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10.01.2014

16:11 Uhr

Hans Vestberg

Die Herausforderungen für die Mobilfunk-Netze

Die Mobilfunk-Netze sind oft überlastet - und in absehbarer Zeit kommen noch Milliarden verbundener Geräte dazu. Die Netztechnik müsse intelligenter agieren, sagt der Chef der schwedischen Telekom-Ausrüsters Ericsson.

Hans Vestberg, der Chef des Netz-Ausrüsters Ericsson: „Wir müssen Netzwerke aufbauen, die erkennen können, welche Technik gerade mit ihnen verbunden ist.“ AP/dpa

Hans Vestberg, der Chef des Netz-Ausrüsters Ericsson: „Wir müssen Netzwerke aufbauen, die erkennen können, welche Technik gerade mit ihnen verbunden ist.“

Las VegasDas Internet der Dinge stellt die Mobilfunk-Netze vor große Herausforderungen. Zum einen müssten sie damit klarkommen, dass viel mehr funkende Geräte unterwegs sind und sich plötzlich an unterschiedlichen Orten in großer Zahl konzentrieren könnten, betonte der Chef des Netz-Ausrüsters Ericsson, Hans Vestberg.

Außerdem hätten verschiedene Geräte unterschiedliche Anforderungen an die Netze. „Wir müssen also Netzwerke aufbauen, die viel besser erkennen können, welche Technik gerade mit ihnen verbunden ist“, sagte Vestberg der dpa auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas. Zum Beispiel brauche ein Auto unbedingt eine sehr stabile Verbindung mit möglichst kurzen Reaktionszeiten. Es zeichne sich zwar ab, dass viele verschiedene Funktechniken wie Bluetooth eingesetzt werden. „Aber der Großteil dieser vernetzten Geräte wird an irgendeinem Punkt trotzdem mit mobilen Netzen verbunden sein.“

Erste Hilfe für Handy-Süchtige

Deaktivieren

Deaktivieren Sie die Autokorrektur-Funktion für alle Texte und alles, was Ihr Handy attraktiv für Hacker und andere Einbrecher macht und Akkulaufzeit frisst: Bluetooth, persönlicher Hotspot, automatische WLAN-Suche, Ortungsdienste für alle Programme, die kein Navigationssystem sind (Facebook, Kamera...).

Deaktivieren Sie außerdem die Push-Funktion für E-Mail-Downloads. Entscheiden Sie selbst, wann Sie Zeit für Post haben und laden Sie Ihre E-Mails manuell. Und deaktivieren Sie automatische Benachrichtigungen, die Ihr Handy zum Dealer für Dauerablenkung machen (Soziale Netzwerke, Messenger, Geburtstagserinnerungen).

(Quelle: Anitra Eggler, „Facebook macht blöd, blind und erfolglos.“)

Lautlos

Das ist Ihr „Klingelton“, sobald Sie ungestört leben und arbeiten möchten oder in der Öffentlichkeit lustwandeln. Beliebter Fehler: Weil Sie Ansgt haben, etwas zu verpassen, lassen Sie Ihr Handy im Lautlos-Modus vibrieren - nur zur Sicherheit, vielleicht ruft ja Gott an. Falls Gott Ihnen etwas Wichtiges zu sagen hat, wird er erneut anrufen oder Ihnen eine Nachricht hinterlassen. Aber, um Gottes Willen: Schalten Sie das Vibrieren ab, es macht einen Höllenlärm.

Vibrieren

Das brauchen Sie jetzt nicht mehr, es sei denn, neben Ihnen arbeitet ein Presslufthammer, Sie erwarten den Anruf von Gott und stehen darauf, wenn er in Ihrer Hose vibriert.

Flugmodus

Grandios! Der Wecker funktioniert trotzdem. Die ideale Einstellung für einen störungsfreien Nachtflug im eigenen Bett.

Handy-Sabbat

Zelebrieren Sie mit Ihrer Familie einen Handyfreien Tag am Wochenende. Falls das anfangs zu Palastrevolution und Entzugserscheinungen führt, starten Sie mit einem halben Tag und nehmen auch die Computer dazu. Planen Sie ein Alternativ-Programm und genießen das echte Leben.

Ein Euro ins Schweinderl

Erlassen Sie Handy- und Bildschirmverbot bei allen Mahlzeiten und WC-Besuchen. Erwachsene, die dagegen verstoßen, zahlen 10 Euro, Teenies 3 Euro, Kids 50 Cent.

Schlaf gut, Handy

Gewöhnen Sie sich und Ihre Kinder daran, dass das Handy nachts ausgeschaltet wird und Bettverbot erhält. Eltern-Tipp: Laden Sie alle Handys nachts in einem abgeschlossenen Raum auf.

Ändern Sie die Regeln

Ständig erreichbar sein müssen nur Notrufnummern. Wenn Sie keine betreiben, dann wird es Zeit, Ihre Rufbereitschaft abzustellen.

Der Ericsson-Chef war schon vor einigen Jahren mit der Prognose vorgeprescht, dass es zum Jahr 2020 rund 50 Milliarden vernetzte Geräte geben werde. „Man hat mich jahrelang gefragt, wie ich auf diese Zahl komme. Aber wenn man sich ansieht, was jetzt passiert, erscheint es einleuchtend.“ Auf der CES sind zahlreiche Konzepte für die Vernetzung aller möglichen Geräte im Alltag zu sehen.

Auch Ericsson experimentiert mit neuen Technologien über die Netzwerk-Technik für Telekom-Konzerne hinaus. So zeigt die schwedische Firma in Las Vegas ihr „Smart Paper“ - Papier, auf das elektronische Schaltkreise draufgedruckt sind. Die dünne Elektronik wird bereits durch die Energie des menschlichen Körpers aktiviert. Die Idee ist, damit zum Beispiel Artikel im Supermarkt zu versehen. Nimmt dann ein Allergiker ein Produkt in die Hand, das er nicht verträgt, würde mit Hilfe einer App eine Warnung auf seinem Smartphone-Bildschirm auftauchen.

Mit den vielen Möglichkeiten sei aber auch das Risiko groß, sich in zu vielen Projekten zu verzetteln, räumte Vestberg ein. „Wir sagen zu vielen Sachen Nein.“ Deswegen sei Ericsson zum Beispiel beim Handy-Hersteller Sony Ericsson ausgestiegen. „Wir haben uns gefragt, in welchen Bereichen wir die Nummer eins sein können.“ Ericsson habe sich für wenige Kernbereiche wie mobile Infrastruktur und dazugehörige Dienste, Abrechnungs-Systeme und Router entschieden.

Das mobile Internet habe die gesamte Ausrüster-Branche verändert, sagte Vestberg. „Vor zehn Jahren hatten wir alle mehr oder weniger das gleiche Portfolio: Festnetz-Technik, Mobilfunk-Ausrüstung, Handys. Heute sehen alle unterschiedlich aus.“

Von

dpa

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