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19.01.2009

11:13 Uhr

Halbleiterkonzern

Intel drängt in neue Märkte

VonJoachim Hofer

Angesichts eines schrumpfenden Kerngeschäfts sucht sich der Halbleiterkonzern Intel neue Abnehmer. Der Chipkonzern will Rechner im Maschinenbau und in der Medizintechnik ausstatten – und stellt sich erst einmal auf harte Zeiten ein.

Intel-Hauptquartier in Santa Clara. Der Halbleiterkonzern will in neue Märkte vordringen. Foto: ap Quelle: ap

Intel-Hauptquartier in Santa Clara. Der Halbleiterkonzern will in neue Märkte vordringen. Foto: ap

MÜNCHEN. „In Branchen wie dem Maschinenbau und der Medizintechnik rechnen wir uns große Chancen aus“, sagte Intel-Deutschlandchef Hannes Schwaderer im Gespräch mit dem Handelsblatt. Bislang verkauft der weltgrößte Chipproduzent seine Bausteine vor allem an die Computerbranche.

Doch die Geschäfte der PC-Hersteller laufen schlecht. Im letzten Quartal haben die Konzerne lediglich ein Prozent mehr Rechner ausgeliefert als im Vorjahr. Da gleichzeitig die Preise massiv gefallen sind, ist die Industrie geschrumpft. Dies hat auch den Umsatz von Intel im vierten Quartal rund ein Fünftel einbrechen lassen.

Da viele Computerproduzenten seit Jahren kaum noch Geld verdienen, hat sich Intel schon lange Gedanken über neue Märkte gemacht. „Jetzt haben wir die richtigen Produkte im Angebot, die in Maschinensteuerungen, in der Medizintechnik oder in Autos eingebaut werden können“, sagt Schwaderer. Große Hoffnung setzt Intel dabei auf seine sogenannten „Atom“-Prozessoren. Die kleinen elektronischen Bauteile sind günstig und verbrauchen vergleichsweise wenig Strom. Prozessoren sind das Gehirn eines jeden Rechners.

Intel beherrscht das Geschäft mit Prozessoren und hatte in den vergangenen Jahren mit AMD nur einen ernsthaften Konkurrenten. Doch der US-Konzern kämpft seit Jahren ums Überleben und musste zuletzt seine Fabriken an einen Investor verkaufen. Intel hält einen Marktanteil von etwa 80 Prozent.

Inzwischen droht Intel aber neue Konkurrenz in seinem Stammgeschäft. Der amerikanische Chipproduzent Qualcomm hat angekündigt, Prozessoren für mobile Computer auf den Markt zu bringen. Qualcomm ist nicht irgendwer: Der Konzern ist der größte Anbieter von Handychips weltweit. „Das ist für uns ein wichtiges Wachstumsfeld“, betont Siegmund Redl, Deutschland-Chef von Qualcomm.

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