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12.05.2011

14:04 Uhr

Hauptversammlung

Die schönen Versprechungen der Deutschen Telekom

René Obermann hat heute keinen leichten Stand: Auf der Hauptversammlung wollen die Aktionäre wissen, woher das Wachstum kommen soll. Der Telekomchef macht viele Versprechungen. Der große Handelsblatt-Check der Telekom.

Telekom-Chef Rene Obermann muss seinen Aktionären eine Vision darlegen. Quelle: dpa

Telekom-Chef Rene Obermann muss seinen Aktionären eine Vision darlegen.

KölnNach Jahren des schmerzhaften Konzernumbaus will Telekom-Chef Rene Obermann den Telefonriesen wieder auf Wachstum trimmen. Die Chancen sind derzeit so gut wie lange nicht: Der geplante Verkauf des US-Geschäfts dürfte Milliarden in die Kasse spülen und die Nachfrage nach schneller Internet-Anbindung - ob per Mobilfunk oder im Festnetz - steigt sprunghaft.

Nach dem Verkauf der US-Tochter, der bis Mitte 2012 in trockenen Tüchern sein soll, sieht der Bonner Konzern im Geschäft mit dem Datenverträgen für Handys und Laptops große Wachstumschancen. "Wir stehen beim mobilen Internet erst am Anfang - und können darin auch ohne die USA um mehrere Milliarden Euro wachsen", sagte Obermann am Donnerstag auf der Hauptversammlung. Zusammen mit anderen Wachstumsfeldern - wie etwa internetgestützten Stromzählern - solle der Konzern damit langfristig wieder das Wachstumsniveau der Volkswirtschaft erreichen. "Das ist ein ambitioniertes Ziel", räumte der Vorstandschef ein.

Vor dem Wachstumskurs standen Aufräumarbeiten. "Das vergangene Jahr war wegweisend: Wir haben eine veränderte Strategie verabschiedet und erfolgreich die dringendsten Probleme des Unternehmens bearbeitet", sagte Obermann. Die Mobilfunktochter in Großbritannien wurde in ein Gemeinschaftsunternehmen eingebracht, ein jahrelanger Streit um die Besitzverhältnisse bei einem polnischen Netzbetreiber gelöst. Und vor knapp zwei Monaten kam dann noch der unerwartete Befreiungsschlag: Der Verkauf der schwächelnden Tochter T-Mobile USA an den Branchenriesen AT&T für 28 Milliarden Euro. "Ein Preis, der noch vor kurzer Zeit, als Kapitalmärkte in der Krise steckten, wohl kaum möglich gewesen wäre", freute sich Obermann.

Dafür gab es auch von gewöhnlich sehr kritisch gestimmten Aktionären Applaus. Begrüßt wurde vor allem das dicke Kursplus der einstigen Volksaktie von 15 Prozent nach Verkündung der US-Transaktion. "Das Wunder von Bonn ist eingetreten: Die Aktie der Telekom hat sich bewegt, und zwar nach oben", sagte Jella Benner Heinacher von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Auch Klaus Kaldemorgen, Manager bei der Fondsgesellschaft DWS der Deutschen Bank, sprach dem Telekom-Lenker ein Kompliment aus. Unter Obermanns Führung arbeiteten die Telekom-Manager nicht mehr gegen-, sondern miteinander. "Der Vorstand hat die diversen Probleme des Unternehmens zielstrebig und unaufgeregt abgearbeitet.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

12.05.2011, 15:09 Uhr

Kein Wunder das es schlecht läuft. Null Kundenplege!

T-Euer

12.05.2011, 15:58 Uhr

hüstl - mehr Kundenpflege kostet mehr Geld. Mehr Geld verteuert die Produkte. Teurere Produkte vertreiben Kunden zur Billigkonkurrenz Wahrlich keine dankbare Aufgabe ;-)

sporty_bn

12.05.2011, 15:58 Uhr

Das kann ich nur bestätigen! Die Kundenpflege und der Umgang mit bestehenden Kunden ist ein Witz.
Meiner Freundin ist der WLAN-Router nach paar Jahren kaputt gegangen und dann noch nach Ihrem Umzug.
In der neuen Wohnung mit neuem zwei Jahresvertrag hat sie dann die Telekom angerufen und sollte für den Router nochmals Geld zahlen.
Ich bei 1und1 habe soetwas kostenlos bekommen und jetzt nochmals den alten zurückgeschickt und als Ersatz einen neuen Router kostenlos erhalten.
Als Telekom Aktionär wollte ich schon denen mal die Meinung sagen, aber ich antworte mit dem Verkauf dieser Papiere. Habe nur noch die HV abgewartet und die ganze Zeit gewartet bis diese Aktie mal über 11 Euro steigt, um noch mit etwas Gewinn für ne Tasse Kaffee rauszugehen.
Ich kann nur hoffen, das das Unternehmen pleite geht.
Ich selbst komme aus dem Marketing, aber was der Laden mit seinen Kunden veranstaltet, ist ein Witz!
Nie wieder Telekom!!

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