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12.01.2017

11:34 Uhr

HTC

Künstliche Intelligenz fürs Smartphone

HTC will wieder zum Vorreiter in Sachen Smartphones werden. Dafür entwickelt das Unternehmen aus Taiwan nun eine künstliche Intelligenz für Handys. Diese soll schon bald vorgeführt werden.

Mit den neuen Modellen will der Smartphone-Hersteller den Markt zurückerobern. dpa

Smartphone HTC U Play

Mit den neuen Modellen will der Smartphone-Hersteller den Markt zurückerobern.

BerlinDer Smartphone-Vorreiter HTC setzt auf ein Comeback mit Hilfe künstlicher Intelligenz im Handy. Der persönliche Assistent soll unter anderem lernen, welche Benachrichtigungen für einen Nutzer angezeigt werden sollten. „Wir wollen wieder Innovationsführer werden“, sagte Eric Matthes, der für den taiwanesischen Hersteller für den deutschen, Schweizer und österreichischen Markt zuständig ist. Am Donnerstag kündigte das Smartphone-Urgestein mit dem „HTC U Ultra“ und dem „HTC U Play“ zwei neue Modelle an, die beide noch im Februar, kurz vor der Mobilfunkmesse Mobile World Congress, auf den Markt kommen sollen.

Das Ultra ist als High-End-Gerät gedacht und verfügt neben dem 5,7 Zoll großen Hauptbildschirm über einen zweiten, separaten Display-Streifen. Er zeigt etwa eingehende Nachrichten oder Anrufe an oder gewährt auch Zugriff auf Kontakte, ohne dass der Nutzer die aktuelle Anzeige auf dem großen Bildschirm verlassen muss. Die künstliche Intelligenz soll auch ein intelligentes Strom-Management ermöglichen. So könne die HTC-eigene Software etwa auf den Terminkalender zugreifen und die beste Zeit fürs Nachladen vorschlagen, statt erst bei einem festgelegten Batterie-Stand nur den Stromspar-Modus vorzuschlagen.

Mit Hilfe einer eigenen intelligenten und lernfähigen Sprachassistentin lässt sich das Smartphone auch per Sprachbefehl entsperren. Vier an den Seiten des Smartphones integrierte Mikrofone sollen eine reibungslose Kommunikation mit dem Gerät gewährleisten. Der persönliche Assistent sei ständig aktiv, betonte Marketingchef Darren Sng.

Fakten zu HTC

Smartphone-Pionier aus Taiwan

HTC ist den meisten wohl erst seit einigen Jahren ein Begriff, dabei gibt es das taiwanische Unternehmen bereits seit 1997. Lange arbeitete es als Auftragsfertiger und baute für andere Firmen Notebooks, Handys und elektronische Assistenten (PDAs).

Schwenk zu Android

Anfangs baute HTC Handys mit dem Microsoft-System Windows Mobile. Nachdem Google sein Betriebssystem Android vorgestellt hatte, setzte HTC aber verstärkt auf das offene Betriebssystem – zunächst mit einigem Erfolg.

Keine Chance gegen Samsung

Nach anfänglichen Erfolgen mit Android-Smartphones litt HTC jedoch unter der wachsenden Konkurrenz. Gerade der Konkurrent Samsung mit seinem riesigen Marketingbudget hängte den taiwanischen Hersteller ab. Der Umsatz schrumpfte, der Marktanteil ebenso, auch der Aktienkurs ging auf Talfahrt.

Misserfolg mit Beats

HTC übernahm 2011 für rund 300 Millionen Dollar den Kopfhörerhersteller Beats. Doch die Hoffnung auf einen Verkaufserfolg insbesondere bei jüngeren Nutzern erfüllte sich nicht – und das Unternehmen gab seine Anteile an den Finanzinvestor Carlyle weiter. Inzwischen hat Apple Beats übernommen.

Weniger, aber bessere Geräte

Ein Grund für die Misere lag in der unübersichtlichen Modellpalette. HTC-Chef Peter Chou will sich nun auf weniger Produkte konzentrieren. Das größte Augenmerk gilt den Topmodellen, etwa dem HTC One und dem Nachfolger HTC One M8.

Werbung in der Champions League

Um die eigene Marke bekannter zu machen, wirbt HTC in der Champions League. Zudem gewann das Unternehmen den Schauspieler Robert Downey Jr. („Iron Man“) für eine Marketingkampagne.

Erstmals fertigte HTC die U-Modelle komplett, also auch die Rückseite, aus gehärtetem Glas, statt aus Metall. Damit sollen die Geräte deutlich kratzfester sein und zudem neuartige Farbnuancen ermöglichen. Das „U Play“ ist ebenfalls mit allen wesentlichen neuen Funktionen ausgestattet und hat ein 5,2 Zoll großen Bildschirm. Für besseren Sound sollen Ohrhörer sorgen, die das Ohr von innen mit Ultraschall vermessen und den Ton daran anpassen können.

HTC gehört zu den Pionieren im Smartphone-Markt. Das taiwanesische Unternehmen baute etwa für Microsoft das erste Smartphone mit Windows-Betriebssystem. Auch das erste Google-Smartphone, das „G1“, stammte - wie zuletzt auch das „Pixel“ - aus den Werkhallen von HTC. Die mäßigen Verkäufe der jüngsten Modelle unter eigenem Markennamen sorgten jedoch für Verluste.

Von

dpa

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