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10.10.2013

16:04 Uhr

„Huffington Post“

Start mit vielen Ausrufezeichen

VonChristof Kerkmann

Lies mich! Mit reißerischer Aufmachung ist der deutsche Ableger des Nachrichtenportals „Huffington Post“ online gegangen. Die Macher haben große Ambitionen. Sie müssen aber noch zeigen, dass ihr Geschäftsmodell trägt.

Huffington Prost! Medienunternehmerin Arianna Huffington will den deutschen Nachrichtenmarkt aufrollen. dpa

Huffington Prost! Medienunternehmerin Arianna Huffington will den deutschen Nachrichtenmarkt aufrollen.

DüsseldorfÜberschriften in Großbuchstaben und Ausrufezeichen en masse: Am Donnerstag ist der deutsche Ableger des Nachrichtenportals „Huffington Post“ online gegangen. „Wir liefern damit den Zugang zu den besten Inhalten im Internet“, sagt Gründerin Arianna Huffington bei der Eröffnung in München. Der marktschreierische Auftritt passt zu ihren Ambitionen: In den USA erreicht das Portal mehr Leser als die Online-Ausgabe der traditionsreichen „New York Times“. In Deutschland soll die Webseite unter die Top 3 der Nachrichtenportale vorstoßen.

Dabei setzt die Unternehmerin wie beim US-Portal auf eine Mischung aus schnellen Nachrichten, Blog-Einträgen, Kommentaren und dem Verweis auf Artikel anderer Medien – gerne mit reißerischen Schlagzeilen angekündigt. „Die Leser sind eingeladen, uns ihre Geschichten zu erzählen“, sagte Huffington. Auch Gesundheitstipps, Lebenshilfe und Lifestyle-Themen spielten eine große Rolle.

Zum Start tritt ein 15-köpfiges Team an, das mit der Burda-Tochter Tomorrow Focus AG zusammenarbeitet. Das Medienunternehmen will in den nächsten zwei Jahren drei Millionen Euro investieren. Spätestens 2016 soll das Portal profitabel sein, 2018 zwischen 10 und 15 Millionen Euro Umsatz machen.

Die Konkurrenz der „HuffPo“

Große Ziele

Die „Huffington Post“ will in den nächsten Jahren zu einem der drei größten Nachrichtenportale in Deutschland aufsteigen. Um in die Top 3 einzudringen, muss sie allerdings eine große Reichweite aufbauen.

Bild.de

Die größte Reichweite hat Bild.de mit 256 Millionen Visits im September, wie die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) gemessen hat.

Spiegel Online

Auf Platz 2 liegt Spiegel Online: Die Redaktion mit Sitz in Hamburg verzeichnete im September 205 Millionen Visits.

Focus Online

Bild.de und Spiegel Online haben deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz. Auf Platz 3 liegt der Kooperationspartner der „Huffington Post“: Focus Online erreichte 80 Millionen Visits.

n-tv

Das viertbeliebteste Nachrichtenangebot im September war n-tv.de mit 66 Millionen Visits.

Es ist ein Start mit vielen Ausrufezeichen – nicht nur wegen Überschriften wie „Pleite! Zerschlagung! Untergang!“ (es geht um kriselnde Traditionsunternehmen). Denn in den vergangenen Wochen hatte es einige heftige Diskussionen über das Konzept des Magazins gegeben.

Die erste Kontroverse dreht sich ums Geld: Die „Huffington Post“ bieten ihren Kolumnisten und Bloggern keine Honorare. Zahlungsmittel ist Aufmerksamkeit. Die Plattform sei wie „wie eine Talkshow mit einem großen Publikum“, schreibt der designierte Chefredakteur Sebastian Matthes, derzeit noch Ressortleiter bei der „Wirtschaftswoche“. Sozialarbeiter wie Wissenschaftler, Sportler wie Gesundheitsexperten könnten „mit Themen, die sie begeistern, ein Publikum erreichen, das sie sonst möglicherweise nicht erreicht hätten“.

Kommentare (1)

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Observateur

10.10.2013, 17:27 Uhr

"Eigene, gar investigative" Recherche ist die Ausnahme"

Bei welcher anderen Zeitschrift (gedruckte od. Online-Ausgabe) ist denn das nicht genau so der Fall?

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