000 Dollar gegründet. Noch Anfang des Jahrtausends stand Dell für Erneuerung in der Computer-Branche. Mit seinem Online-Vertriebsmodell für maßgeschneiderte PCs, die dank enger Zusammenarbeit mit Zulieferern aus Asien zu Tiefstpreisen angeboten wurden, wurde das Unternehmen zu einem Vorreiter in diesem Bereich.

Weil das klassische PC-Geschäft in Zeiten des Tablet- und Smartphone-Booms aber immer stärker schrumpft, soll nun der Servicebereich gestärkt werden. Diesen Weg ist der ehemalige Rivale IBM noch entschlossener gegangen. IBM verkaufte das Computergeschäft an den chinesischen Konkurrenten Lenovo und mutierte zum IT-Dienstleistungsriesen.

Doch Michael Dells Übernahmevorhaben geriet unter Beschuss einflussreicher Großaktionäre wie Southeastern Asset Management und T. Rowe Price. Sie halten Dells Angebot von 24,4 Milliarden Dollar für zu niedrig und haben andere Aktionäre zur Ablehnung aufgefordert. Dies rief auch Milliardär Icahn, der kürzlich in größerem Stil bei Dell eingestiegen ist, sowie Blackstone auf den Plan. Beide Investoren wollen einen Teil der Dell-Aktien an der Börse lassen.

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