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04.10.2011

15:31 Uhr

Handyhersteller

Microsoft und Nokia wollen bald zurückschlagen

Der Herbst des Smartphone-Showdowns hat begonnen. Gemeinsam mit Microsoft will Nokia auf dem Smartphone-Markt zurückschlagen. Noch in diesem Quartal kommen die ersten Geräte auf den Markt.

Nokia arbeitet mit Microsoft zusammen. Reuters

Nokia arbeitet mit Microsoft zusammen.

HelsinkiDer strauchelnde finnische Handyriese Nokia bringt noch in diesem Quartal erste Smartphones mit dem Microsoft -Betriebssystem Windows auf den Markt. Dies kündigte Nokia-Chef Stephen Elop am Dienstag auf einer Messe in Helsinki an. Bisher war erwartet worden, dass der Konzern Ende Oktober in London lediglich ein Mobilfunktelefon auf Windows-Basis vorstellt, um damit seine Aufholjagd einzuleiten. Elops sprach nun aber im Plural von Produkten, die in den Handel kämen.

Wer den Markt der Smartphones regiert

Apple

Platz 1: Mit einem Marktanteil von 18,4 Prozent führte Apple im zweiten Quartal des Jahres den Smartphone-Markt an. Insgesamt 20, 34 Millionen Smartphones lieferte der Hersteller in diesem Zeitraum an den weltweiten Handel. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von über neun Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr konnte Apple damit sogar eine Steigerung von über 140 Prozent erzielen.

Samsung

Platz 2: Direkt hinter Apple reiht sich der südkoreanische Rivale Samsung mit einem Marktanteil von 17,8 Prozent ein. Insgesamt 19,6 Millionen Smartphones brachten die Koreaner im zweiten Quartal in den weltweiten Handel. Damit hat sich der Hersteller selbst übertroffen: Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von fast 56 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar eine 600-prozentige Steigerung.

Nokia

Platz 3: Mit einem Marktanteil von 15,1 Prozent hat es Nokia trotz der Verluste bei den Smartphones im zweiten Quartal noch unter die drei Besten geschafft. 16,7 Millionen Modelle lieferte der Hersteller aus - das sind 31 Prozent weniger als noch im ersten Quartal.

RIM

Platz 4: Ebenfalls Verluste machte RIM im zweiten Quartal des Jahres. Mit 13,2 Millionen ausgelieferten Smartphones erreichte der Hersteller einen Marktanteil von 12 Prozent, musste im Vergleich zum Quartal zuvor aber einen Rückgang von fast 11 Prozent in Kauf nehmen.

HTC

Platz 5: Der Marktanteil der HTC-Smartphones lag im zweiten Quartal bei 10,8 Prozent. Insgesamt fast 12 Millionen Modelle brachte der Hersteller in den Handel und steigerte damit sein Ergebnis aus dem Quartal zuvor um fast 25 Prozent.

Motorola

Platz 6: Motorola-Smartphones erreichten im zweiten Quartal einen Marktanteil von 4 Prozent. 4,4 Millionen Modelle brachte der Hersteller in diesem Zeitraum in den weltweiten Handel und steigerte sein Ergebnis aus dem ersten Quartal damit um mehr als sieben Prozent.

Sharp

Platz 7: Der japanische Elektronikkonzern Sharp hat mit 1,48 Millionen ausgelieferten Smartphones im zweiten Quartal einen Marktanteil von 6,8 Prozent erreicht. Im Vergleich zum ersten Quartal konnte der Konzern sein Ergebnis um 1,3 Prozent steigern.

Andere

Unter ferner liefen: Alle anderen, weniger nennenswerten Hersteller machten im zweiten Quartal mit rund 22,7 Millionen ausgelieferten Smartphones zusammengenommen einen Marktanteil von 20,6 Prozent aus. Im Vergleich zum Quartal zuvor entspricht das einer Steigerung von fast 31 Prozent. Betrachtet man den gesamten Markt, so wurden im zweiten Quartal weltweit über 1,1 Milliarden Smartphones der verschiedenen Hersteller ausgeliefert. Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einer Steigerung von 7,5 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ist es sogar eine Steigerung um rund 82 Prozent.

Nokia kämpft mit allen Mitteln um die Spitzenposition unter den Handyherstellern, die Apple und Google dem landjährigen Branchenprimus streitig machen. Apple wird dem Vernehmen nach am Dienstagabend die fünfte Version seines Kassenschlagers iPhone vorstellen. „Es ist unsere Überzeugung, dass es eine eindeutige Chance für ein alternatives System gibt“, sagte Elop, der seit rund einem Jahr den finnischen Konzern führt. Nokia hat Anfang des Jahres angekündigt, künftig mit Microsoft zusammenzuarbeiten. Damit kehrt das Unternehmen seinem eigenen Betriebssystem Symbian den Rücken.

Passend dazu hatte Microsoft bereits den Herbst der Entscheidungen auf dem Markt für Smartphones mit seinem bislang größten Softwareupdate eröffnet. Das Update mit dem Codenamen „Mango“ fügt dem Microsoft-System über 500 neue Funktionen und Verbesserungen zu. Neben Apples iPhone und Googles Android ist nur noch Platz für eine weitere bedeutende Mobilfunkplattform. Die Kontrahenten um Platz drei in der Gunst der Mobilfunkanbieter sind Blackberry und Microsoft - dem Verlierer droht die Bedeutungslosigkeit.

Der Zeitpunkt für Microsofts und Nokias Angriff scheint günstig: Rivale Blackberry hat im Juli eine Reihe neuer Geräte vorgestellt, die jedoch nicht mehr bieten als das, was iPhone und Android seit Jahren bieten. Der Marktanteil ist laut Marktforscher Gartner auf nur noch zwölf Prozent abgerutscht. Im vierten Quartal 2009 lag er noch bei 20 Prozent. Der Umstieg auf das modernere Betriebssystem QNX ist erst 2012 in Sicht.

Kommentare (1)

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anonym_2

04.10.2011, 23:35 Uhr

Dumm gelaufen für Nokia - sich an MS verkauft, dann von einem EX-MS Chef auch noch "beraten" lassen, das ist ja wohl ein Witz! Der Abstieg begann, als die von D nach Rumänien verlagerten. Jetzt werden dort wieder 3500 Arbeitsplätze plattgemacht. Nokia demontiert sich Schritt für Schritt. Ein typisches Beispiel für die Überheblichkeit eines erfolgreichen Großkonzerns.

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