Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.09.2011

22:41 Uhr

Hewlett-Packard

Apotheker geht, Whitman kommt

Nun ist es offiziell: Der US-Technologiekonzern Hewlett-Packard trennt sich von Leo Apotheker. Nachfolgerin auf dem Posten des Vorstandsvorsitzenden wird die frühere Ebay-Chefin Meg Whitman.

Leo Apotheker muss seinen Sessel bei HP für Meg Whitman räumen. Reuters

Leo Apotheker muss seinen Sessel bei HP für Meg Whitman räumen.

Palo AltoEiner der wenigen Deutschen an der Spitze eines US-Konzerns räumt seinen Posten: Leo Apotheker hört nach nicht mal einem Jahr beim Computerprimus Hewlett-Packard auf. Und das mit sofortiger Wirkung, wie das Unternehmen am Donnerstag im kalifornischen Palo Alto mitteilte. Nachfolgerin wird wie erwartet die ehemalige Ebay-Chefin Meg Whitman.

„Wir befinden uns in einer kritischen Phase und wir brauchen eine erneuerte Führung, um unsere Strategie erfolgreich umzusetzen und unsere Marktchancen in der Zukunft zu nutzen“, sagte der Verwaltungsratsvorsitzende Ray Lane, der selbst eine aktivere Rolle im Management übernehmen wird. Üblicherweise hat der Verwaltungsratschef nur eine Kontrollfunktion.

Apotheker hatte vor einigen Wochen - mit Rückendeckung des Verwaltungsrates - einen drastischen Strategieschwenk angekündigt. Er wollte die PC-Sparte abspalten und stattdessen auf das Geschäft mit Software setzen. Dafür kauft HP den britischen Software-Spezialisten Autonomy. Die Ankündigung löste einen massiven Kurseinbruch aus.

Nun ruhen alle Augen auf Whitman. Es ist aber unklar, inwieweit die neue Konzernchefin die jüngsten Entscheidungen überhaupt noch zurückdrehen kann oder will. Die Übernahme von Autonomy dürfte sich nicht so einfach abblasen lassen. Immerhin hat sich HP bei der Trennung von der PC-Sparte ein Hintertürchen offengehalten und versichert, dass noch nichts endgültig entschieden sei.

Bleibt noch die Personalie selbst: Wie Apotheker kommt Whitman nicht aus der Hardware-Ecke. Sie hatte das Online-Auktionshaus Ebay groß gemacht. Gegen HP sieht Ebay aber immer noch winzig aus. Kritiker zweifelten schon daran, dass es ihr gelingen werde, einen so komplexen Computerkonzern zu managen, zumal der gerade in einer schweren Krise steckt.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×