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27.08.2015

13:54 Uhr

Hass und Mobbing auf Facebook

Facebook appelliert an Hass-Reden-Schreiber

Heiko Maas ist irritiert. Fotos bestimmter Körperteile werden von Facebook unverzüglich gelöscht. Doch bei Fremdenhass gibt sich der Konzern lethargisch. Facebook appeliert lediglich an Nutzer Hassreden zu unterlassen.

Maas zu Fremdenhass im Internet

„Ideologischer Müll“ hat nichts auf Facebook zu suchen

Maas zu Fremdenhass im Internet: „Ideologischer Müll“ hat nichts auf Facebook zu suchen

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BerlinDas Online-Netzwerk Facebook reagiert verhalten auf die Forderung nach unverzüglicher Löschung ausländerfeindlicher Hass-Parolen. „Wir verstehen, dass wir als Facebook eine besondere Verantwortung tragen und arbeiten jeden Tag sehr hart daran, die Menschen auf Facebook vor Missbrauch, Hassrede und Mobbing zu schützen“, erklärte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag. Facebook halte mit Hilfe vieler Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen dagegen. „Wir appellieren an die Menschen, unsere Plattform nicht für die Verbreitung von Hassrede zu benutzen“, teilte die Sprecherin weiter mit.

Rechtsradikale hatten in den vergangenen Tagen teils menschenverachtende Parolen gegen Flüchtlinge auf Facebook veröffentlicht. Die SPD ließ deswegen über 150 Einträge auf ihrer Facebook-Seite löschen. In einem Brief an das Unternehmen zeigte sich Bundesjustizminister Heiko Maas irritiert darüber, dass zwar Inhalte wie Fotos bestimmter Körperteile unverzüglich gelöscht, rassistische oder fremdenfeindliche Äußerungen aber auch nach Nutzerhinweisen nicht sofort entfernt würden. Am Rande des Besuchs einer Schule in dem durch fremdenfeindliche Ausschreitungen bundesweit in die Schlagzeilen geratenen Ort Heidenau erklärte der SPD-Politiker: „Niemand kann ein Interesse daran haben als ein Medium zu gelten, das in außerordentlicher Weise von Rechtsextremisten genutzt wird, um die Welt mit ideologischen Müll zu überhäufen.“

„Wenn Facebook sagt, natürlich wollen sie keine volksverhetzenden Posts auf Facebook vertreiben, dann müssen sie sie auch löschen“, sagte der Minister weiter. Er lud deswegen die Facebook-Verantwortlichen für den 14. September zu einem Gespräch in seinem Ministerium ein. Die Facebook-Sprecherin erklärte, man sei sehr an einem „Austausch“ mit dem Minister interessiert.

Von

rtr

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