Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.10.2015

14:19 Uhr

Handelsblatt-Event

Warum der Tod des gedruckten Wortes nicht zwangsläufig ist

VonJohannes Steger, Kathrin Witsch

Bedeutet die digitale Transformation das Todesurteil für Buch, Zeitung und Magazin? Nein, sagen Brancheninsider bei einer Diskussion über die Zukunft der Medienindustrie im Verlagshaus Handelsblatt.

Diskutieren über die digitale Transformation der Medien (v.l.n.r): Jochen Bohle, Frank Niebisch, Marten Blankensteijn, Daniel Fiene, Ryan David Mullins und Ralf Biesemeier.

Mediengespräch

Diskutieren über die digitale Transformation der Medien (v.l.n.r): Jochen Bohle, Frank Niebisch, Marten Blankensteijn, Daniel Fiene, Ryan David Mullins und Ralf Biesemeier.

Das Buch, tot. Zeitungen, liest keiner mehr. So oder ähnlich verläuft fast jede Diskussion, wenn es um die Zukunft der Medienbranche geht. Bei der Gesprächsrunde „Die digitale Transformationsreise der Medienindustrie“ zeichnen die Teilnehmer allerdings ein anderes Bild. Neue Medien führten nicht zwangsweise zum Tod des gedruckten Wortes. Vielmehr sei es eine Chance, die kreative Vielfalt zu erweitern und zu sichern – man muss es nur wollen.

Im Rahmen des „Pop-up-Studios: Reisen und digitaler Wandel“ der US-amerikanischen Digitalagentur Huge, lud das Handelsblatt zu einer Gesprächsrunde mit digitalen Vordenkern der Medienwelt ins Verlagshaus nach Düsseldorf. Mit dabei waren Marten Blankesteijn, Gründer des Online-Kiosks Blendle, Journalist David Fiene, Ryan David Mullins, Gründer des neuen Multimedia-Plattform Oolipo und Ralf Biesemeier, Chef des auf die Buchbranche spezialisierten digitalen Dienstleisters Readbox.

An der Diskussion nahmen auch Handelsblatt-Digitalchef Jochen Bohle und Frank Niebisch, Leiter Digitale Entwicklung teil. Das Gespräch wurde auf Video aufgezeichnet und wird nach Ende der Veranstaltungsreihe in Auszügen ins Netz gestellt.

Handelsblatt-Event: Die Reise in die Zukunft

Handelsblatt-Event

Die Reise in die Zukunft

In Zeiten der digitalen Transformation wandeln sich viele Lebensbereiche: So auch das Reisen. Ein Team aus Digital-Strategen und Journalisten sucht auf einer Recherchereise nach Antworten. Die Bilanz des ersten Tages.

Als der Niederländer Marten Blankesteijn mit seiner Artikel-Plattform auf den Markt ging, waren die altgedienten Qualitätsmedien in Panik. Sie fürchteten eine Kannibalisierung ihrer Inhalte. Statt kompletter Zeitungs- und Zeitschriftenausgaben oder aber Abos, bietet Blendle einzelne Artikel zum Verkauf an.

Die Angst der Verlagsleute: Sinkende Auflagen, fehlende Reichweite und kaum noch Verkauf von Print- oder Online-Abos. Blankesteijn hält dagegen. „Die Artikel haben gerade deswegen ihren Wert, weil sie von einer bestimmten Zeitung sind.“ So steige der Wert eines Artikels nicht dadurch, dass er von Eric Lipton sei. Sondern weil er von Eric Lipton von der „New York Times“ geschrieben wurde.

„Medienmarken bleiben gerade in Zeiten der Digitalisierung wichtig – als Vertrauens- und Qualitätsgarant“, sagt Handelsblatt-Digitalchef Jochen Bohle. Blendle könne Medienhäusern bei der Verbreitung ihrer Inhalte helfen, so Blankesteijn. In den Niederlanden hätte die Tageszeitung „De Volkskrant“ sogar profitiert. Der Online-Kiosk ziehe gerade junge Kundschaft an, die die Zeitung selbst vorher vielleicht gar nicht gelesen habe, und eröffne dem klassischen Medium auf diesem Weg sogar einen neuen Markt.

Plattformen wie Blendle revolutionierten die Art und Weise wie Medien konsumiert werden. Ob es seine Firma in einem Jahr noch gebe, wisse er nicht. „Aber man braucht eine Revolution, bevor man einen Tesla einführen kann“, sagt der Blendle-Chef. Schließlich habe das erste Auto auch noch wie eine Kutsche ausgesehen. Ähnlich verhalte es sich mit der Darstellung von Inhalten. Die Zeitung der Zukunft werde nicht mehr aus starren, unveränderbaren PDF-Seiten bestehen, prophezeit Blankensteijn.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×