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22.02.2013

18:27 Uhr

Handyhersteller

Nokia will mit niedrigen Preisen punkten

Der Mobiltelefonhersteller will der Konkurrenz mit besonders günstigen Angeboten begegnen. Nicht nur bei den Billig-Handys, auch bei den Lumia-Smartphones sollen die Preise deutlich fallen.

Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia will seine Handys günstiger anbieten und so der wachsenden Konkurrenz die Stirn bieten. Reuters

Der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia will seine Handys günstiger anbieten und so der wachsenden Konkurrenz die Stirn bieten.

KopenhagenDer strauchelnde Handy-Pionier Nokia will offenbar auf dem Markt für Billig-Handys mit besonders günstigen Angeboten punkten. Nachdem sich die Finnen zuletzt im Ringen mit Apple und Samsung auf das Luxussegment konzentriert hätten, wollten sie nun mit neuen Modellen die Billig-Konkurrenz aus Asien wie Huawei und ZTE auf Abstand halten, sagte mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach wird Nokia diese Geräte auf dem jährlichen Gipfeltreffen der Branche – dem Mobile World Congress in Barcelona – in der kommenden Woche präsentieren. Zum einen würden ermäßigte Handys für den Massenmarkt angeboten, zum anderen kämen günstigere Modelle der Lumia-Smartphones mit Windows-8-Software in den Handel. Details wie der Verkaufspreis sind noch nicht bekannt.

Die meisten Lumia-Handys kosten derzeit mehr als 150 Euro, die besonders hochklassigen Geräte wie das Lumia 920 sind erst ab 450 Dollar zu haben. Die meisten Handys verkauft Nokia jedoch für weit weniger: Der durchschnittliche Verkaufspreis lag im vergangenen Jahr bei lediglich 31 Euro.

Nokias Baustellen

Konzern im Wandel

Es ist eine Zeitenwende für Nokia: Der finnische Konzern hat sein Kerngeschäft mit Handys an Microsoft verkauft. In den letzten Jahren hatte er an Marktanteilen verloren und rote Zahlen geschrieben. Das neue Nokia ruht auf drei Säulen.

Billig-Handys

Nokia ist immer noch einer der wichtigsten Hersteller günstiger Handys – sie finden vor allem in den Schwellenländern immer noch Käufer. Allerdings machen Hersteller wie Huawei und ZTE dem finnischen Unternehmen das Leben schwer, zudem können sich auch in Indien, China oder auf den Philippinen immer mehr Menschen Smartphones leisten. Auch diese Sparte verkauft der finnische Konzern nun an Microsoft.

Netzwerktechnik

Die wichtigste Säule des Konzerns ist jetzt die Netzwerktechnik. Im Juli 2013 kaufte Nokia den Partner Siemens für 1,7 Milliarden Dollar aus dem Joint Venture heraus, um das Geschäft wieder allein zu betreiben. Angesichts des Smartphone-Booms wirkt der Aufbau von Netzen der Mobilfunk-Anbieter auf den ersten Blick als sicheres Geschäft, doch in der Branche herrscht ein harter Wettbewerb. NSN konkurriert mit Ericsson, Alcatel-Lucent und den chinesischen Rivalen Huawei und ZTE. Der Preiskampf wird weiter anhalten, zumindest muss sich Nokia nicht mehr mit einem Partner über die Strategie streiten.

Landkarten

Das zweite große Nokia-Standbein sind die Kartendienste unter dem Markennamen Here. Hier kauften die Finnen bereits 2007 für gut acht Milliarden Dollar den Karten-Spezialisten Navteq und investierten seitdem massiv in den Aufbau eines vollwertigen Online-Angebots sowie Navigationsdiensten. Allerdings ist das Geschäft teuer und die Konkurrenz groß – gerade Google gibt viel Geld aus. Nokia will seine Kartendienste auf andere Betriebssysteme bringen, die Daten werden bereits in vielen Auto-Navigationssystemen genutzt. Zu einem großen Teil werden die Nokia-Kartendienste in Berlin entwickelt.

Patente

Nokia hält ein umfangreiches Patentportfolio – das Geschäft mit Lizenzen soll künftig die dritte Säule des neu ausgerichteten Konzerns werden.

Nokia, die einmal unangefochtener Marktführer war, kämpft mit der wachsenden Konkurrenz bei Smartphones und billigen Handys. Vor allem den Lumia-Modellen wird nun eine wichtige Rolle beigemessen. Von ihrem Erfolg ist Nokias Zukunft entscheidend abhängig. Im vergangenen Jahr setzten die Finnen nur noch 9,44 Milliarden Euro um und damit 21 Prozent weniger als im Vorjahr.

Von

rtr

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