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09.10.2014

09:27 Uhr

HTC-Chef Peter Chou

„Unsere Smartphones sind besser als das iPhone“

VonGrischa Brower-Rabinowitsch

HTC-Chef Peter Chou muss Überzeugungsarbeit leisten: Der Elektronikhersteller leidet unter der großen Konkurrenz. Im Interview spricht er über den Sex-Appeal seiner Smartphones und welche Produkte Chancen bieten.

HTC-Chef Peter Chou: „Es gibt einen großen Wettbewerb unter den Smartphone-Herstellern.“ Reuters

HTC-Chef Peter Chou: „Es gibt einen großen Wettbewerb unter den Smartphone-Herstellern.“

New YorkPeter Chou ist ein Tüftler: Wenn HTC neue Smartphones entwickelt, mischt der Chef mit. Die Smartphones des taiwanischen Unternehmens bekommen häufig gute Noten, trotzdem lief der Verkauf in den letzten Jahren schlecht. Im Interview mit dem Handelsblatt spricht er über den schwierigen Markt und die Produkte der Zukunft.

Herr Chou, warum sollte ich mir ein HTC-Smartphone kaufen statt zum Beispiel ein iPhone oder ein Samsung Galaxy?
HTC Smartphones haben im Markt eine sehr starke Glaubwürdigkeit, sie werden als die besten Premium-Produkte angesehen. Und wir bemühen uns sehr, das schönste Design, eine tolle Ästhetik und das beste Smartphone-Erlebnis zu liefern.

Ihre Umsätze sind trotzdem rückläufig…
Es ist ein schwieriger Markt, es gibt einen großen Wettbewerb unter den Herstellern. Aber wir haben inzwischen begehrenswerte Smartphones. HTC One ist das größte Premium-Produkt mit der besten Kamera auf dem Markt. Und nun haben wir mit unserer zweiten Produktlinie „Desire“ ein Gerät, das mit der besten Technik ausgestattet ist, aber einen absolut wettbewerbsfähigen Preis hat. Wir sehen deshalb wieder Wachstum im vierten Quartal.

Fakten zu HTC

Smartphone-Pionier aus Taiwan

HTC ist den meisten wohl erst seit einigen Jahren ein Begriff, dabei gibt es das taiwanische Unternehmen bereits seit 1997. Lange arbeitete es als Auftragsfertiger und baute für andere Firmen Notebooks, Handys und elektronische Assistenten (PDAs).

Schwenk zu Android

Anfangs baute HTC Handys mit dem Microsoft-System Windows Mobile. Nachdem Google sein Betriebssystem Android vorgestellt hatte, setzte HTC aber verstärkt auf das offene Betriebssystem – zunächst mit einigem Erfolg.

Keine Chance gegen Samsung

Nach anfänglichen Erfolgen mit Android-Smartphones litt HTC jedoch unter der wachsenden Konkurrenz. Gerade der Konkurrent Samsung mit seinem riesigen Marketingbudget hängte den taiwanischen Hersteller ab. Der Umsatz schrumpfte, der Marktanteil ebenso, auch der Aktienkurs ging auf Talfahrt.

Misserfolg mit Beats

HTC übernahm 2011 für rund 300 Millionen Dollar den Kopfhörerhersteller Beats. Doch die Hoffnung auf einen Verkaufserfolg insbesondere bei jüngeren Nutzern erfüllte sich nicht – und das Unternehmen gab seine Anteile an den Finanzinvestor Carlyle weiter. Inzwischen hat Apple Beats übernommen.

Weniger, aber bessere Geräte

Ein Grund für die Misere lag in der unübersichtlichen Modellpalette. HTC-Chef Peter Chou will sich nun auf weniger Produkte konzentrieren. Das größte Augenmerk gilt den Topmodellen, etwa dem HTC One und dem Nachfolger HTC One M8.

Werbung in der Champions League

Um die eigene Marke bekannter zu machen, wirbt HTC in der Champions League. Zudem gewann das Unternehmen den Schauspieler Robert Downey Jr. („Iron Man“) für eine Marketingkampagne.

Ihnen fehlt also nur der Sex-Appeal oder Kultfaktor des iPhones und Sie würden mehr Smartphones verkaufen?
Nein, absolut nicht. Unsere Smartphones bieten ein besseres Erlebnis als ein iPhone. Unser neues Desire Eye hat zum Beispiel eine 13 Megapixel Kamera vorne und hinten. Und sie können mit beiden gleichzeitig Videos aufnehmen.

Glauben Sie, dass der Smartphone-Markt in ein paar Jahren tot sein wird, weil es neue Geräte geben wird, die bisher noch nicht erfunden worden sind?
Das Smartphone wird vielleicht irgendwann ein Allerweltprodukt werden, aber es wird niemals untergehen wie eine Videokassette. Das Smartphone ist die einflussreichste Technologie geworden, es ist Teil des Lebens der Menschen, viele können ohne gar nicht mehr leben. Es bestimmt wie wir mit der Welt, mit den Menschen kommunizieren.

Das heißt, Smartphones bleiben ihr Hauptprodukt?
Smartphones sind großartig und wir werden weiter an ihnen arbeiten, aber wir müssen auch andere Dinge wie die Re-Kamera entwickeln, um uns wettbewerbsfähiger zu machen und das Erlebnis mit der Marke HTC weiter zu verbessern. Das Internet der Dinge und Wearables eröffnen auch uns große Chancen. Als Unternehmen müssen sie immer nach vorne schauen, neue Werte schaffen, neue aufregende Produkte schaffen. Wenn Sie damit aufhören, dann gehen Sie unter.

Den ganzen Artikel finden Sie in der aktuellen Ausgabe von Handelsblatt Live, der Digitalausgabe des Handelsblatts für Tablets und iPhone. ( http://apps.handelsblatt.com/live-app/ )

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