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15.03.2004

07:27 Uhr

Handel leidet unter Finanznot der öffentlichen Haushalte

Börsenverein sieht Wachstum der Buchbranche

Impulse für den deutschen Buchhandel erhofft sich der Börsenverein des Deutschen Buchhandels von der Leipziger Buchmesse. Nach dem negativen letzten Jahr ist für 2004 ein Brachen-Wachstum von bis zu vier Prozent möglich.

HB FRANKFURT/MAIN. Der deutsche Buchhandel kann 2004 mit einem erfreulicheren Jahr rechnen. Nach einem Minus im vergangenen Jahr rechnet stellte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels für dieses Jahr ein Wachstum von zwei bis vier Prozent in Aussicht. Dieses teilte Vorsteher Dieter Schormann am Donnerstag mit. Dafür spreche, dass einige Warengruppen sehr stabil oder ansatzweise sogar im Wachstum seien. „Vornweg das Hörbuch sowie das Kinder- und Jugendbuch, auch ohne Harry Potter“, hieß es.

Dagegen prognostizieren andere Marktstudien auf Grund anderer Berechnungsgrundlagen weiterhin ein Minus der Buchbranche im laufenden Jahr.

Für den erhofften Aufschung soll die Leipziger Buchmesse (25. bis 28. März) wichtige Impulse geben, auch für die Reiseliteratur. „Die Stimmung unter den Kollegen ist weit besser als 2003“, berichtete Schormann. „Es gibt eine ganz stabile Kundschaft.“ Sicher sei der Buchhandel von der Kaufkraft abhängig. „Aber ich gehe davon aus, dass diese Abhängigkeit nicht mehr so stark ist wie im vergangenen Jahr.“

Probleme sieht Schormann künftig weiterhin darin, dass Buchhändler mangels Nachfolgern oder wegen Insolvenz aufgeben müssen. Zudem leide der Buchhandel unter der Finanznot der öffentlichen Haushalte, die weniger Geld für Bildung und Kultur ausgeben. „Dort wird man keine Zuwachsraten erreichen können.“ Daher setzt der Börsenverein auf den Internet-Handel.

„Ich rate den Händlern, aus dem stationären Handel raus zu gehen und Gebrauchtbücher übers Internet zu verkaufen“, sagte Schormann. Er habe nie geglaubt, dass es in Deutschland solch eine Nachfrage nach gebrauchten Büchern gibt. Angesichts der finanziellen Situation der Menschen sei es aber eine Chance: „Wenn ein Kunde zu viele Bücher hat, bringt er die gelesenen Bände in den Buchladen, wo sie sortiert und an Internet-Händler gegeben werden."

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