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25.02.2011

12:58 Uhr

Hollywood

And the Oscar goes to – Globalwood

VonFlorian Brückner, Nils Rüdel

Am Wochenende werden die Oscars verliehen - für Hollywood der spektakulärste Tag des Jahres. Doch das Schicksal der Traumfabrik entscheidet sich nicht mehr in Amerika, sondern im Ausland. Aus Hollywood wird Globalwood.

Der Spielfilm Avatar war zwar auch in Amerika erfolgreich, aber international spielte das Science Fiction Abenteuer noch mehr ein. Quelle: ap

Der Spielfilm Avatar war zwar auch in Amerika erfolgreich, aber international spielte das Science Fiction Abenteuer noch mehr ein.

Düsseldorf„Und der Oscar geht an…“ Am Sonntag werden wieder Filmstars, Regisseure und Produzenten über den roten Teppich des Kodak Theaters in Los Angeles schreiten und einen Abend lang sich selbst feiern. Colin Firth hofft auf die Trophäe für seine Rolle in „The King’s Speech“, ebenso wie Natalie Portman als getriebene Balletttänzerin in „Black Swan“. Die Oscar-Verleihung ist für Hollywood der spektakulärste Tag des Jahres.  

Doch was all der Glamour verdeckt: Nicht mehr die goldenen Statuen, nicht mehr die illustren Gäste der Oscar-Nacht und schon gar nicht die amerikanischen Zuschauer entscheiden heute über den Wert eines Films. Es sind die Kinogänger in Übersee, in China, Brasilien oder Indien, die den Daumen heben oder senken. „Wir müssen Filme machen, die sich auch international durchsetzen“, sagte Rob Moore, Vize-Chef des Filmstudios Paramount Pictures, dem Wall Street Journal. „Das ist der einzige Weg, damit sich die Produktion von Filmen wirtschaftlich rechnet."

Konsequenz: Warner Brothers, 20th Century Fox, Universal und Co. sind internationaler denn je. Und das nicht unbedingt freiwillig: Ein alterndes Publikum in den heimischen Kinos zwingt die Studios dazu, mit aller Kraft ihre Filme auch an entfernten Orten der Welt in den Markt zu drücken. Und der Oscar geht an – Globalwood.

Die Zahlen sprechen für sich: Zwei Drittel der Einnahmen erzielen die Filmfabriken laut Branchenverband MPAA mittlerweile im Ausland. Allein im vergangenen Jahr kamen mehr als 21 Milliarden Dollar von außerhalb der Landesgrenzen – ein Sprung von 13 Prozent gegenüber 2009. In den USA und Kanada konnten die Studios dagegen nur rund zehn Milliarden einnehmen, ein Wert, der sich seit Jahren vor sich hindümpelt.

Insgesamt erzielte die US-Branche im vergangenen Jahr mit Einnahmen von gut 32 Milliarden Dollar ein neues Allzeithoch – allerdings allein getrieben vom Boom des 3D-Films und eben des Wachstums in den Schwellenländern. In der Asien-Pazifik-Region legten die Umsätze um 21 Prozent auf knapp neun Milliarden Dollar zu, in Lateinamerika sogar um 25 Prozent auf zwei Milliarden.

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