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21.06.2013

19:25 Uhr

Gründer Michael Dell

„Erhebliche Risiken“ durch unsicheres Schicksal von Dell

Ohne den Rückzug von der Börse wird der Kurswechsel des Computerherstellers erschwert, meint Gründer Michael Dell. Der Konzernchef warnte davor, dass bei dem Umbau kurzfristig die Gewinne sinken dürften.

Michael Dell will seinen Konzern von der Börse nehmen, um das Unternehmen ungestört neu ausrichten zu können. ap

Michael Dell will seinen Konzern von der Börse nehmen, um das Unternehmen ungestört neu ausrichten zu können.

Round RockDer Gründer und Chef von Dell skizziert eine düstere Zukunft für den weltweit drittgrößten Computerkonzern, sollten die Aktionäre den von ihm vorgeschlagenen Rückkauf ablehnen. Ohne den Rückzug von der Börse werde der Umbau hin zu einem auf Geschäftskunden ausgerichteten IT-Konzern erschwert, führte Michael Dell in einer am Freitag veröffentlichten Präsentation aus. Überdies drohten „erhebliche Risiken“ durch die entstehende Unsicherheit über das weitere Schicksal des Unternehmens. „Ich rate den Aktionären, für die Übernahme zu stimmen“, schloss er. Am 18. Juli findet eine außerordentliche Hauptversammlung statt.

Michael Dell hatte das Unternehmen 1984 gegründet und später an die Börse gebracht. Dell stieg mit dem Direktversand von Computern und Zubehör schnell zu einem der ganz großen Spieler in der Branche auf. Zuletzt machte dem Konzern aber der Wandel hin zu Smartphones und Tablet-Computern zu schaffen. Bei diesen neuen mobilen Geräten ist Dell schwach aufgestellt. Abseits der Börse will Michael Dell das Unternehmen radikal umbauen. Das fällt leichter, weil er dann keine Rücksicht auf andere Aktionäre nehmen muss. So warnte Michael Dell davor, dass kurzfristig die Gewinne sinken dürften.

Die Geschichte von Dell

Firmengründung

Michael Dell gründet seine erste Firma 1984 – da ist er gerade 19 Jahre alt und bereitet sich auf ein Medizinstudium in Austin im US-Bundesstaat Texas vor. PC's Limited baut Computer zusammen, die die Kunden – Firmen und Bastler – selbst konfigurieren können. Nach einem Jahr bricht der Jungunternehmer die Uni ab und macht sich mit einem Zuschuss der Familie selbständig.

Erster Computer

1985 gestaltet die Firma ihren ersten eigenen Computer, den Turbo PC. Er hat einen acht Megahertz schnellen Intel-Prozessor und eine Zehn-Megabyte-Festplatte an Bord, außerdem ein Floppy-Laufwerk für 5,25-Zoll-Disketten. Michael Dell verkauft die Geräte direkt an die Nutzer – in Fachmagazinen wirbt er mit niedrigen Preisen. Bestellt wird per Telefon.

Börsengang

Der Direktverkauf zieht dank niedriger Preise viele Kunden an – die Firma wächst rasant und geht bereits 1988 unter dem Namen Dell Computer an die Börse. Sie sammelt 30 Millionen Dollar ein und wird mit 85 Millionen Dollar bewertet.

Erstes Laptop

Das erste Laptop der Firma Dell kommt 1989 auf den Markt: Das 316LT wiegt rund 6,8 Kilogramm. Bei den bald sehr populären mobilen Rechnern setzen allerdings zunächst andere Hersteller die Trends.

Vertrieb übers Internet

Als eines der ersten Unternehmen nutzt Dell die Möglichkeiten des World Wide Web, bereits 1996 geht die Website dell.com online. Schon bald macht die Firma damit ordentliche Umsätze.

Die Nummer 1

Anfang des Jahrtausends macht Dell alles richtig: Die Lieferkette ist schlank, der Vertrieb effizient. Im Jahr 2000 ist Dell der größte PC-Hersteller der Welt. Allerdings zeichnet sich bereits ab, dass die Konkurrenz dazulernt.

Der Gründer tritt ab und kehrt zurück

2004 zieht sich Michael Dell aus dem operativen Geschäft der Firma zurück. Den Chefposten übernimmt Kevin Rollins. Er hat allerdings wenig Glück: Die Resultate enttäuschen. 2007 muss er gehen – und Gründer Michael Dell kehrt an die Spitze zurück.

Der Konsument im Fokus

Der neue alte Chef versucht, attraktive Geräte für Verbraucher zu entwickeln. Zudem verkauft Dell seine Rechner nun auch im Einzelhandel – allerdings zulasten der Marge. Im Wettbewerb mit Hewlett-Packard, Apple und etlichen asiatischen Anbietern verliert Dell allerdings immer mehr an Boden. Den Trend zu Smartphones und Tablets verschläft Dell fast komplett.

Vorstoß ins Service-Geschäft

Um sich breiter aufzustellen, kauft Dell mehrere Anbieter von IT-Dienstleistungen. So übernimmt der Konzern 2009 Perot Systems für 3,9 Milliarden Dollar.

Michael Dell, der selbst weiterhin ein großes Aktienpaket hält, hat sich für Übernahme des 111 000 Mitarbeiter starken Konzerns mit dem Finanzinvestor Silver Lake verbündet. Pro Aktie sollen die übrigen Anteilseigner 13,65 Dollar in bar erhalten – insgesamt ist das Geschäft damit 24,4 Milliarden Dollar (18,5 Milliarden Euro) schwer. Das ist einigen Großaktionären zu wenig. Größter Kritiker ist US-Milliardär Carl Icahn, der stattdessen eine satte Ausschüttung für die Anteilseigner verlangt; dazu müsste sich der Konzern aber weiter verschulden. Dadurch, so schreibt Michael Dell, würde das Unternehmen anfälliger für die Widrigkeiten des Marktes.

Von

dpa

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