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23.01.2015

09:10 Uhr

Hutchison Whampoa

Asiens reichster Mann kauft O2

Der britische Mobilfunkmarkt steht vor einer großen Veränderung. Asiens reichster Mann Li Ka-shing will O2 für bis zu 13,6 Milliarden Euro von Telefónica kaufen. Dadurch dürfte ein neuer Branchenprimus entstehen.

Li Ka-shing, der reichste Mann Asiens, kontrolliert den chinesischen Mobilfunker Hutchison Whampoa. AFP

Li Ka-shing, der reichste Mann Asiens, kontrolliert den chinesischen Mobilfunker Hutchison Whampoa.

MadridAsiens reichster Mann Li Ka-shing will den britischen Mobilfunkanbieter O2 für bis zu 13,6 Milliarden Euro kaufen. Lis Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa gab am Freitag exklusive Verhandlungen mit der spanischen O2-Mutter Telefónica bekannt.

Hutchison ist bereits mit Three Mobile auf dem britischen Mobilfunkmarkt vertreten und würde zusammen mit dem Branchenzweiten O2 zum neuen Primus aufsteigen. Zusammen würden Three und O2 den bisherigen Platzhirsch EE ablösen, der der Deutschen Telekom und dem französischen Anbieter Orange gehört.

Kleines Mobilfunk-Lexikon

GSM

GSM, kurz für „Global System for Mobile Communication“, war der erste digitale Mobilfunkstandard. In Deutschland wurde er in den 1990er Jahren eingeführt. Heute noch ist GSM in vielen Ländern in Betrieb, auch hierzulande. Dank der guten Versorgung scheint der Standard momentan unverzichtbar.

Edge

Edge, kurz für „Enhanced Data Rates for GSM Evolution“, ist eine Erweiterung des GSM-Standards, die eine Datenübertragung mit bis zu 384 Kilobit/Sekunde erlaubt. Nach heutigen Maßstäben ist das langsam. Dafür steht der Satz „Ich habe nur Edge“, den man etwa auf Bahnreisen oft hört.

UMTS

„Universal Mobile Telecommunications System“ ist der Mobilfunkstandard der dritten Generation. UMTS ist in Deutschland und großen Teilen der Welt verbreitet und ermöglicht schnelle Datenübertragungen. Nutzer in einer Funkzelle müssen sich allerdings die Bandbreite teilen – trotz Erweiterungen beginnen die Netze, zu verstopfen.

HSPA

„High Speed Packet Access“ macht UMTS schneller: Statt Übertragungsraten von 384 Kilobit/Sekunde sind mit HSPA bis 14,4 Megabit/Sekunde möglich, der Upload wird auf bis zu 5,76 Mbit/s beschleunigt.

HSPA+

Und es geht noch schneller: HSPA+ ermöglicht Downloads mit bis zu 21 Megabit/Sekunde. Wenn Netzbetreiber und Endgerät zwei Verbindungen gleichzeitig aufbauen können, wird diese Rate noch einmal verdoppelt.

LTE oder 4G

Der Mobilfunkstandard der vierten Generation heißt LTE, kurz für „Long Term Evolution“. Er beschleunigt die Datenübertragung auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde, die Weiterentwicklung Cat4 macht bis 150 Mbit/s möglich. 4G wird oft synonym für LTE benutzt.

Lis Geschäftsimperium reicht weit über Telekommunikation hinaus und erstreckt sich auch auf Immobilien, Medien Biotechnologie, Häfen und Einzelhandel. Für O2 will sein Hutchison-Konzern 9,25 Milliarden Pfund zahlen. Sollten später bestimmte Finanzziele damit erreicht werden, könnte eine weitere Milliarde fließen, gab Hutchison bekannt.

O2 wäre bislang die größte Akquisition Lis überhaupt, dessen Three Group auch in anderen europäischen und asiatischen Ländern aktiv ist. Bislang hat Li für den Kauf der britischen Northumbrian Water Group im Jahr 2011 mit 7,5 Milliarden Pfund am meisten auf den Tisch gelegt. Erst jüngst hatte sein Konglomerat Cheung Kong Infrastructure (CKI) die Übernahme des ebenfalls britischen Eisenbahnkonzerns Eversholt Rail für 2,5 Milliarden Pfund angekündigt.

Derzeit zweitgrößter Mobilfunkanbieter in Großbritannien: O2 Reuters

Derzeit zweitgrößter Mobilfunkanbieter in Großbritannien: O2

Telefónica hatte O2 im Jahr 2006 übernommen. Hutchison hatte früheren Reuters-Informationen zufolge auch ein Auge auf EE geworfen. Inzwischen verhandelt aber der frühere Staatsmonopolist BT exklusiv über einen Kauf von EE.

Hutchinson Whampoa befindet sich derzeit in einer tiefgreifenden Umstrukturierung. Der Konzern spaltet sich in zwei börsennotierte Gesellschaften auf. Eine konzentriert sich auf Immobilien, die andere auf Telekommunikation, Häfen, Infrastruktur und andere Branchen. Als Konsequenz hat Hutchinson umgerechnet gut sechs Milliarden Euro mehr für Zukäufe zur Verfügung.

Von

rtr

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