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11.01.2007

10:11 Uhr

Handymarkt

Chinesische Huawei kommt nach Deutschland

VonAndreas Hoffbauer

Bislang war es andersrum: Deutsche Unternehmen erobern den chinesischen Markt. Langsam kehrt sich der Spieß um und immer mehr chinesische Anbieter kommen selbst nach Deutschland. Chinas führender Telekommunikationsausrüster Huawei zum Beispiel will seine eigene Handymarke weltweit stärker ausbauen.

PEKING. Der Konzern will in Europa vor allem in Deutschland stark weiter expandieren. Bis 2010 solle der Umsatzanteil von Westeuropa auf acht Prozent verdoppelt werden, sagt Konzernsprecher Fu Jun. „Da bin ich optimistisch." Der Anteil des Auslandsumsatzes liegt bereits bei 65 Prozent. Fu: „Huwaei macht inzwischen deutlich mehr Umsatz im Ausland als auf dem heimischen Markt."

Huawei hat unter anderem mit dem Festnetzanbieter Arcor und dem stark wachsenden Düsseldorfer City-Carrier Versatel eine Partnerschaft. „In Deutschland werden wir Entwicklungsstandorte aufbauen", kündigte Fu weiter an. Huawei setzt auf neue Innovationen: Von den 56 000 Beschäftigten weltweit sind knapp die Hälfte im Bereich Forschung und Entwicklung angestellt.

Der Netzwerk- und Telekommunikationskonzern aus dem Shenzhen hat sich erst im vergangenen Jahr zum Standort Deutschland bekannt. Huwaei will hier seine Europa-Zentrale mit bis zu 1000 Mitarbeitern einrichten. Die Tochterfirma Huawei Technologies Deutschland GmbH hat ihren Sitz in Eschborn und weitere Büros in München, Köln und Düsseldorf.

Eine Übernahme der insolventen Firma BenQ Mobile kommt für die angestrebte Expansion aber nicht in Frage, sagte Fu Jun: „Das machen wir lieber alleine."

Der taiwanesische Konzern BenQ hatte für die von Siemens übernommene Handysparte mit 3000 Beschäftigten in Deutschland im September Insolvenz angemeldet. Seitdem wird nach einem Investor gesucht. In Branchenkreisen war immer wieder auch Huawei als möglicher Käufer genannt worden.

Huawei will jährlich deutlich mehr mehr als eine Millarde Dollar in die Forschung stecken. Davon soll die Hälfte für neue Entwicklungen im Bereich Mobilfunk ausgegeben werden. „Wir werden jedes Jahr zehn Prozent unseres Umsatzes in Forschung und Entwicklung investieren", so Huawei-Manager Fu.

2007 strebt der erst 1988 gegründete und weltweit stark wachsende chinesische Konzern ein Geschäftsvolumen von rund 13 Mrd. Dollar an. 2006 wird Huawei erstmals einen zweistelligen Milliardenumsatz einfahren. Nach den Worten von Fu rechnet der Konzern mit 11 Mrd. Dollar.

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