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06.06.2017

06:51 Uhr

HomePod

Ein neues Tor in die Apple-Welt

VonBritta Weddeling

Der Pionier Apple ist zum Spätzünder geworden: Der gestern präsentierte intelligente Lautsprecher HomePod ist die erste große Hardware-Neuheit seit der Apple Watch. Das Gerät soll dem Konzern neue Märkte eröffnen.

Intelligente Lautsprecher

Apples Homepod - das neue Flagschiff?

Intelligente Lautsprecher: Apples Homepod - das neue Flagschiff?

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San JoseTim Cook gibt sich an diesem Montag besonders gut gelaunt. Beschwingt betritt der Apple-Chef in blauem Pulli und hellblauem Hemd die Bühne im San Jose Convention Center, dann hüpft er sogar. „Willkommen zur WWDC hier in San Jose, nur ein paar Schritte entfernt vom neuen Apple-Hauptquartier”, ruft er den 6000 Leuten im Convention Center des Städtchens im südlichen Silicon Valley zu. „Wir haben eine Menge zu besprechen. Eine Menge.”

Und er behielt recht. Cook präsentierte zahlreiche technische Neuerungen für das Apple-Universum, darunter das neue Betriebssystem iOS 11, neue Versionen des Tablet-Computers iPad und Desktop-Rechners iMac. Auf die wichtigste Innovation gewährte er jedoch erst gegen Ende seiner Keynote einen Blick.

Es ist Apples erste große Hardware-Neuheit seit der der Apple Watch und das lang erwartete, neue Zuhause für Sprachassistentin Siri: der intelligente Lautsprecher HomePod. Das Gerät soll ein wenig Apple-Magie versprühen bis im September das iPhone anlässlich seines zehnjährigen Geburtstags in neuem Glanz erstrahlen soll.

Die iPhone-Evolution

Von Modell zu Modell

Das erste iPhone im Jahr 2007 hat den Vormarsch der Smartphones angestoßen und nicht nur die Mobilfunk-Industrie umgekrempelt. Ein Überblick über die Entwicklung der Geräte von Modell zu Modell:

Das erste iPhone

Für das Jahr 2007 waren der große Touchscreen ganz ohne Tastatur und die Bedienung per Finger ein radikales Konzept, das die Smartphone-Revolution entscheidend anschob. Dabei verzichtete Apple bei der ersten Version sogar auf den schnellen UMTS-Datenfunk. (Quelle: dpa)

iPhone 3G

Ein iPhone 2 gab es nie – stattdessen kam im Sommer 2008 das iPhone 3G, was auf die Unterstützung des 3G-Standards UMTS hinwies. Das Aluminium-Gehäuse wurde durch eine Plastik-Schale ersetzt. Mit dem App Store öffnete Apple die Plattform für Programme verschiedener Entwickler.

iPhone 3GS

Mit dem Modell des Jahres 2009 führte Apple sein „Tick-Tock“-Prinzip ein, bei dem die iPhones alle zwei Jahre radikal erneuert werden und es zwischendurch ein „S“-Modell im unveränderten Design, aber mit aufgerüstetem Innenleben gibt. Das 3GS bekam eine bessere Kamera und einen schnelleren Chip.

iPhone 4

Das letzte Modell, das Gründer Steve Jobs noch selbst vorstellte. Das kantige Design des iPhone 4 mit einer gläsernen Rückwand war 2010 aufsehenerregend, zugleich häuften sich zunächst Berichte über Empfangsprobleme mit der Antenne am Außenrand.

iPhone 4S

Apple ließ sich 15 Monate Zeit bis Oktober 2011 mit einer Aktualisierung. Zu den Neuerungen gehörte neben technischen Verbesserungen die Sprachassistentin Siri.

iPhone 5

Während die Smartphones der Wettbewerber immer größer wurden, erweiterte Apple 2012 zunächst vorsichtig die Bildschirm-Diagonale von 3,5 auf 4 Zoll. Zugleich wurde das Gerät deutlich dünner gemacht und bekam wieder eine Aluminium-Hülle.

iPhone5S

Die wichtigste Neuerung im Herbst 2013 war der Fingerabdruck-Sensor zum Entsperren der Telefone. Zudem entwickelte Apple unter anderem die Kamera weiter.

iPhone 6

Erstmals entschied sich Apple 2014 für zwei neue Modelle mit deutlich größeren Bildschirmen mit Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll. Der Schritt löste einen Absatzsprung aus, Apple kam monatelang der Nachfrage nicht hinterher. Die Geräte wurden abermals dünner.

iPhone 6S

Gleiches Gehäuse, bessere Technik – das reichte im Weihnachtsquartal 2015 knapp für den nächsten Absatzrekord von knapp 74,8 Millionen verkauften iPhones.

iPhone 7

Zum ersten Mal geht Apple ins dritte Jahr mit einem weitgehend unveränderten äußeren Design. Aber Apple verzichtete unter anderem auf die klassische Ohrhörer-Buchse zugunsten des digitalen „Lightning“-Anschlusses.

iPhone 8

Bei zahlreichen Neuerungen im Inneren behielt Apple hier das seit 2014 kaum veränderte Design bei.

iPhone X

Erstmals hat das neue iPhone ein OLED-Display, welches zusätzlich bis zu den Rändern reicht. Außerdem verfügt es über eine Gesichtserkennung zum Entsperren. Dafür wurden der Homebutton und der Fingerabdrucksensor weggelassen.

Dem Kultobjekt verdankt der Hersteller aus Cupertino seinen Aufstieg zum wertvollsten Unternehmen der Welt, mit einer Marktkapitalisierung von über 800 Milliarden Dollar. Analysten jedoch rechnen für die Zukunft damit, dass der Smartphone-Boom erlahmt. Laut des Internet Trend Reports von Mary Meeker, Partnerin bei der Investorenfirma Kleiner Perkins Caufield & Byers, der als die wichtigste Marktanalyse der Tech-Branche gilt, stiegen die Verkäufe 2016 nur noch um drei Prozent, im Vorjahr waren es noch zehn Prozent.

Neues Wachstum sieht die Studie hingegen bei den smarten Assistenten. Die Stimme beginne das Tippen bei der Suche zu ersetzen, 20 Prozent aller mobilen Anfragen im Jahr 2016 erfolgten bereits mittels Sprachsteuerung, so die Expertin. Kein Wunder also, dass auch der Apple-Chef in den neuen Markt investiert und sein Ökosystem an Geräten erweitert.

HomePod sei ein „bahnbrechender Lautsprecher für das Zuhause mit wahnsinnigem Sound und unglaublicher Intelligenz”, schwärmt Cook und zeigt in einem Video das etwa 17 Zentimeter große Gerät, das in den Farben weiß, grau und schwarz erhältlich sein wird. Der Verkauf startet im Dezember in Australien, Großbritannien und den USA. Der Preis des Geräts liegt mit 349 Dollar über dem des Amazon-Konkurrenzprodukts Echo Show, das 229,99 kostet und es ist teurer als Googles intelligenter Lautsprecher Home für 109 Dollar.

Doch nach Ansicht des Unternehmens sei der Preis durchaus angemessen. Es gebe viele Versuche, sagt Apple-Manager Phil Schiller und zeigt Bilder des Herstellers Sonos und von Amazons Echo. „Doch keiner hat es bisher perfekt hingekriegt”. Apples HomePod sei „das größte Gehirn für einen Lautsprecher”. Mithilfe integrierter Sensoren und sechs Mikrophonen passe sich der HomePod in Ton und Lautstärke an seine Umgebung an und könne Kommandos sogar vom anderen Ende des Raums aus empfangen.

Kommentare (7)

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Herr Lothar Bitschnau

06.06.2017, 09:36 Uhr

Unverständlich:
Für ein paar Nützlichkeiten lassen sich Menschen ihre Privat- und Intimsphäre abhorchen. Gott sieht und hört alles, hieß es früher, und das war ein beklemmendes Gefühl. Auch dass Gott nichts vergisst.

Herr Hans-Jörg Griesinger

06.06.2017, 09:47 Uhr

Hahaha, seit Jobs unter der Erde liegt, kommt von Apple rein gar nichts mehr an Innovation.
Ganz, ganz schwach, was soll ich mit so einem Spielzeuglautsprecher?
Wenn ich vernünftig Musik hören will, geht das von hiochaufgelösten Tonquellen über eine gute HiFi-Stereoanlage und Spitzenlautsprecher (ab Preisklasse 1000 € aufwärts).
Wenn ich qualitativ gute Fotos möchte, knipse ich ja auch nicht mit einem Smartphone meine Bilder, sondern verwende eine digitale Spiegelreflexkamera.
Apple ist auf dem absteigenden Ast. Ohne die Kreativität und den Genius von Jobs kriegen die nichts mehr auf die Reihe. Google und amazon werden bald an Apple vorbeiziehen, ebenso hat Microsoft mit Windows 10 eine stabile und vor allem offene Software im Programm.
Apple ist ein marketingtechnisch gut verkaufter Hype, man verkauft keine Hard- und Software, sondern man verkauft ein „Lebensgefühl zur i-Welt mit dazuzugehören“. Die hypen i-Jünger, die ihrer Sekte huldigen.
Zudem sind die Geräte von Apple im verglöeich zu den Mitbewerbern einfach viel zu teuer.

Herr Hans-Jörg Griesinger

06.06.2017, 09:54 Uhr

Apple Watch, Home Pod, was kommt da noch für Tant?
Hahaha, alles Sachen, die die Welt nicht braucht.
Mensch Leute, lasst euch doch nicht verarschen und weiter das hartverdiente Geld aus der Tasche ziehen.

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