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27.01.2011

12:19 Uhr

Handyhersteller

Nokia bricht der Gewinn weg

VonHelmut Steuer

Während die Rivalen Apple und RIM mit starken Quartalszahlen punkten konnten, musste der weltgrößte Handyhersteller Nokia einen Gewinneinbruch um fast ein Viertel melden. Die Aktie ging auf Talfahrt.

Bollywood-Sternchen Riya Sen mit einem Nokia N8. DAPD

Bollywood-Sternchen Riya Sen mit einem Nokia N8.

HELSINKI. Ein überraschend schwacher Ausblick und ein weiter sinkender Weltmarktanteil haben die Aktie des finnischen Handy-Weltmarktführers Nokia schwer unter Druck gesetzt. Der Kurs der Nokia-Aktie stürzte nach Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal 2010 an der Börse in Helsinki zunächst um fast neun Prozent. Später erholte er sich wieder etwas und lag zuletzt bei einem Minus von sechs Prozent.

Der finnische Konzern konnte zwar in wesentlichen Punkten die niedrigen Erwartungen übertreffen, doch der Ausblick, den der neue Nokia-Chef Stephen Elop gab, verschreckte Investoren. Elop geht davon aus, dass sein Unternehmen im ersten Quartal dieses Jahres einen Handy-Umsatz von 6,8 bis 7,3 Milliarden Euro erzielen wird. Analysten hatten mit einem Umsatz von 7,3 Milliarden Euro gerechnet.

Auch die Betriebsmarge von sieben bis zehn Prozent im ersten Quartal lag unter den Schätzungen der Analysten. Sie waren von einer Marge von 10,6 Prozent ausgegangen. ”Das war eine Enttäuschung”, sagte ein Stockholmer Analyst zu dem Ausblick. Nokia gab keine Prognose für das Gesamtjahr 2011 ab.

Der Marktanteil des finnischen Konzerns sinkt ebenfalls weiter: Nach 35 Prozent vor einem Jahr beziffern die Finnen ihren Weltmarktanteil nun mit etwa 31 Prozent. Das ist zwar immer noch deutlich mehr als die Nummer 2 und 3 auf dem Handy-Markt haben, doch die südkoreanischen Hersteller Samsung und LG, holen kontinuierlich auf.

Das Betriebsergebnis von Nokia sank auf 1,1 Milliarden Euro nach 1,5 Milliarden im Vorjahr. Der Umsatz stieg auf 12,6 Milliarden Euro nach 11,9 Milliarden im Vorjahr. Er lag leicht über den Schätzungen von Analysten. Positiv war auch, dass der durchschnittliche Verkaufspreis je Handy von 64 Euro auf 69 Euro geklettert ist.

Allerdings liegt Nokia damit weit hinter den Konkurrenten, die durchschnittliche Verkaufspreise von bis zu 500 Euro erzielen. Selbst der selbst unter massivem Konkurrenzdruck leidende kleine Handy-Hersteller Sony Ericsson kann einen doppelt so hohen durchschnittlichen Preis verlangen wie Nokia. Insgesamt wurden im vierten Quartal von Nokia 123,7 Millionen Handys ausgeliefert. Das waren drei Prozent wenigen als im Vorjahr.

Kommentare (2)

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werwiewas

27.01.2011, 14:11 Uhr

bravo.
Wer sich darauf konzentriert eine EU-beihilfe nach der anderen zu kassieren um den Profit zu optimieren der kann sich eben nicht um sein eigentliches Geschaeft kuemmern.

Mir kommt nie wieder ein Nokia ins Haus.

sehr-schade

27.01.2011, 18:06 Uhr

Soviel Talente, dazu die lange Marktführerschaft. Alles ungenutzt - das ist eine bankrotterklärung des Managements. ich denke nur an das Marktpotential von Mobilfunk + Navigation, das Nokia ungenutzt lässt. Stattdessen bückt sich eine Studententruppe namens flinc nach dem Geld, das auf der Straße liegt 8-))

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