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17.02.2011

12:21 Uhr

Hauptversammlung

Infineon strotzt vor Optimismus

Der Halbleiterhersteller Infineon verbreitet so gute Stimmung wie schon lange nicht mehr. Auf der Hauptversammlung kündigte Vorstandschef Peter Bauer dauerhafte Gewinne an. Vom Erfolg profitiert auch er nachhaltig.

Gut gelaunt präsentieren sich Infineon-Chef Peter Bauer (r.) und Finanzvorstand Dominik Asam auf der Hauptversammlung. Quelle: dpa

Gut gelaunt präsentieren sich Infineon-Chef Peter Bauer (r.) und Finanzvorstand Dominik Asam auf der Hauptversammlung.

MünchenDer Halbleiterhersteller Infineon hat nach Jahren schmerzhafter Verluste laut Vorstandschef Peter Bauer die Trendwende geschafft. "Infineon ist heute so erfolgreich und stabil wie nie zuvor", sagte Bauer zu Beginn der Hauptversammlung des Dax-Konzerns am Donnerstag in München seinem vorab verbreiteten Manuskript zufolge. Ziel sei es, dauerhaft schwarze Zahlen zu schreiben und schneller als der Markt zu wachsen. Nach einem starken ersten Quartal hob der Konzern seine Prognose für das Geschäftsjahr 2010/2011 an und rechnet nun mit einem Umsatzplus im mittleren 10-Prozent-Bereich.

Wie erwartet bleibt Bauer für fünf weitere Jahre an der Spitze des Halbleiterherstellers. Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag des Managers bis Ende September 2016. Unter Bauers Führung hat der Konzern im Geschäftsjahr 2009/2010 das beste Ergebnis seit zehn Jahren eingefahren und will zum zweiten Mal seit der Abspaltung von Siemens 1999 eine Dividende an die Aktionäre ausschütten. Der Manager ist seit Beginn an Bord, seit 2008 steht Bauer an der Spitze der Infineon Technologies AG. Auch der Vertrag von Personalvorstand Reinhard Ploss wurde bis Ende September 2015 verlängert. Dritter Vorstand bei Infineon ist Finanzchef Dominik Asam, der zu Jahresbeginn von RWE zu dem Halbleiterhersteller aus Neubiberg bei München wechselte.

Die Verträge von Ploss und Asam seien auf ein neues Vergütungssystem umgestellt worden, das der Aufsichtsrat im November 2010 verabschiedet hatte. Die Vorstandsmitglieder von Infineon erhalten danach künftig für ihre Tätigkeit ein Zieljahreseinkommen, welches sich zu 45 Prozent aus einem erfolgsunabhängigen Jahresgrundgehalt sowie zu 55 Prozent aus einem variablen, erfolgsbezogenen Bestandteil zusammensetzt.

Die Aktionäre sind hoch zufrieden mit der Entwicklung. „Seit langer Zeit haben wir endlich das Gefühl, dass Infineon auf dem rechten Weg ist“, sagte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). Die Aktionärsschützerin lobte Vorstand und Aufsichtsrat ausdrücklich für ihre Arbeit. Gleichzeitig mahnte die Anwältin, der Konzern müsse "zur Ruhe kommen" und weitere Personalquerelen wie in der Vergangenheit vermeiden. Zuletzt hatte vergangenen Sommer der damalige Finanzvorstand Marco Schröter im Streit mit Vorstandschef Bauer seinen Hut nehmen müssen. 

Daniel Schäfer von der anderen großen Aktionärs-Schützer-Vereinigung SdK ergänzte: „Wir sollten durch Übernahmen wachsen, sonst besteht die Gefahr, selbst übernommen zu werden", sagte der Aktionärsvertreter. Allerdings dürfe Infineon keine überteuerten Preise zahlen. Doch auch Schäfer war voll des Lobes für das Management: „Das erste Mal habe ich den Eindruck, dass hier ein Vorstand am Werk ist, der langfristig denkt.“

Die Aktionäre des Halbleiterherstellers wählen auf der Versammlung voraussichtlich den früheren Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber in den Aufsichtsrat. Den designierten neuen Aufsichtsratschef lobte die Juristin Bergdolt ausdrücklich. Der ehemalige Lufthansa-Chef sei "sturmerprobt", eine wichtige Voraussetzung für die neue Aufgabe. Mayrhuber soll dort auch den Vorsitz übernehmen und damit Klaus Wucherer folgen.

Der Chefaufseher hatte sich 2010 erst in einer dramatischen Kampfabstimmung durchgesetzt und danach angekündigt, nur ein Jahr im Amt zu bleiben. Absegnen soll die Hauptversammlung auch die Einigung mit Ex-Chef Ulrich Schumacher. Infineon hatte sich nach einem jahrelangen Streit mit ihm im Dezember auf einen Vergleich verständigt.

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