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09.04.2015

00:06 Uhr

Gründer kehrt zurück

Zynga trennt sich von Vorstandschef Mattrick

Knapp zwei Jahre und nun das Aus: Online-Spieleanbieter Zynga trennt sich vom früheren Microsoft-Manager Don Mattrick. Eine Überraschung gibt es bei der Neubesetzung des Postens.

Der alte Chef wird der neue Chef: Don Mattrick (rechts) geht und Gründer Mark Pincus kommt wieder zurück zu Zynga. ap

Don Mattrick und Mark Pincus

Der alte Chef wird der neue Chef: Don Mattrick (rechts) geht und Gründer Mark Pincus kommt wieder zurück zu Zynga.

New YorkZynga -Gründer Mark Pincus kehrt überraschend an die Firmenspitze des strauchelnden Online-Spieleanbieters zurück. Don Mattrick werde die Firma umgehend verlassen, teilte der US-Konzern am Mittwoch mit. Der frühere Microsoft -Manager hatte die Führungsposition 2013 von Pincus übernommen. Die Rückkehr des Gründers verdeutlicht, wie eng es für den einzigen Vorzeige-Kandidaten einer neuen, kunterbunten Spielewelt geworden ist, der lange Zeit vor allem über Facebook stetig neue Anhänger fand. Doch versäumte es Zynga, neue Spiele vorrangig für Smartphones zu entwickeln und verließ sich zu lange auf seinen Bestseller "Farmville".

Geschäftsmodelle der Spielebranche

Verkauf

Ein Entwickler arbeitet Monate oder Jahre an einem Spiel. Wenn es fertig ist, wird es zu einem festen Preis auf den Markt gebracht. Nach wie vor setzen viele Anbieter auf den klassischen Verkauf, ob Einzelkämpfer, die eine iPhone-App programmieren, oder große Studios mit Produktionen im Hollywood-Stil. Ob die Nutzer ins Geschäft gehen oder sich den Titel herunterladen, spielt dabei keine Rolle.

Abo-Modelle

Jede Stunde oder jeder Monat kostet – nach diesem Prinzip rechnen die Anbieter von Abo-Spielen ab. Wenn sie einen treuen Stamm von Spielern an sich binden können, schaffen sie einen stetigen Umsatzstrom. Dafür müssen sie allerdings auch ständig etwas Neues bieten, sonst sind die zahlenden Kunden weg. „World of Warcraft“ ist der Prototyp dieses Geschäftsmodells.

Free To Play

Das Spiel an sich ist gratis, aber die Extras kosten. Die Anbieter von Free-to-play-Spielen verdienen ihr Geld mit virtuellen Zauberstäben, Raumschiffen oder Rüstungen. Obwohl nur ein Bruchteil der Nutzer zahlt, kann das lukrativ sein. Da die Einstiegshürde niedrig ist, gewinnen die Anbieter viele Gelegenheitsspieler. Vorreiter sind Unternehmen wie Zynga und Bigpoint, doch auch viele Branchen-Dinos setzen inzwischen auf dieses Modell.

Werbung

Bandenwerbung im Fußballstadion, Aufkleber auf Rennwagen, gesponsorte Figuren: Computerspiele sind eine Plattform für Reklame. Der Anteil am Gesamtumsatz der Branche ist allerdings noch klein.

Crowdfunding

Wer keinen großen Geldgeber findet, fragt einfach viele Kleininvestoren. Beim Crowdfunding – der Schwarmfinanzierung – versorgen sich Unternehmen über Plattformen wie Kickstarter mit Kapital; Nutzer können kleine Beträge zur Verfügung stellen und bekommen im Gegenzug das fertige Produkt oder Extras.

Anleger zeigten sich schockiert. Die Zynga-Aktie gab nachbörslich um mehr als elf Prozent nach. Analyst Arvind Bhatia von Sterne, Agee & Leach sagte, der Wechsel an der Spitze sei die falsche Nachricht. Das Unternehmen habe unter Mattrick gerade damit begonnen, sich in die richtige Richtung zu entwickeln.

Konkurrent von Zynga ist der britische Anbieter King, der für das Spiel "Candy Crush Saga" bekanntgeworden ist. In Deutschland ist das Berliner Unternehmen Wooga der wohl bekannteste Online-Spieleentwickler.

Von

rtr

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