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16.01.2009

10:12 Uhr

Handybranche

Sony Ericsson sitzt im Funkloch

Die Boom-Zeiten des Mobilfunk-Geschäfts sind vorbei. Und die weltweite Wirtschaftskrise setzt dem Handy-Hersteller Sony Ericsson noch weiter zu. Tiefrot fällt die Quartalsbilanz des Unternehmens aus. Und für die nächsten Monate schwant Sony Ericsson nichts Gutes.

Ein Model präsentiert eine neue Kreation des Designers Yasuhiro Mihara, der ganz aufs Handy setzt. Foto: Reuters Reuters

Ein Model präsentiert eine neue Kreation des Designers Yasuhiro Mihara, der ganz aufs Handy setzt. Foto: Reuters

HB LONDON. Der Handy-Hersteller Sony Ericsson hat im vierten Quartal wegen des schwachen Wirtschaftsumfelds erneut rote Zahlen geschrieben und will nun seinen Sparkurs verschärfen. Unterm Strich belief sich der Fehlbetrag im abgelaufenen Quartal auf 187 Mio. Euro, wie das Gemeinschaftsunternehmen des japanischen Unterhaltungselektronik-Konzerns Sony und des schwedischen Netzausrüsters Ericsson mitteilte. Unternehmenschef Dick Komiyama rechnet damit, dass der Handymarkt 2009 noch einmal nachgeben wird, vor allem in der ersten Jahreshälfte.

Das Unternehmen will dem mit weiteren Einschnitten begegnen. Die bereits angekündigten Kosteneinsparungen von 300 Mio. Euro jährlich liefen wie geplant an, hieß es. Zusätzlich will der Hersteller nach den Worten von Komiyama die operativen Kosten um jährlich weitere 180 Mio. Euro senken. Die Maßnahmen sollen bereits Ende 2009 Wirkung zeigen.

Im vierten Quartal sackten die Umsätze wegen der schwächelnden Nachfrage im Zuge der weltweiten wirtschaftlichen Flaute um fast ein Viertel auf 2,914 Mrd. Euro ab. Der Handy- Absatz sank um 21 Prozent auf 24,2 Mio. Geräte. Der durchschnittliche Verkaufspreis (Average Selling Price; ASP) sank unterdessen mit 121 Euro nur leicht unter das Niveau des Vorjahres von 123 Euro. Im Vergleich zum dritten Quartal stieg der Verkaufspreis wegen positiver Währungseffekte und einem größeren Anteil hochpreisiger Geräte sogar.

Das Unternehmen schätzt seinen Marktanteil für das vierte Quartal erneut auf rund acht Prozent. Im dritten Quartal 2008 belegte Sony Ericsson nach den Daten des Marktforschungsinstituts Gartner noch Platz drei in der weltweiten Rangliste, lag aber nur knapp vor Motorola und LG.

Für das abgelaufene Jahr rechnet Sony Ericsson inzwischen nur noch mit einem Plus der weltweiten Handyverkäufe von sechs Prozent auf 1,18 Milliarden. Frühere Prognosen waren von zehn Prozent Wachstum ausgegangen. Für 2009 rechnet das Unternehmen allerdings mit einem Rückgang. Auch der durchschnittliche Verkaufspreis werde sinken. Die Aktien von LM Ericsson stiegen am Morgen im festen Gesamtmarkt um 1,38 Prozent auf 58,80 Schwedische Kronen.

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