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20.01.2014

21:06 Uhr

HP setzt auf Windows 7

Zurück in die Zukunft

VonAxel Postinett

Volle Breitseite: Der IT-Riese Hewlett Packard ärgert seinen langjährigen Kooperationspartner Microsoft und bringt Windows 7 auf seine Geräte zurück. Es ist das schmutziges Ende einer ehemals guten Freundschaft.

Wegen des großen Interesses zurück: HP liefert seine Produkte wieder mit Windows 7 aus. Screenshot

Wegen des großen Interesses zurück: HP liefert seine Produkte wieder mit Windows 7 aus.

San FranciscoBesucher der US-Webseite von Hewlett Packard staunen nicht schlecht. Prominent auf der ersten Seite prangt die Werbung für ein Notebook. Aber nicht irgendein Notebook: „Zurück aufgrund großer Nachfrage“ steht da und das Besondere ist das Betriebssystem: Es ist Windows 7, Vorgänger des aktuellen Windows 8.1. Und wer diese Version wählt, der spart auch noch bis zu 150 Dollar.

Eine Werbung, die Microsoft überhaupt nicht in den Kram passt. Windows 8 mit seinem Metro-Design kämpft immer noch mit Akzeptanzschwierigkeiten. Das Update auf 8.1 hat die schlimmsten Schnitzer und Kanten ausgebügelt, aber noch lange nicht zu einem Stimmungsumschwung geführt. Wer immer einen Laptop oder PC ohne Berührungsbildschirm kauft, der braucht Windows 8 schlicht nicht. Wer einen hat, der findet sich in einer neuen Welt wieder, in die er sich erst langsam einarbeiten muss. Kritiker höhnen über Windows 8 schon länger, es sei das „New Coke“ der Softwareindustrie. Vor rund dreißig Jahren brachte Coca Cola eine komplett neue Formel für seinen größten Umsatzbringer heraus, um nur weniger später reuevoll zur alten Formel zurückzukehren.

HP ist nicht irgendein Computer-Hersteller. Es ist der größte einzelne Windows-Kunde von Microsoft. Während der Boom-Zeiten des PCs waren HP und Microsoft ein Traum-Duo, eine wahre Gelddruckmaschine. Noch 2010 lag die Schlagzahl bei zwei PCs pro Sekunde, die die Auslieferungslager von HP verließen oder über eine Ladentheke irgendwo auf der Welt gereicht wurden. Laut dem damaligen PC-Chef Todd Bradley entsprach das einem Umsatz von vier Millionen Dollar pro Stunde.

Doch ab 9. Februar 2011 änderte sich plötzlich alles. In San Francisco präsentierte Bradley die Zukunft von HP. Neben Smartphones und Tablets mit dem Betriebssystem webOS, zusammen mit Palm für 1,3 Milliarden Dollar eingekauft, prangten auf einer großen Leinwand PCs und Notebooks mit dem Logo „HP webOS“. Microsofts größter Kunde versuchte den Alleingang. Mehr noch: webOS sollte auf Druckern und in Kameras Einzug halten, kurz überall, wo HP draufsteht. Bradleys Plan: Über 100-Millionen webOS-Geräte pro Jahr unter die Kundschaft bringen.

Kommentare (4)

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Surrlibrumm

21.01.2014, 08:17 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: http://www.handelsblatt.com/netiquette

Bobo

21.01.2014, 08:24 Uhr

WebOS ging nicht an Lenovo sondern an LG. Wer sich die Geschäftskundenshops für Laptops von Lenovo und Dell anschaut sieht dass die längst die gleiche Strategie verfolgen, kaum Win8. Die Frage ist nur wann die Hersteller diese Möglichkeit auch für Heimanwender anbieten werden.

scholb

21.01.2014, 08:27 Uhr

Guter Zug. Bin beruflich auf ein funktionierendes, schnelles Betriebssystem angewiesen - und benötige keine Spielwiese. Windows 8 samt neuen (eigentlich sehr guten) Laptop habe/n ich/wir nach 1 Woche zurückgegeben und "alte Systeme" wieder eingesetzt. Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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